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ERZDIÖZESE WIEN
Edina Kiss BSc., M.A.
Stephansplatz 6/1/5/554
A - 1010 Wien
T: +43 1 515 52-3309
Weihejahrgang 2026 … Weihe am 10. Oktober 2026 um 15:00 Uhr im Dom
Wir wollten wissen:
a) Deine Lieblingsbibelstelle und Lieblingsheilige/r?
b) Wovon ist meine Spiritualität geprägt? Welche Armut macht mich besonders betroffen? Was sind die Herausforderungen für die Kirche von heute?
a) “Alles vermag ich durch Christus, der mir Kraft gibt” Phil 4,13 & Hl. Judas Thaddäus.
b) Mein tägliches Gebet, die Eucharistiefeier und die Berufung als Ehemann in der Familie. Ich bemühe mich, mich in jeder Form von Armut zu verbessern. Mich trifft es stark und tief, wenn ich heute die spirituelle Armut meiner Umgebung und Kirche sehe. Die Lehre der Kirche heute passend umsetzen. Das Evangelium passend an die Menschen (Kind/Jugend/Ältere) zu erklären.
a) “Amen, ich sage euch: Wer das Reich Gottes nicht so annimmt wie ein Kind, der wird nicht hineinkommen.” (Mk 10,15) & Oskar Romero
b) Aus meiner pfarrlichen Sozialisierung heraus, finde ich meine Spiritualität in der Beziehung zu Gott- dem kontemplativem Gebet - und der Beziehung zu den Menschen – in gelebter Nächstenliebe. Wenn Kinder oder Jugendliche keine Lebensgrundlage haben. Egal ob es an Essen oder an Bildung mangelt. Der Respekt für Andersdenkende; Offenheit für Neues und Altes; Teilhabe am Dienst in der Kirche gleichberechtigt leben
a) „Ich gebe euch ein neues Herz und einen neuen Geist.“ (Ez 36, 26) & Aelred von Rivelaux, Óscar Romero und Madeleine Delbrêl.
b) Geprägt von der Erfahrung, von Gott so geliebt zu sein, wie ich bin. Sie zeigt sich in den Menschen, die er mir zur Seite stellt und im Suchen nach ihm in meinem Alltag, in meiner Umwelt und besonders in meiner Caritasarbeit, in der ich seine Nähe und Gegenwart immer wieder ganz intensiv spüre. Viele Formen von Armut berühren mich, weil sie selten Zufall sind, sondern aus Ungerechtigkeit entstehen und die Würde des Menschen verletzen, der auch keine Chance erhält, sein Leben selbst zu gestalten. Am meisten traurig macht mich jedoch eine Armut, die wir selbst mitverursachen: Der Mangel an Empathie, Wertschätzung und Nächstenliebe – auch in unserer Gesellschaft und manchmal sogar in unseren eigenen Reihen. Und ich weiß, dass auch ich selbst darin nicht frei davon bin. Gerade dort sehe ich meinen Auftrag, nicht wegzusehen, sondern mich berühren zu lassen und entsprechend zu handeln. Die Kirche steht heute vor der Herausforderung, den Kern der Botschaft Jesu nicht nur zu bewahren, sondern glaubwürdig zu leben: Die Liebe zu Gott und zum Nächsten, ganz besonders zu den Menschen am Rand. Dazu braucht es den Mut, Brücken zu bauen – zwischen ihrer aus der Vergangenheit gewachsenen Tradition und den Menschen von heute – und sich ehrlich zu fragen, wo sie diesem Auftrag nicht gerecht wird.
a) “Ich bin bei Euch alle Tage bis zum Ende der Welt” (Mt 28,20) & Hl. Hemma von Gurk, Seliger Franziskus Maria vom Kreuze Jordan
b) Die heilende Begegnung mit Christus als den Salvator, das stärkende Wort der Bibel und die betende Gemeinschaft in der Pfarre lassen mich gemeinsam mit meiner Familie Kirche als Heimat erleben und mitgestalten. Die vielfältige Armut der Menschen, die mir täglich begegnen. Die Not der psychisch Kranken und die Sehnsucht der Eingeschränkten nach einem Leben in Fülle. Die globalen Ungerechtigkeiten und der Hilfeschrei der Schöpfung zwingen mich zu einem enkeltauglichen Lebensstil. Der Sehnsucht der Menschen nach einem “Leben in Fülle” eine adäquate Antwort anbieten zu können. Christus als den Heiland der Welt zu verkündigen, wenn es sein muss auch mit Worten …
a) Die Begegnung mit den Emmausjüngern: “Da gingen ihnen die Augen auf (...). Und sie sagten zueinander: Brannte uns nicht das Herz in der Brust, als er (Jesus) unterwegs mit
uns redete und uns den Sinn der Schrift erschloss?” (Lk 24,13-35) & Hl. Josef von Nazareth: Mich beeindruckt sein tatkräftiges Handeln, so auch seine große Demut.
