Donnerstag 16. August 2018
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Spiritualität

Farbtupfer fürs Gesicht der Welt

Plädoyer für Dankbarkeit als Lebenshaltung

Wer offenherzig danken lernt, der sieht mit neuen Augen und entdeckt Dinge, die er bisher nicht wahrgenommen hat.

 

auszubildende in der bäckerei

 

Es ist nicht lange her, da betrat ich in Wien eine Bäckerei, um mir Gebäck zu kaufen. Neben mir in der Warteschlange stand eine junge Frau, die telefonierte und in diesem Augenblick von der Bedienung zum dritten Mal angesprochen wurde, ohne dies zu bemerken. Sie reagierte nicht, einfach, weil sie es nicht hörte. Ich berührte sie am Ärmel und machte sie aufmerksam, dass ihr Gegenüber versuchte, mit ihr zu kommunizieren ... Sie antwortete, wurde bedient, ging weg – ohne ein Wort.

 

Momente der Dankbarkeit 

Die Verkäuferin schenkte mir ein Lächeln und sagte: „Vielen Dank!“ Ein kleiner Augenblick des Wahrgenommen-Werdens brachte ihr Gesicht zum Leuchten. Nachdem sie mich dann bedient hatte, fragte sie mich, ob ich Punkte sammle – wofür weiß ich nicht, aber heute werden ja überall Punkte gesammelt. Ganz spontan antwortete ich: „Nein, aber ich sammle Momente der Dankbarkeit und des Lächelns“. Von ihr kam ein „Ach, wie schön!“ Ein Augen-blick überraschender Freude zwischen uns, eine Begegnung, die mich über viele Tage begleitet hat.

 

Die Farben der Welt 

Wir können wahrnehmen, dass Dank sehr oft mit einem Lächeln verbunden ist. Ja, Dank zaubert der Welt Farbe ins Gesicht, ein wenig mehr Leichtigkeit, Licht. Nicht, was wir einfordern, schenkt uns Leben, sondern, was wir mit offenem Herzen empfangen können, macht uns glücklich. Da hat der Dank auch nicht den Geschmack kühler Höflichkeit – gegen die nichts einzuwenden ist –, sondern er öffnet uns für unsere Umwelt, für den Nächsten. Wer für alles danken kann, der bekommt neue Augen und entdeckt Dinge, die er bisher nicht beachtet hat.

 

Dieser kurze Vorfall und viele solch kleine Augenblicke haben mich achtsamer, hellsichtiger und hellhöriger gemacht für den Dank. Dabei hilft mir auch, mir am Abend Zeit zu nehmen, den Tag unter der Frage anzuschauen: Was ist mir heute geschenkt worden? Wofür möchte ich danken? Den Tag unter diesem Blickwinkel noch einmal an mir vorbeiziehen zu lassen, ihn mir erneut anzueignen und dann Gott zu überlassen, gibt ihm Gewicht, Bedeutung. Und offenbart mir, wie das äußerlich Kleine bedeutsam sein kann. Ich möchte es nicht krampfhaft, sondern treu und spielerisch tun, vertrauend, dass ich unter dem liebenden Blick Gottes lebe.

 

Vielleicht können wir unsere kleine Welt – da wo jede/jeder von uns lebt – in diese Dankbarkeit einschließen, ihr einen kleinen Farbtupfer aufs Gesicht malen? Versuchen wir’s miteinander!

 

 Kl. Sr. Gertrud Veronika

 

Zur Person: Kleine Schwester Gertrud Veronika gehört der Gemeinschaft der Kleinen Schwestern Jesu von Charles de Foucauld an und lebt im Kloster in Regelsbrunn, Niederösterreich.

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