Für den Gottesdienst
Einleitung
Der "Tag des geweihten Lebens", der seit 1997 am Fest der Darstellung des Herrn
weltweit begangen wird, gibt dem Fest einen besonderen Akzent: Das Licht, das
Christus selbst ist, spiegelt sich im Leben von geweihten Frauen und Männern
wider. Christus ist das Licht; an ihm, dem "Gott Geweihten", entzündet sich
immer wieder neu das Licht unserer Berufung. "Leben entzündet sich am Leben"
- wir sind berufen, dass Menschen durch uns Christus begegnen können, um ihre
Berufung zu erkennen.
Fürbitten
Zu Gott, unserem Vater, der die Quelle des Lichtes und des Lebens ist, lasst
uns beten:
- Für alle, die das Wort Gottes verkünden. Lass sie im Umbruch von Gesellschaft
und Kirche die Zeichen der Zeit er- kennen und deine frohe Botschaft verkünden.
- Für die Mächtigen der Erde. Lenke ihr Herz und ihr Denken, dass sie Gerechtigkeit
und Frieden suchen für alle Menschen.
- Für alle alten, kranken und einsamen Menschen. Lass sie neue Hoffnung schöpfen
und Hilfe erfahren.
- Für die jungen Schwestern und Brüder in den Gemeinschaften des geweihten Lebens.
Festige ihre Liebe zu dir und lass sie in allen Unsicherheiten der Zukunft nicht
mutlos werden.
- Für unsere Gemeinden und Familien. Lass in ihnen ein neues Bewusstsein wachsen
für den Wert und die Bedeutung des geweihten Lebens.
- Für alle jungen Menschen. Lass sie zu Baumeistern einer neuen Zivilisation
der Liebe werden und wecke in ihnen die Bereitschaft, auf deine Stimme zu hören
und dir zu folgen.
- Für alle, die an dich glauben. Sende deinen Geist und schenke neuen Mut, dich
und dein Wort zu bezeugen.
Allmächtiger Gott, am heutigen Fest leuchtet uns Jesus, dein Sohn, als das Licht
der Welt auf. Dir sei Lob und Ehre jetzt und in alle Ewigkeit. Amen.
Gestaltungsvorschlag für eine Vesper am
Fest der Darstellung des Herrn
Christus, das Licht, bezeugen
Das Jahresthema der Berufungspastoral im Jahr 2005 lautet: KOMM UND FOLGE
MIR NACH. Unterwegs zu Jesus - mit Jesus - für Jesus Dieses Thema passt auch
zum Tag des geweihten Lebens. Dieser Tag, der seit 1997 am Fest der "Darstellung
des Herrn" weltweit begangen wird, gibt dem Fest einen besonderen Akzent: Das
Licht, das Christus selbst ist, spiegelt sich im Leben von geweihten Männern
und Frauen wider. Christus ist das Licht; an ihm, dem "Gott Geweihten", entzündet
sich immer wieder neu das Licht unserer Berufung. "Leben entzündet sich am Leben"
- wenn wir Christus immer wieder neu begegnen, wenn wir ihm jeden Tag neu unser
ganz persönliches "ja" geben, dann wird sein Licht und Leben in die Welt getragen.
"Leben entzündet sich am Leben" - wir sind berufen, Menschen zu Christus zu
führen, damit sie ihre Berufung erkennen und ihm folgen.
Einführung
Heute feiert die Kirche das Fest der Darstellung des Herrn. In dem Kind von
Bethlehem leuchtet die göttliche Wahrheit und Herrlichkeit allen Völkern auf.
Jesus wird nach Jerusalem gebracht, um im Tempel Gott geweiht zu werden. Simeon
ruft aus: "Meine Augen haben das Heil gesehen, das du vor allen Völkern bereitet
hast, ein Licht, das die Heiden erleuchtet, und Herrlichkeit für dein Volk Israel."
(Lk 2,30ff). Als der ganz Gott Geweihte ist Jesus Christus Heil und Licht aller
Menschen. - Am Fest der Darstellung des Herrn wird in der Kirche der "Tag des
geweihten Lebens" begangen. Ordensleute und Mitglieder von geistlichen Gemeinschaften
haben sich in ausdrücklicher Weise Gott geschenkt. Sie bezeugen, dass wir alle
durch die Taufe Gott geweiht sind. Ihre Berufung stellt eine "lebendige Überlieferung
des Lebens und der Botschaft des Erlösers" (Vita Consecrata, 22) dar.
