Warte, bis ich dich rufe

Es war der November 1987 ... die Zeit eines boomenden Arbeitsmarktes und wachsenden Bankgeschäftes. Viele meiner besten Freunde am Arbeitsplatz suchten sich neue Arbeitgeber, mit neuen Chancen und vor allem höheren Gehältern. Ich erhielt ein tolles Angebot: eine leitende Stelle und dreißig Prozent mehr Gehalt. Ich führte ein Gespräch mit dem Personalchef. Ich entsprach den Anforderungen und brauchte nur noch den Termin zu sagen, wann ich anfangen wollte...
Ich erbat mir Bedenkzeit und überlegte. Meine Frau stellte mir die Entscheidung frei, und alle meine Freunde meinten: Was gibt es denn da zu überlegen?

Während ich so überlegte, kam ich an der Wiener Augustinerkirche vorbei. Ich war dort noch nie. In der ersten Bank nahm ich Platz und ließ den Raum kurz auf mich wirken.
Ich: "Herr, was soll ich tun? Du kennst mich. Sag Du es mir. Wir sind knapp, wir könnten das Geld gut brauchen..."
Mein Herr: "...bleib, wo du bist und warte, bis ich dich rufe..."

Aus: Berufungen - Komm, erzähl mir..., Canisiuswerk 2002.
Lorenz, 47 Jahre, verheiratet, sechs Kinder, folgte der Berufung zum ständigen Diakon (Nachzulesen in: Denner, Lorenz: ...warte, bis DICH dich rufe! Mein Weg zum Diakon, im Eigenverlag 2001.

 

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