Montag 25. Juni 2018
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Glaubwürdiger Zeuge werden 

Patrick Holzinger, Seminarist des Wiener PriesterseminarsMein Name ist Patrick Holzinger, ich bin zwanzig Jahre alt und im zweiten Semester des Studiums der katholischen Fachtheologie an der Universität Wien sowie Seminarist am Erzbischöflichen Priesterseminar Wien. Vor etwa einem Jahr habe ich schon einmal einen Bericht für das „miteinander“ geschrieben – damals kurz nach meiner Aufnahme ins Priesterseminar und meiner „Entsendung“ ins Propädeutikum nach Horn. 

Nun ist mehr als ein Jahr vergangen und ich blicke zurück auf diese vergangene Zeit in Horn sowie auf meine gegenwärtige Situation als Seminarist und Student. Das Jahr im Propädeutikum war eine sehr fruchtbringende Zeit; die Kurse mit den verschiedenen Referenten bildeten die Grundlage für das kommende Studium; der Höhepunkt des Jahres – die fünfwöchige Reise nach Israel – war für uns alle ein großes Erlebnis. 

Nun, nach Absolvierung des Jahres in Horn, blicke ich auf das, was vor mir liegt: das fünfjährige Studium der Theologie. Schon seit mehreren Jahren gilt mein großes Interesse dem Studium dessen, woran ich glaube. Ebenso erlebe ich als beinahe jüngstes Mitglied im Wiener Priesterseminar unter der beachtlichen Anzahl von etwa vierzig Alumnen, die Zeit in der Gemeinschaft als ein Lernfeld für die spätere Aufgabe als Priester. Der Umgang mit den Mitbrüdern bildet die Grundlage für den künftigen Umgang mit den Menschen in Pfarre und Gemeinde. 

So hoffe ich, dass ich mich mit jenen Talenten, die Gott mir gegeben hat, so einbringen kann, dass ich zu einem glaubwürdigen Zeugen und Mitarbeiter der Wahrheit werden kann inmitten der Welt, inmitten der Kirche.

Patrick Holzinger

Seminarist des Wiener Priesterseminars

Danke, BV Franz Schrittwieser!

50 Priesterjahre in der Spur Jesu

Heute feiert unser Vizepräsident Bischofsvikar Franz Schrittwieser sein Goldenes Priesterjubiläum und demnächst 75. Geburtstag. Danke & Gottes Segen!

 

Jubilar Bischofsvikar Franz Schrittwieser

Das Thema Berufung begleitet Franz Schrittwieser auf Schritt und Tritt: So kommen gleich sieben Priester und sechs Ordensfrauen aus seiner Heimatpfarre Purgstall/Erlauf. Darüber hinaus prägte Schrittwieser eine ganze Generation an Priestern, Pastoralassistenten und Führungskräften in der Diözese St. Pölten und weit darüber hinaus. Insgesamt unterstützte er Hunderte Priester, Ordensleute und weitere kirchliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – ob im Propädeutikum in Horn oder als Regens des St. Pöltner Priesterseminares.
 
Freude an Schöpfung und Mitmensch
Sein Weg erschien seit Jugendzeit an wie vorgezeichnet: Kleines Seminar, dann Priesterseminar und danach meist die Tätigkeit in einer Pfarre. So stringent verlaufen Biografien heute kaum mehr, weiß Prälat Schrittwieser – weder bei geistlichen Berufungen noch bei anderen wichtigen Lebensentscheidungen wie Ehe oder Familie. Rückblickend zieht Schrittwieser, der in der Diözese als Bischofsvikar u. a. für die Caritas, die Gefangenen-, Notfall-, Krankenhaus- bis hin zur Migrantenseelsorge zuständig ist, jedenfalls eine durchwegs positive Bilanz: „Es war lohnend, Priester zu werden“ – und erfüllend sei es auch heute, nach 50 Jahren, noch.

Wer immer sich für einen geistlichen Beruf interessiert, dem gibt Schrittwieser als wichtigsten Rat mit auf den Weg: „Sei lebensfroh, habe Freude an der Welt, am Leben, an der Schöpfung und am Mitmenschen“. Hinzu müsse noch eine Begeisterung für Jesu und sein Anliegen vorhanden sein – wenngleich Jesu radikaler Weg auch herausfordernd sein könne. Außerdem bedürfe es einer Verwurzelung in der Kirche. Am meisten fasziniere ihn im Priesteramt das Leben „in der Spur Jesu“, so Schrittwieser. Er habe selbst viele Menschen auf ihrem Weg in diese Spur hin begleitet und darin Sinn erfahren. Auch seien daraus starke, tiefe Beziehungen erwachsen – Beziehungen, die auch trugen, als es ihm selbst im Zuge einer schweren Erkrankung schlecht ging.

Aufbruchsstimmung ist da
Blickt er auf den Zustand „seiner“ Kirche, so ist sein Befund alles andere als negativ: „Die Kirche ändert sich derzeit grundlegend“. Dabei träume er von einem „neuen Pfingsten“ für die Kirche und in der Kirche – er kenne schließlich die Zeiten des Aufbruchs nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil. Damals konnte er selbst mit dem Rückenwind des Konzils am Aufbau der Pfarre Krems-St. Paul mitwirken. Er habe den Eindruck, dieses neue Pfingsten sei in Ansätzen schon da: Vielerorts würde er Aufbrüche in Pfarrgemeinden verspüren, auch das Engagement unzähliger Ehrenamtlicher stimme ihn optimistisch.

Der Bischofsvikar weiß gerade in Zeiten des Priestermangels: „Jede und jeder Getaufte und Gefirmte hat Verantwortung für und in der Kirche.“ Mit Papst Franziskus sei ein weiterer Aufbruch da, der die Kernaufgabe der Christen verwirkliche, zu den Schwachen zu gehen. Kirche müsse Heimat geben und offen sein – dies gelte insbesondere im Blick auf Flüchtlinge, so Schrittwieser. Er warnt daher auch ausdrücklich davor, dass sich Pfarren ins Spirituelle bzw. in die Liturgie zurückziehen; es brauche auch die Diakonie, also den Dienst am Nächsten. Dort bewähre sich das, was im Gottesdienst gefeiert werde.

Jung im Herzen
Schrittwieser feiert im Herbst seinen bereits 75. Geburtstag, doch seine Visionen sind modern. Wenn die Kirche in sich jung sei, dann werde das auch Jugendliche ansprechen. Jugendliche hätten viele Lebensfragen, in Solidarität und Nächstenliebe würden sie gelebtes Christentum vorfinden. Da sehe er ebenfalls schon gute Ansätze: die beliebten Jugend-Taizé-Gebete, der Schwung der youngCaritas, die vielen Angebote der kirchlichen Jugendhäuser, die Jugendwallfahrten oder die Reisen zu „heiligen Orten“ wie Assisi oder ins Heilige Land. Er reist selber gerne, wohl auch aus dem Motiv heraus, „dass wir ein Leben lang unterwegs sind – eben in der Spur Jesu“, so Schrittwieser.

 

Am 28. Juni lädt die Pfarre Purgstall um 10 Uhr zu einem großen Festgottesdienst anlässlich des Jubiläumsjahres des beliebten Bischofsvikars: 50 Jahre Priesterweihe und 75. Geburtstag.

 

Zur Homepage der Pfarre Purgstall
  

Foto: Franz Schrittwieder hofft auf ein neues Pfingsten für die Kirche. Im Bild ist der Heilige Geist zu sehen (Symbol des Besuchs von Papst Johannes Paul II. in St. Pölten im Jahr 1998).

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