| 1521 | geboren am 8. Mai in Nijmwegen (Niederlande) |
| 1543 | Eintritt in den Jesuitenorden |
| 1546 | Priesterweihe |
| 1552 | wirkt er in Wien |
| 1554 | Administrator der Erzdiözese Wien |
| 1556 | Provinzial der Jesuiten in Süddeutschland |
| 1559 | Prediger in Augsburg |
| 1580 | Tätigkeit in der Schweiz |
| 1597 | Tod am 21. Dezember nach längerem Leiden. Beisetzung in Fribourg/Schweiz |
| 1864 | Seligsprechung |
| 1925 | Heiligsprechung durch Papst Pius XI. |
Der "zweite Apostel Deutschlands" (Papst Leo XIII.) beseitigt in der Zeit der Gegenreformation Mißstände in der Kirche durch Neubesinnung auf das Wesentliche. Gezielt und mit klarem Konzept setzt er sich in Vorlesungen und Predigten, durch seine Katechismen, aber auch in mühsamer, nachgehender Seelsorge (unter anderem an Strafgefangenen) gemäß seinem Lebensmotto "Sei ausdauernd!" für die katholische Kirche ein. Bescheidenheit und Demut sind für seine von der "devotio moderna" geprägte Spiritualität bezeichnend.
Könnte sich das heutige Europa, das vielfach unter der Spannung von Zerrissenheit und notwendiger Einigung steht, nicht von Petrus Canisius, der durch sein europäisches Denken, seine unzähligen Kontakte mit Personen verschiedenster Stände und durch sein konkretes Apostolat als Jesuit der zerrissenen Kirche der Reformationszeit einen Weg in die Zukunft wies, neu inspirieren lassen? Könnten wir nicht von seiner Treue zur Wahrheit und zur Kirche die Kunst des Dialogs lernen?
"Niemand kann alles von vornherein verstehen, aber die Geduld und
die stete Beschäftigung mit den Fragen bringt Klarheit und somit auch Kraft."
(Zu seinem Lebensmotto.)
"Wir wollen nicht daran zweifeln, daß Gott in seiner Güte das tun
wird, was ihm selbst am wohlgefälligsten, uns aber am zuträglichsten sein wird."
(An seinen Bruder.)