(Ev. Licht-Stationsweg - siehe unten)
Eröffnung
GL 683
Hymnus
"Wie schön leuchtet der Morgenstern" (GL 554,1-3)
"Du höchstes Licht" (GL 557)
Psalm 110 (109),1-5.7
GL 684 (Antiphon "Der Himmel freue sich", GL 151,2)
Psalm 130 (129)
GL 191 (Antiphon "Ein Kind ist uns,geboren", GL 148)
Canticum
Kol 1,12-20
Lesung
Hebr 4,15-16
Homilie
Magnificat
GL 689 (Antiphon "Seht, unser König", GL 152)
Fürbitten
Zu Gott, der die Quelle des Lichtes und des Lebens ist, lasst uns beten:
- Für die Mächtigen der Erde. Lenke ihr Herz und ihr Denken, dass sie Gerechtigkeit
und Frieden suchen für alle Menschen.
- Für die jungen Schwestern, und Brüder in den Gemeinschaften des geweihten
Lebens.
- Festige ihre Liebe zu dir, und lass sie in allen Unsicherheiten der Zukunft
nicht mutlos werden.
- Für alle alten, kranken und einsamen Menschen. Lass sie neue Hoffnung schöpfen
und Hilfe erfahren.
- Für alle jungen Menschen. Lass sie zu Baumeistern einer neuen Zivilisation
der Liebe werden, und wecke in ihnen die Bereitschaft, auf deine Stimme zu hören
und dir zu folgen.
- Für die Verstorbenen. Lass sie dein Antlitz schauen.
Vater unser
Oration
Allmächtiger, ewiger Gott, dein eingeborener Sohn hat unsere menschliche Natur
angenommen und wurde am heutigen Tag im Tempel dargestellt. Läutere unser Leben
und Denken, damit wir mit reinem Herzen vor dein Antlitz treten. Darum bitten
wir durch Jesus Christus, deinen Sohn, unseren Herrn und Gott, der in der Einheit
des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit. Amen. (MB 622)
Segen
Marienlob
GL570
Licht-Stationsweg durch die Kirche
Am "Tag des geweihten Lebens" bietet die Liturgie und der liturgische Raum die Chance, der persönlichen Berufung neu auf die Spur zu kommen. Vor Beginn des Stationswegs versammeln sich die Gottesdienstteilnehmer im Eingangsbereich der Kirche. jeder erhält eine Kerze. Nur die Kerzen zweier Teilnehmer (z. B. jüngster und Ältester) brennen. Die Osterkerze wird in die Nähe des Taufbeckens gestellt.
Lied zu Beginn
"Morgenstern der finstern Nacht" (GL 555) 1.
1. Am Portal
Heute haben wir uns draußen vor unserer Kirche, vor dem Haupteingang, versammelt.
Schon so oft sind wir durch diese Tür, durch dieses Portal in unsere Kirche
hineingegangen. Wir werden gleich ganz bewusst in den Kirchraum eintreten. Jeder,
der den Kirchenraum betritt, ist gerufen zur Gemeinschaft mit Gott und zur Gemeinschaft
mit all den anderen, die Gottes geliebtes Volk sind.
Jesus sagt:
"Ich bin die Tür; wer durch mich hineingeht, wird gerettet werden; er wird ein-
und ausgehen und Weide finden." ach 10,9)
Gebet
Herr Jesus Christus, du Anfang und Mitte unseres Lebens. Lass uns immer neu
mit dir den Weg unserer Berufung und unseres Lebens beginnen.
Zwei weitere Kerzen werden entzündet. Dazu singen alle dreimal den Liedruf "Heute erstrahlt ein Licht über uns: Christus der Herr" (GL 149,3).
2. Am Weihwasserbecken
In diesem Becken wird Wasser aufbewahrt, das uns an Ostern erinnert. Wenn wir
uns mit diesem Wasser bekreuzigen, denken wir an unsere Taufe: Wir wurden getauft
im Namen des Gottes, der in sich Gemeinschaft und Liebe ist; im Namen des Vaters
und des Sohnes und des Heiligen Geistes.
