News : Neue Gesprächsinsel in Wien

Im Benediktushaus im Wiener Schottenstift auf der Freyung wird am 1. Dezember 2008 die neue Wiener Gesprächsinsel unter dem Motto "einfach reden" eröffnet.

Diese neue Initiative, die erste ihrer Art in Wien, bietet Raum und Zeit für Begegnung: "Die Gesprächsinsel vermittelt, dass Kirche Zeit hat. Besonders geht es darum, Zeit für Menschen, die Antworten suchen, zu bieten", betont der Leiter der Initiative, Pater Lorenz Voith CSsR bei der Präsentation der Gesprächsinsel am Mittwoch, 26. November 2008.

Ordensleute, Pfarrer und Laien
Unter der Adresse Freyung 6a, 1010 Wien, werden wochentags von 11.00 bis 19.00 Uhr Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zum Gespräch zur Verfügung stehen. Die Qualifikation der Ordensleute, Pfarrer und Laien beruht auf einer Ausbildung für geistliche Begleitung, Gesprächsführung, Beratung und Therapie.
"Eine ganze Reihe von Ordensgemeinschaften macht bei dem Projekt mit, weil die Orden ein wesentlicher Teil der Gesellschaft sind und so auch ihre Aufgaben wahrnehmen und ihre Kompetenz einbringen können", betont Pater Erhard Rauch, der Vorsitzende der Superiorenkonferenz der Männerorden.

"Mit der Tür ins Haus fallen"
Die Gesprächsinsel sei eine sehr diskrete Evangelisierung, aber keine Katechese, betonen die Initiatoren.

Die Wiener Gesprächsinsel ist kostenlos. Wer auf der Suche nach einem Gespräch ist, kann einfach hinkommen, eine Anmeldung ist nicht notwendig. Die Gespräche sind unabhängig von Alter, Lebenssituation, Nationalität und Religionszugehörigkeit und richten sich an alle, die ein vertrauliches Gespräch, einen Rat, Orientierung oder Begleitung im Glauben suchen. Das Ziel ist, dass immer eine Frau und ein Mann als Berater zur Verfügung stehen, "weil es einfach Themen gibt, die von Frau zu Frau oder von Mann zu Mann besprochen werden wollen. Diesem Anliegen wollen wir Rechnung tragen", betont Pater Lorenz Voith.

"Es geht uns auch darum, als Christen ein offenes Haus zu bieten. Zu uns kann jeder kommen und 'mit der Tür ins Haus fallen'. Es gehört zu den Nöten der heutigen Zeit, dass man schwer jemand findet, der einfach da ist und zuhört, das wollen wir bieten", sagt Schwester Hemma Jaschke SSpS.

Seelsorge ist eine spannende Entdeckungsreise
Die Wiener Gesprächsinsel ist eine Gesprächspastoral in neuer Form. "Eine leichte Andockstation an die Kirche für Menschen, die wenig Beziehung zu Kirche haben. Wir wollen als Seelsorgerinnen und Seelsorger die Menschen in ihrer Sinnsuche und in ihrer Frage 'Wie gelingt mein Leben?' unterstützen. Auch Menschen, die nach Gott suchen, ihn aber nicht im kirchlichen Leben finden, sollen bei uns Heimat und Gespräch finden", so die Pastoraltheologin Veronika Prüller-Jagenteufel. Seelsorge sei so eine spannende Entdeckungsreise, "wobei sich hier zwei Menschen auf den Weg machen, die Spuren Gottes im Leben festzustellen", so Prüller-Jagenteufel.

Die Gesprächsinsel sei kein Missions-Projekt, erklärt Pater Voith, aber "unsere 40 ehrenamtlichen Beraterinnen und Berater stehen zu ihrem christlichen Glauben und zum Auftrag Jesu. Insofern bringen sie als glaubende Menschen die eigenen Erfahrungen ins Gespräch ein. Insofern ist es eine sehr diskrete Evangelisierung, aber keine Katechese", betont der Redemptoristenpater.

Zusammenarbeit von Erzdiözese und Orden
Die "Wiener Gesprächsinsel" ist eine Initiative der Erzdiözese Wien und der österreichischen Ordensgemeinschaften. Das Gratisangebot steht unter dem Motto "einfach reden" und ist auch eine Ergänzung zum Beichtangebot in den Wiener Innenstadtkirchen. Das Engagement sei hoch zu bewerten, "weil sich auch die Kirche immer wieder fragen muss, was können wir uns noch leisten", betont der Geschäftsführer der Kategorialen Seelsorge, Martin Wiesauer. Bei diesem Projekt werden auch die Grundsätze der kategorialen Seelsorge verwirklicht, die Zusammenarbeit von Erzdiözese und den Ordensgemeinschaften, so Wiesauer.

www.gespraechsinsel.at
erstellt am 2008-11-27 um 11:17:21 von Kurt Schmidl