Freitag 22. Juni 2018
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Jahresthema 2018 & Weltgebetstag

Momente des Herzklopfens

Ein Zeugnis: Sr. Maria Veronika Kronlachner

„Eine unbeschreibliche Ruhe, ein unsagbarer Friede erfüllte mein Herz. Dies war so ein herausragender Moment, der meinem Leben wieder Sinn und Richtung gab.“

 

Herzklopfen

Sr. Maria Veronika KronlachnerWer kennt es nicht, das Herzklopfen in besonders berührenden Momenten! Mehrmals in meinem Leben durfte ich ganz besonders herausragende Momente der Gnade verspüren, die mein Leben prägten, ganz einschneidend jener meiner Berufung. Wenn ich meine Berufung zwar in einem ganz konkreten Moment klar erkannte, so war es doch ein längerer Weg des Ringens und ein Prozess des Erkennens des Willens Gottes!

 

Wohlbehütet | Tief erschüttert

Als viertes von neun Kindern wurde ich 1967 geboren und durfte eine wohlbehütete Kindheit verbringen. Der Religionsunterricht, der Sonntagsgottesdienst, die Kinderbibel und ein Buch mit Heiligenlegenden prägten meinen Kinderglauben und die Liebe zu Gott, zu der mich das Vorbild der Heiligen anspornte.

 

Tief erschüttert wurde dieser Glaube durch den tragischen Tod meines ältesten Bruders, der als unbeliebter Zeuge eines Raubüberfalls erschossen wurde. In mir löste das eine schwere Glaubenskrise aus: Wie kann Gott so etwas tun? Zulassen? WARUM!? Warum Franz und nicht ich? Ich konnte Gott, den ich so geliebt hatte, nun nicht mehr verstehen, ja, ich begann zu zweifeln, ob es Gott überhaupt gibt. Und, so fragte ich, wenn es ihn gibt, ob er tatsächlich ein Gott der Liebe ist. Große Unruhe quälte mich. In mir begann ein intensives Suchen nach dem Sinn des Lebens, das so schnell ausgelöscht werden kann, aber auch des Todes, der so unerwartet kommen kann, so viel Leid verursacht … Das kann doch nicht alles sein.

 

Herausragender Moment

Erst zweieinhalb Jahre später, ich war gerade mit den beiden Kindern meines verstorbenen Bruders spazieren, verspürte ich in mir die Gewissheit: Jesus ist auferstanden und mein Bruder mit IHM! Jesus lebt und Franz ist bei IHM! Es geht ihm gut, er lebt. Eine unbeschreibliche Ruhe, ein unsagbarer Friede erfüllte mein Herz. Dies war so ein herausragender Moment, der meinem Leben wieder Sinn und Richtung gab.

 

In Frage gestellt

Zu dieser Zeit besuchte ich noch die Fachschule für Damenkleidermacher. Danach arbeitete ich mehrere Jahre als Schneiderin und half auch in zwei Gasthäusern in der Küche aus. Auch sonntags, wodurch ich immer seltener zur heiligen Messe ging. Der Schlaganfall unserer Nachbarin, die ich, sooft ich nur konnte, im Krankenhaus besuchte, und ein Spruchplakat von Dr. Madingers Glaubensinformation stellten mein Leben wiederum in Frage. Wie gerne hätte ich unsere Nachbarin gepflegt, doch ich konnte ja meinen Beruf nicht aufgeben!

 

Aber so sehr ich meinen Beruf liebte, erfüllte er mich nun nicht mehr richtig. In diese Leere hinein traf mich das Wort: „Du kannst nicht zwei Herren gleichzeitig dienen, entweder dienst du Gott oder dem Mammon.“ Im Begleitbrief stand: „An erster Stelle sollte Gott stehen, an zweiter Stelle die Familie und erst an dritter Stelle die Arbeit!“

 

Nun wurde mir bewusst: Bei mir ist es genau umgekehrt. Ich arbeitete fast Tag und Nacht. In dieser erneuten Unruhe lernte ich Herrn Kaplan Norbert Purrer kennen, der zu meinem geistlichen Begleiter wurde und mir half, meinen Glauben wieder zu vertiefen und zu leben. Ich kaufte mir eine Bibel, begann zu beten, lernte in seinem Gebetskreis das Stundengebet kennen, das mir so viel zu bedeuteten begann, dass  ich sagte: Dieses Gebet gehört zu mir. Die heilige Messe wurde meine tägliche Kraftquelle.