Als Gott Geweihte sind wir berufen, in ausdrücklicher Weise unsere Taufberufung
zu leben.
Paulus schreibt:
"Denn wie der Leib eine Einheit ist, die viele Glieder hat, alle Glieder des
Leibes aber, obgleich es viele sind, einen einzigen Leib bilden: so ist es auch
mit Christus." (1 Kor 12,12)
Gebet
Herr Jesus Christus, wir danken dir für das Geschenk der Taufe. Lass durch unser
Leben sichtbar werden, dass wir ganz dir gehören.
Jeder bekreuzigt sich mit Weihwasser, und zwei weitere Kerzen werden entzündet. Dazu singen alle dreimal den Liedruf "Heute erstrahlt ein Licht über uns: Christus, der Herr" (GL 149,3).
3. Am Taufbecken
Die Osterkerze wird durch eine/-n Teilnehmer/-in entzündet.
In der Osternacht hat Christus das Dunkel des Leidens und des Todes durchschritten
und hat durch die Auferstehung neues Leben gebracht. Durch die Taufe sind wir
- so die Bedeutung des griechischen Wortes "baptizein" für "taufen" - "eingetaucht"
worden in das neue Leben Gottes, das stärker ist als alle Dunkelheit. Wir sind
mit Christus zusammen "eingetaucht" in das Geheimnis von Tod und Auferstehung,
in das Geheimnis der gekreuzigten und auferstandenen Liebe, die stärker ist
als alle Lieblosigkeit und der Tod.
Paulus schreibt:
"Wisst ihr denn nicht, dass wir alle, die wir auf Christus Jesus getauft wurden,
auf seinen Tod getauft worden sind? Wir wurden mit ihm begraben durch die Taufe
auf den Tod; und wie Christus durch die Herrlichkeit des Vaters von den Toten
auferweckt wurde, so sollen auch wir als neue Menschen leben. Wenn wir nämlich
ihm gleich geworden sind in seinem Tod, dann werden wir mit ihm auch in seiner
Auferstehung vereinigt sein." (Röm 6,3-5)
Gebet
Herr Jesus Christus, du Licht der Völker. Lass uns selbst zum Licht in der Welt
und zu Zeugen deiner Auferstehung werden.
Zwei weitere Kerzen werden entzündet. Dazu singen alle dreimal den Liedruf "Heute erstrahlt ein Licht über uns: Christus, der Herr" (GL 149,3).
4. Am Ambo
Was auch geschehen mag in dieser Welt und in unserem Leben: auf das Wort Gottes
ist Verlass, wie es in einem Psalmwort heißt: "Gott ist der Fels meines Herzens
und mein Anteil auf ewig." (Ps 73,26) Gott spricht auch heute durch sein Wort
zu uns. Er will uns durch sein Wort trösten, ermutigen, stützen. Aber das Wort
Gottes ruft auch he- raus; wir können es nicht einfach übergehen. Das Wort Gottes
will uns helfen, unser ganzes Leben auf Gott hin auszurichten. Durch sein Wort
will Gott mir ganz persönlich begegnen.
Der Evangelist Johannes berichtet:
"Am Tag darauf stand Johannes wieder dort, und zwei seiner jünger standen bei
ihm. Als Jesus vorüberging, richtete Johannes seinen Blick auf ihn und sagte:
Seht, das Lamm Gottes! Die beiden Jünger hörten, was er sagte, und folgten Jesus.
Jesus aber wandte sich um, und als er sah, dass sie ihm folgten, fragte er sie.
Was wollt ihr? Sie sagten zu ihm: Rabbi - das heißt übersetzt: Meister -, wo
wohnst du? Er antwortete: Kommt und seht! Da gingen sie mit und sahen, wo er
wohnte, und blieben jenen Tag bei ihm; es war um die zehnte Stunde. " (Joh 1,35-39)
Gebet
Herr Jesus Christus, du bist uns nah durch dein Wort. Hilf uns, dass unsere
Worte und Taten eine Einladung sind, dich kennen zu lernen und dir nachzufolgen.
Die restlichen Kerzen werden entzündet. Dazu singen alle dreimal den Liedruf "Heute erstrahlt ein Licht aber uns: Christus, der Herr" (GL 149,3).
