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Porträts | Zeugnisse

Nur wer sich bewegt, wird bewegt

Gerhard Bollardt über seinen Weg zum Ständigen Diakon

Nur wer sich bewegt, wird bewegt. – Antwort, guter Tipp Gottes?

Berufung – was ist das? Und: Bin ich berufen? Als ich im Jahr 2009 die vierjährige Ausbildung zum ständigen Diakon in der Diözese Eisenstadt begann, habe ich diese Fragen sehr lange und sehr oft gestellt. Ich habe Gott im Gebet gefragt, ich habe mich selbst gefragt. Viele Monate lang, immer wieder.

 

Nur wer sich bewegt, wird bewegt 

Was ist Berufung? Bin ich berufen? Woran erkennt man Berufung? Wenigen Auserwählten ist die Gnade geschenkt, den Ruf Gottes so zu hören, wie man die Stimme eines Menschen hört. Ich zähle nicht dazu. Im Gespräch mit geist-lichen Menschen habe ich über mein Fragen gesprochen, aber es war letztlich eine Sache zwischen Gott und mir.

 

Eines Tages war dann ein Satz da. Der Satz: Nur wer sich bewegt, wird bewegt. Dieser Satz war einfach da. Antwort, guter Tipp Gottes?

 

Eigentlich ein sehr logischer und klarer Tipp für einen angehenden Diakon. Diakon kommt aus dem Griechischen und heißt Diener. Wenn man wissen will, ob man zum Diener berufen ist, sollte man nicht (nur) im stillen Kämmerlein darüber nachdenken, sondern die Probe aufs Exempel machen. Bin ich bereit zu dienen?

 

Hilfreich zur Klärung der Berufungsfrage war auch die Unterscheidung zwischen Priester und Diakon am Beispiel des Letzten Abendmahls: Der Priester symbolisiert den Christus der Eucharistie, der Diakon den Christus der Fußwaschung. Als angehender Diakon habe ich mir die Frage gestellt: Bin ich bereit, anderen Menschen – so wie Jesus – die Füße zu waschen? Kann ich ehrlichen Gewissens sagen: Ja, das ist meine Berufung? Stimmt es, wenn ich sage: Jahrzehnte lang habe ich als Journalist gearbeitet, und jetzt folge ich ohne Wenn und Aber dem Ruf, anderen Menschen die Füße zu waschen?

 

Praktikum wird bleibender Dienst

Nur wer sich bewegt, wird bewegt. Im Rahmen der Ausbildung zum Diakon gibt es auch ein Sozialpraktikum. Praktika haben es an sich, dass sie zeitlich begrenzt sind. Meine Sozialpraktika hatten einen Anfang, aber bisher noch kein Ende. Wie es aussieht, werden sie wohl bleibender Dienst sein. Das erste ist der Dienst im Pflegeheim Raiding, wo ich seit zweieinhalb Jahren fast wöchentlich Wortgottesdienst feiere. (Ich wohne in Unterfrauenhaid im Bezirk Oberpullendorf im mittleren Burgenland, als Diakon bin ich in unserem Pfarrverband tätig, der Unterfrauenhaid, Raiding, Ritzing und Lackendorf umfasst.)

 

Berufliche Begabung als Gabe für die Menschen

Das zweite Dauerpraktikum ist die Arbeit mit und für AsylantInnen. Bei uns in Unterfrauenhaid und im nahegelegenen Horitschon leben rund 130 AsylantInnen. Im Herbst 2011 kam die Anfrage der Diakonie Burgenland, ob ich einen zwei- bis dreimonatigen Deutschkurs für etwa 20 AsylantInnen machen würde. Ich habe zugesagt und damit angefangen – aus den projektierten zwei bis drei Monaten sind mittlerweile 17 Monate geworden. Ich unterrichte in drei Kursen montags bis freitags Männer und Frauen aus vielen unterschiedlichen Ländern. Ich fahre mit meinen Schülern zu Ärzten und Behörden. Ich trinke mit ihnen Tee und geh mit ihnen spazieren, ich bin einfach für sie da. Ich versuche, ein Stück Matthäus 25 zu leben: Ich war fremd, und ihr habt mich aufgenommen.

 

Am 24. November 2012 wurde ich im Dom zu Eisenstadt von Diözesanbischof Ägidius Zsifkovics zum ständigen Diakon geweiht und mit der ehrenamtlichen Mitarbeit im Pfarrverband, im Pflegeheim Raiding sowie bei der Betreuung der Flüchtlinge betraut. Bei meiner Weihe waren auch einige meiner Schützlinge aus Afghanistan und Tadschikistan dabei. Muslime, die sich ehrlich mit mir gefreut und mit mir gefeiert haben.

Bin ich berufen? Auch nach meiner Weihe stelle ich diese Frage. Es ist gut, die Frage zu stellen. Es ist schön, Antwort zu bekommen – in meinen Pfarren, im Altersheim, bei meinen Flüchtlingen.

 Gerhard Bollardt

 

Diakon Gerhard Bollardt ist pensionierter Journalist (u. a. „präsent“, „Wochenpresse“, ÖVP-Pressedienst, ORF) und Kuratoriumsmitglied des Canisiuswerkes.

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