b) Aus dem Dialog mit Gott, der Eucharistie und ihrer Anbetung und der Erneuerung ausgehend von Medjugorje. Es ist jene Armut, die ich konkret in vielfältigen Formen in meinem Wirkungskreis feststellen muss. Die Zeichen der Zeit zu erkennen und unsere geliebte Kirche als Vermittler von Glaube, Hoffnung und Liebe zu platzieren.
a) Sein Leitwort stammt aus Psalm 31: „In deine Hand lege ich voll Vertrauen meinen Geist.““Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und in wem ich bleibe, der bringt reiche Frucht” (Joh 15,5) & Hl. Mutter Teresa von Kalkutta
b) Von der Liebe zur Gottesmutter Maria, die mir und meiner Familie immer eine treue Fürsprecherin und liebende Mutter war. Besonders betroffen macht mich die geistliche Armut von Menschen, die Gott noch keinen Platz in ihrem Leben gegeben haben und dadurch viele Gnaden, Hoffnung und inneren Frieden entbehren. Eine der großen Herausforderungen der Kirche heute sehe ich darin, sich nicht im Zeitgeist zu verlieren, sondern den Heiligen Geist weiterhin an die erste Stelle zu setzen und aus ihm heraus zu leben und zu handeln.
a) “Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten? Er ist nicht hier, er ist auferstanden!” (Lk 24,5-6) & Hildegard von Bingen
b) Angelehnt an das benediktinische “Ora, labora et lege” suche ich nach einem Gleichgewicht aus Gebet, Schriftlesung und Caritas.
Neben materieller Armut besonders die zunehmende Einsamkeit vieler Menschen. In einer entfremdeten Gesellschaft relevant zu bleiben und mit unserer Heilsbotschaft wahrgenommen zu werden.
a) “Ich weiß Entbehrungen zu ertragen, ich kann im Überfluss leben. In jedes und alles bin ich eingeweiht: in Sattsein und Hungern, Überfluss und Entbehrung. Alles vermag ich durch den, der mich stärkt.” (Phil 4,12-13) & Apostel Thomas
b) Neben dem Dialog mit GOTT und in der Begegnung mit Menschen, auch in der Kreativität und Musik. Körperliche und psychische Krankheit, Einsamkeit, Alter und Demenz. Die spirituelle Vielfalt und die extrem hohe Geschwindigkeit mit der sich die Welt durch Internet, künstlicher Intelligenz und Robotik verändert sowie die zunehmende Oberflächlichkeit und Verrohung großer Teile der Gesellschaft.
a) Hochzeit zu Kana (Joh 2,5) & Hl. Franziskus v. Assisi
b) Ich begegne Gott besonders dort, wo Menschen gemeinsam essen, reden und einander als gleichwertig erleben. Mich macht es nachdenklich und betrübt, dass Armut bei uns im reichen Wien Realität ist und Menschen unmittelbar betrifft.
Was lehrt die Kirche? Lebt sie, was sie sagt?
a) Salus animarum suprema lex est (1. Petr 1,8-9 sinngemäß) & Method und Kyrill
b) Sie ist geprägt von der Suche nach Sinn, Verbundenheit und einer tieferen Wirklichkeit. Neben der materiellen Armut macht mich die Armut im Glauben an einen Schöpfer alles Lebens betroffen. Den Einzelnen für das Evangelium und die darauf beruhende Lebensweise zu begeistern.
a) Psalm 23 & Hl. Thomas von Aquin
b) Von der Begegnung mit Gott im Gebet, in der Liturgie, bei der Schriftlesung und in der Begegnung mit anderen Menschen. Die - unabhängig von Lebensalter und sozialer Schicht - zunehmende Vereinsamung vieler Menschen.
Anpassung an die Gesellschaft des 3. Jahrtausends, ohne dabei fundamentale Glaubensinhalte über Bord zu werfen; die Reformen des 2. Vatikanischen Konzils endlich flächendeckend leben! Gleichberechtigung im Inneren (Klerus vs. Laien, Geschlechter, …)