5. Am Altar
Die Osterkerze wird auf den Altar gestellt; alle versammeln sich mit den
brennenden Kerzen im Halbkreis vor dem Altar.
Der Priester bringt in den Gaben von Brot und Wein Gott die eine Gabe dar: Christus
selbst. Als Glieder des "Leibes Christi" sind wir selbst hinein genommen in
diese Gabe. So wie Christus sich brechen und austeilen lässt, so wie er sich
ganz hingibt für die Seinen, so sollen auch wir für unsere Schwestern und Brüder
da sein. Die Eucharistie weist uns auf das Wesentliche unserer christlichen
Berufung hin. Wir werden selber "genommen, gesegnet, gewandelt, gebrochen und
ausgeteilt", so wie dieses Stück Brot, das der Leib Christi ist. Das Priestertum
und das geweihte Leben verweisen in einzigartiger Weise auf dieses Geheimnis,
das in der Eucharistie gefeiert wird und was die Berufung aller Christen ist:
sich ganz an Gott und die Menschen zu verschenken.
Jesus fragt:
"Wollt auch ihr weggehen? Simon Petrus antwortete ihm: Herr, zu wem sollen wir
gehen? Du hast Worte ewigen Lebens." (Joh 6,67)
Gebet
Herr Jesus Christus, lass uns dir immer neu begegnen und unsere Berufung erkennen,
zum Brot für andere zu werden.
Lied: "0 Herr Jesu, denk ich dein" (GL 550) oder: "Du höchstes Licht" (GL 557)
Marietheres Bücking, Zentrum für Berufungspastoral
Bausteine
Das ganze Leben besteht aus lauter Gelegenheiten, dem Herrn zu begegnen. ja,
darauf kommt es an, dann sind alle diese Begegnungen ebenso viele Anrufe zur
Gefolgschaft.
Romano Guardini
Nur an unserer Liebe - ehrfürchtiger, geduldiger, vertrauender, humorvoller
und sogar barmherziger Liebe - kann unsere kranke, in läuterndem Schmelzprozess
befindliche Kirche genesen. Dazu braucht sie uns. Dazu braucht uns Gott.
Ida Friederike Görres
Der Mensch ist nicht nach dem zu beurteilen, was er weiß, sondern nach dem,
was er liebt. Nur die Liebe macht ihn zu dem, was er ist.
Aurelius Augustinus
Es gibt Menschen, die sich mit jedem Atemzug nach ihrem Schöpfer sehnen, sobald
sie die Wirklichkeiten Gottes gesehen haben, und wie eine Fackel brennen. Sie
lieben und brennen und finden so- gar Ruhe in ihrem Feuer. Sie brennen vor Liebe,
und wenn sie reden, springt das Feuer auf andere über. Wenn sie einen anderen
mit ihrem Wort berühren, entfachen sie auch in diesem das Feuer der Liebe zu
Gott.
Gregor der Große
ICH BRAUCHE DICH, HERR,
als meinen Lehrer, tagtäglich brauche ich dich.
Gib mir die Klarheit des Gewissens,
die allein deinen Geist erspüren kann.
Meine Ohren sind taub, ich kann deine Stimme nicht hören.
Mein Blick ist getrübt, ich kann deine Zeichen nicht sehen.
Du allein kannst mein Ohr schärfen und meinen Blick klären und mein Herz reinigen.
Lehre mich zu deinen Füßen sitzen
und auf dein Wort zu hören.
John Henry Newman
HERR JESUS CHRISTUS,
in der Kraft des Heiligen Geistes hast du mich berufen,
dir auf dem Weg zum Vater zu folgen.
Ich danke dir für meine Berufung.
Sie ist ein Geschenk deiner Gnade, denn Gnade ist es, den Ruf zu hören.
Gnade ist es auch, auf den Ruf zu antworten
und die Berufung nach deinem Willen im konkreten Alltag zu leben.
So bitte ich dich,
erneuere in mir und in allen Berufenen die Freude an deinem Ruf
und gib du uns die Kraft, dir in Treue, und Dankbarkeit zu folgen. Amen.
Quelle unbekannt
Zusammengestellt vom Zentrum für Berufungspastoral, Schoferstraße 1, 79098 Freiburg, www.berufung.org