 

Den Glauben kann man nicht für sich alleine leben, so übernahm ich eine Jugendgruppe, gründete mit ein paar anderen einen „3. Welt Kreis“, und auch im Pfarrgemeinderat war ich dabei. Leise, doch mit der Zeit immer stärker, wurde in mir der Ruf zum Klosterleben wach, was wiederum eine Unruhe in mir auslöste. Bis dahin hatte ich den Wunsch gehabt, einmal zu heiraten und selbst eine große Familie haben zu dürfen. Auch wusste ich, dass meine Eltern völlig gegen einen Klostereintritt sind.

 

Zerrissen

So entschied ich mich, meinen Beruf aufzugeben und die Fachschule für Altenpflege zu besuchen, die zwei Jahre dauerte und mir die nötige Zeit schenken sollte, in meiner Zerrissenheit zu erkennen, was Gott von mir möchte. Hier lernte ich den Nonnberg kennen und irgendwie zog es mich immer wieder an diese heilige Stätte. Wie gerne hätte ich Weihnachten hier verbracht, doch ich hatte in der Pfarre manche Verpflichtungen angenommen.

 

Zudem hatte ich mich schon eine Zeit davor verliebt und wollte natürlich auch Josef wiedersehen. Viel Schönes durfte ich zu Hause erleben und nun wollte ich fast nicht mehr nach Salzburg, denn mir war klar geworden, dass ich heiraten möchte.

 

„Was bedeutet Ihnen Jesus?“

Doch Gott hatte andere Pläne, so lud mich Sr. M. Perpetua, die damalige Novizenmeisterin, zu einem Gespräch ein. Dabei stellte sie mir die Frage: „Was bedeutet Ihnen Jesus?“ Diese Frage ließ mich nicht mehr los, ich konnte nicht mehr schlafen, bis ich in die Franziskanerkirche zur Beichte ging.

 

Kein Zweifel

Sr. Maria Veronika KronlachnerDer mir unbekannte Priester hörte in aller Ruhe zu und sagte dann, ich solle in der Kirche ein wenig herumgehen und Gott danken, wofür ich danken möchte. Als ich unter dem Kreuz stand vernahm ich die Stimme: „… und deine Heimat ist am Nonnberg“. Dies traf mich so tief, dass ich mit einem Schlag wusste, dass das meine Berufung ist und keinen Zweifel mehr aufkommen ließ, denn ich habe den gefunden, der das Leben und die Auferstehung ist.

 

Mit einem freudigen Herzklopfen bat ich am Nonnberg um Aufnahme, trat zum Hochfest des heiligen Josef ein und erhielt bei der Einkleidung den Namen: Schwester Maria Veronika vom Hl. Herzen Jesu.

 

Sr. Maria Veronika Kronlachner

 

Sie ist Mitglied der Benediktinerinnenabtei Nonnberg in Salzburg.

 

Zeugnis zum Download

Das Zeugnis von Sr. Maria Veronika Kronlachner stammt aus dem Werkheft zum Weltgebetstag für geistliche Berufungen 2016. Hier zum Download.

 

Mehr

Benedintinerinnenabtei Nonnberg

 

 

Stichwort: Weltgebetstag

Um das Thema „Berufung“ wachzuhalten, begeht die Kirche seit 1964 jeweils am

4. Sonntag der Osterzeit den Weltgebetstag für geistliche Berufungen. Der Vatikan veröffentlicht dazu meist eine Botschaft des Papstes. Für Österreich gibt das Canisiuswerk jährlich Unterlagen und Anregungen heraus.

 

Im Sinne von Mt 9,38 „Bittet den Herrn der Ernte“ beten wir um guten und ausreichenden Nachwuchs in den verschiedenen geistlichen und kirchlichen Berufen und Berufungen.

 

Wir erinnern uns aber auch daran, dass alle Christen Berufene sind, und mit ihrem Leben der in Taufe und Firmung grundgelegten Berufung zum gemeinsamen Priestertum Ausdruck geben sollen. Eine Antwort auf Gottes Ruf.

 

Deswegen initiiert das Canisiuswerk während des gesamten Jahres Impulse und Aktivitäten in der Berufungspastoral.

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