Montag 16. Juli 2018
Canisiuswerk
  • SPIEGELBILD

    der Liebe Gottes

  • SPIEGELBILD

    der Liebe Gottes

  • SPIEGELBILD

    der Liebe Gottes

  • SPIEGELBILD

    der Liebe Gottes

Berufung finden

Sie brauchen Hilfestellung bei der Suche nach Ihrer persönlichen Berufung? Rufen Sie uns an, wir helfen gern!


Ihre Ansprechpartnerin

Mag. Maria Fibich

+43 1 512 51 07-19

E-Mail

Veranstaltungen

Energie für die Seele tanken!
Aus unserem reichhaltigen Angebot wählen Sie hier:





Porträts | Zeugnisse

„Schwester, bitte, hören Sie zu!“

Theresienschwester Aloisia Knapp

Zum Welttag der Kranken am 11. Februar Aloisia Knapp über ihre Erfahrungen nach 33 Jahren im Dienst an Kranken. 

 

Der Puls schlage höher, wenn sie bei festlichen Anlässen mit Stolz und Würde das Schwesternkleid trage, mit dem sie 1977 als Krankenschwester diplomiert habe.

 

Pflege geschehe vorwiegend am Computer

Dr. med. Aloisia KnappUmso mehr protestiert Dr. med. Aloisia Knapp dagegen, „dass es laut Gesetz seit August 2016 die Berufsbezeichnung Krankenschwester nicht mehr gibt“. Als Pflegerin (Pflegeassistentin) müsse die betreffende Person angesprochen werden, „obwohl sie nicht mehr pflegt“. Heute geschehe Pflege „vorwiegend am Computer“.

 

Die Murtalerin aus Teufenbach verbrachte 33 Jahre als Schwester an Krankenbetten, zuletzt als Intensivschwester in Judenburg. „Schwester, bitte, hören Sie mir zu!“ In diesem oft gehörten Satz liege der Wert der Krankenschwester. Als unmittelbare Bezugsperson ziehe sie zum Beispiel den Kranken aus, wasche ihn, auch im Intimbereich. Die größten Nöte und Ängste, auch vor dem Sterben, haben Patienten oft der Schwester anvertraut. Sie sei rund um die Uhr da. Durch die körperliche Berührung öffne sich der Kranke. „Doch man hat die Schwester abmontiert, viele Arbeitsbereiche von ihr abgespalten“, bedauert Schwester Luise. Zum Beispiel tue man so, als ob man heute die „Spiritualität am Krankenbett“ neu entdecke. „Das hat früher alles die Schwester gemacht“, meint Aloisia Knapp, „jetzt soll das alles nicht mehr sein?“ 

KrankenhausAlles im Leben sei ein Geben und Nehmen

Man wolle den Beigeschmack von „Klosterschwester“ abschaffen, werde zugunsten des neuen Titels „Pflegerin“ argumentiert. Knapp dagegen vermutet: „Man will die Nähe zum Patienten nicht mehr.“ Am Computer müsse die (akademische) Pflegerin planen, bewerten und jede Tätigkeit dokumentieren. „Vom Computer kommt nichts zurück“, erinnert Knapp. Alles im Leben sei ein Geben und Nehmen, ein „Spiel der Energie“. Ihr haben die Patienten viel gegeben. Vor 20 Jahren habe man nichts gehört von „Burn-out“ und „Ich kann nicht mehr“. Warum? „Weil so viel von den Patienten zurückgekommen ist.“

 

Mit abgeschlossenem Medizinstudium stieg Knapp „aus dem System aus“ und kündigte, denn: „Wenn man lang genug etwas zulässt, was einem nicht mehr taugt, wird man krank.“ Sie war noch sieben Jahre Referentin in der Gesundheits- und Krankenpflegeschule und ging 2013 in Pension. Auf der Seckauer Hochalm hat sie seit 2007 von Mai bis September 80 Rinder in ihrer Obhut als Halterin. Sie ist „geprüfter Heilpraktiker“ und Master für angewandte Ethik. Seit 15 Jahren leitet sie im Krankenhaus Enzenbach bei Gratwein eine kostenlose Meditationsgruppe mit drei Terminen pro Woche. Und sie ist Präsidentin des Verbandes der Theresienschwestern.

Sonntagsblatt Nr. 5/2017

 

 

CANISIUSWERK

Zentrum für geistliche Berufe

Stephansplatz 6
1010 Wien

Telefon: +43 1 512 51 07
Fax: +43 1 512 51 07 - 12
E-Mail: office@canisius.at
Darstellung:
https://www.canisius.at/