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Jahr der Barmherzigkeit

Die Tugend der Barmherzigkeit

Not, der wir „nachgehen“ müssen

„Kranke pflegen“, „Gefangene besuchen“ und „die Toten begraben“: die letzten drei leiblichen Werke der Barmherzigkeit. 

Krankenhausseelsorgerin Antonia KesselringDie Barmherzigkeit ist eine Tugend, die es zu entdecken gilt, besonders in diesem „Gnadenjahr der Barmherzigkeit“, das Papst Franziskus für die Welt und für jeden Einzelnen gewollt und ausgerufen hat. Oft wird „Barmherzigkeit“ auf das Gefühl des Mitleids reduziert, das aber nur ihre „emotionale Zugabe“ ist. Barmherzigkeit bedeutet: den anderen wahrnehmen, mich seiner erinnern, mich für seine Not öffnen, sie an mich heranlassen, sie nicht wegdrängen – ja sogar: sie suchen, ihr nachgehen, sie klar erkennen und wenden wollen. Barmherzigkeit ist also Erinnern, klares Erkennen und Wohl‑Wollen. Aus diesem Erinnern, liebenden Erkennen und dem Willen, der Not des anderen abzuhelfen, erwächst die Tat der Barmherzigkeit, die vor allem das Not‑Wendige, das Not‑Wendende tut und dann auch von Gefühlen des Mitleids begleitet sein kann. Aus der Tat der Barmherzigkeit wird – wenn die Grundausrichtung der Liebe auf den anderen hin rein bleibt – eine Tugend, die auch das eigene Leben trägt, beschenkt und in der Hoffnung bewahrt.

 

Not, der wir „nachgehen“ müssen

Besonders deutlich wird das an den drei letzten „leiblichen Werken der Barmherzigkeit“. Die ersten vier Werke haben wir im vorigen Artikel bedacht: 1. Hungrige speisen, 2. Dürstende tränken, 3. Nackte bekleiden und 4. Fremde beherbergen – in ihnen geht es um die Not, die „auf uns zukommt“. Beim 5. Werk „Kranke pflegen“, beim 6. „Gefangene besuchen“ und beim 7. Werk „die Toten begraben“ geht es um die Not, der wir „nachgehen“ müssen, um die Not von Menschen, die – egal ob selbst verschuldet oder unverschuldet – in ihrer Begrenztheit durch Krankheit, durch Freiheitsentzug oder durch die „Fessel des Todes“ die nötige Hilfe in der barmherzigen Zuwendung nicht mehr aus eigener Kraft suchen können.

 

Gerade die Passionszeit lädt ein, der Barmherzigkeit Gottes im Kreuzweg Jesu zu begegnen. Er, der Sohn Gottes, der König der Welt nimmt Krankheit, Gefangenschaft, ja sogar den Tod auf sich – für uns. Er nimmt die Folgen unserer Krankheiten und gegenseitigen Verletzungen, unserer Schuld und gegenseitigen Verurteilungen, unserer Tode in der Sünde auf sich, gibt sich für uns hin. An Seinem Leib, in Seinem Sterben kann der Tod all seine Macht aufbieten – und wird doch entmachtet, in seine Grenzen gewiesen. Denn der Tod kann ja den nicht zurückhalten, der selbst das Leben ist; er kann von da an auch uns nicht mehr vom Vertrauen auf den „Herrn allen Lebens“ abhalten, der unser Leben mit hineinnimmt in Seine Auferstehung, in das grenzenlose Leben bei Gott.

 

Wer in der Passion und Auferstehung Jesu der Barmherzigkeit Gottes begegnet, darf in der Hoffnung leben: „Christus will ich erkennen und die Macht seiner Auferstehung und die Gemeinschaft mit seinen Leiden; sein Tod soll mich prägen. So hoffe ich, auch zur Auferstehung von den Toten zu gelangen.“ (Phil 3,10f.) Wie den Apostel Paulus wird uns die Barmherzigkeit Gottes anregen, unser Leben zu erneuern, es uns neu schenken zu lassen und diese Freude weiterzutragen: „Wenn jemand in Christus ist, dann ist er eine neue Schöpfung: Das Alte ist vergangen, Neues ist geworden. Aber das alles kommt von Gott, der uns durch Christus mit sich versöhnt und uns den Dienst der Versöhnung aufgetragen hat. Wir sind also Gesandte an Christi statt, und Gott ist es, der durch uns mahnt. Wir bitten an Christi statt: Lasst euch mit Gott versöhnen!“ (2 Kor 5,17f.20)

 

Dankbar und versöhnt durch die Barmherzigkeit Gottes ist unser Herz freier und bereiter, sich in aller Mühsal wieder neu der Not derer zuzuwenden, die in ihren Grenzen auch auf unseren demütigen Dienst angewiesen sind und ungeduldig oder geduldig warten; die, wenn nicht offensichtlich, so doch im tiefsten Herzensversteck dankbar sind: für den Besuch, die treue Pflege, den ermutigenden Blick, das Wort der Versöhnung. Die kleinen Gesten sind treue Werke der Tugend der Barmherzigkeit bis zuletzt – bis dorthin, wo wir den Leib eines Menschen in die Erde betten und so dankbar und vertrauensvoll sein ganzes Leben in die Hände dessen legen, der den Tod besiegt hat in Seiner Auferstehung: ein und für alle Mal!

Raphaela Pallin

Zur Person

Dr. Raphaela PallinDr. Raphaela Pallin studierte in Wien, Salamanca und Rom und ist derzeit als Theologin und Pastoralassistentin im Vikariat Nord der Erzdiözese Wien tätig.

 

 

Aus: Pfarrnachrichten St. Josef, römisch-katholische Pfarre St. Josef, Reinlgasse 25, 1140 Wien, www.sankt-josef.at

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 Johannes Lieder 
Johannes Lieder, Auf Schatzsuche © Echter Verlag, Würzburg 2012, S. 24.

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