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Weltgebetstag 2022

Predigt-Gedanken zum Weltgebetstag

Von Referatsbischof Dr. Hansjörg Hofer

Für den Gottesdienst am Weltgebetstag für geistliche Berufe am 8. Mai benennt Referatsbischof Hansjörg Hofer wichtige Faktoren für das Gelingen geistlicher Berufungen: "Wenn du selber willst, andere dich begleiten und Gott dir hilft, kann eine geistliche Berufung ans Ziel kommen! Predigt-Gedanken zum Download

 

 

Ein berühmter Bildhauer wurde einmal gefragt, wie er es denn mache, dass er so großartige Kunstwerke schaffen könne: Gestalten aus Marmor, die fast zu leben scheinen?! - Er antwortete: „Bevor ich an die Arbeit gehe, habe ich im Kopf schon eine Idee, eine Vorstellung, einen Plan von der Figur. Und dann tue ich eigentlich nichts Besonderes mehr. Ich meißle nur Stück um Stück vom Marmorblock weg, bis die Statue in ihrer Gestalt vollendet ist!“

 

Der Weltgebetstag um geistliche Berufe steht heuer unter dem Motto „Werde, wer du sein kannst!“ Wie der Steinmetz für jede seiner Skulpturen eine Idee im Kopf hat, so hat auch Gott als Schöpfer für jeden Menschen einen Plan und eine Vorstellung. Das heißt, er legt in jeden Menschen alles hinein, was er braucht, um sich als Individuum, Person und Original so entwickeln zu können, dass sein Leben bestmöglich gelingt und ein erfülltes Leben werden kann. Die DNA des Menschen ist also auf „Glück und Erfüllung“ angelegt!

 

Die Berufung des Menschen besteht nun darin, diese göttliche DNA – eben Gottes Idee und Plan – zu erspüren, um das herauszufinden, was Gott für ihn will und ER mit jedem Menschen vorhat!

 

Was uns dabei alle verbindet, ist unsere Berufung zum Leben! Denn Gott hat alle Menschen zum Leben berufen. Und er will, dass unser Leben gelingt, das heißt, dass wir unser Leben entfalten und so unser Glück finden.

 

Gott hat uns aber auch zum Christsein berufen! Deswegen ist er Mensch geworden, um uns den Weg zur „Fülle des Lebens“ (Joh 10,10) zu zeigen.

Die allermeisten hat Gott wohl zur Ehe berufen, dass sie als Mann und Frau Freude aneinander haben, sich gegenseitig ergänzen und als Vater und Mutter Kindern das Leben schenken und so den Schöpfungswillen Gottes weiterführen.

Andere sind für ganz spezielle Aufgaben in der Welt, in der Gesellschaft, im Zusammenleben der Menschen usw. berufen.

 

Neben all den erwähnten und möglichen Berufungen gibt es aber auch die Berufung zu einem geistlichen Beruf in der Kirche als Priester, Diakon oder Ordenschrist bzw. Ordenschristin. Und auch hier gilt: „Werde, wer du sein kannst! Entfalte, was Gott an Möglichkeiten in dich hineingelegt hat! Entdecke und lebe deine geistliche und kirchliche DNA!“

 

Wenn ein Mensch den Ruf Christi zu einem geistlichen oder kirchlichen Beruf spürt und bereit ist, sich ernsthaft darauf einzulassen, dann begibt er sich damit auf einen ganz speziellen Weg. Damit er diesen Weg gut, das heißt gezielt, bereitwillig und vor allem mit innerer Freude gehen und hoffentlich auch sein Ziel erreichen kann, ist es notwendig, behutsam Folgendes zu tun: erstens wirklich selber zu wollen, zweitens sich von anderen helfen zu lassen und drittens fest auf Gott zu vertrauen!

 

Selber wollen!

Das klingt so selbstverständlich, doch einfach ist das allemal nicht! Denn Gottes Rufen und Klopfen ist meist nicht laut und aufdringlich. Da gibt es neben deutlichen Signalen auch Durststrecken, die an der Berufung zweifeln lassen und nur allzu leicht in eine Sackgasse und Krise führen können.

 

Selber wollen, heißt aber auch, klug, treu und zielbewusst handeln. Das heißt, wenn jemand den Ruf Gottes vernommen hat, seine Berufung aber noch auf zarten Füssen steht, darf er sich nicht zu weit hinauslehnen, sondern vielmehr in Ruhe die Berufung reifen und wachsen lassen, sonst gerät er in Gefahr, dass seine Berufung unter Umständen verlorengeht.

 

Gebet: Verantwortung aller

Wer seine Berufung konsequent lebt, tut gut daran, sich zweitens auch von andern helfen zu lassen, denn allein, ganz auf sich selbst gestellt, wird der Weg zu schwer werden. – Und genau an diesem Punkt liegt bzw. beginnt unser aller Verantwortung um geistliche Berufe! Denn wir alle können den Berufenen helfen, dass sie ihr Ziel erreichen.

 

Wir können und sollen einmal um neue Berufungen beten und jene, die sich schon auf den Weg gemacht haben, mit unserem Gebet begleiten. Sagen wir ihnen auch, dass wir uns freuen, dass sie Priester, Diakon, Ordensschwester usw. werden wollen! Das gibt ihnen neue Motivation und vor allem auch Freude! Und haben wir auch Mut, junge Leute auf einen geistlichen Beruf anzusprechen!

 

Tiefe Verbundenheit mit Gott

Und drittens brauchen alle Berufenen sehr viel Gottvertrauen, d.h. die feste Zuversicht, dass Gott sie nicht hängen und im Stich lässt. Denn ER ist es ja, der ganz konkrete Menschen in seine besondere Nachfolge ruft. Deswegen wird ER ihnen auch beistehen.

 

Die Berufenen aber sollten wissen, dass sie nur aus einer tiefen Verbundenheit mit Gott heraus Priester, Diakon, geistliche Schwester oder Ordenschrist sein können. Eine herzhafte, ganz persönliche Freundschaft mit Jesus ist darum die Basis und das Fundament einer jeden geistlichen und kirchlichen Berufung!

 

„Werde, wer du sein kannst!“ So lautet das Motto des heurigen Weltgebetstages. „Werde“, das heißt: Wenn du selber willst, andere dich begleiten und Gott dir hilft, kann eine geistliche Berufung ans Ziel kommen!

 

„Wer du sein kannst“, deutet an, dass es auch an uns liegt, die von Gott geschenkte Berufung zur Entfaltung zu bringen! Wir alle würden staunen, was Gott aus einem Menschen machen kann, wenn sich der Mensch IHM ganz öffnet!

Und ein Letztes noch: Wir sind nie fertig, so zu werden, wie uns Gott in seiner Vorsehung und Liebe haben möchte. Doch im Vertrauen auf IHN können wir mehr und mehr zu jener Person heranreifen, die er uns schon immer zugedacht hat. Gepriesen sei ER in Ewigkeit!

 

Weihbischof Dr. Hansjörg Hofer

Referatsbischof für Berufungspastoral

Stichwort: Weltgebetstag

Um das Thema „Berufung“ wachzuhalten, begeht die Kirche seit 1964 jeweils am

4. Sonntag der Osterzeit den Weltgebetstag für geistliche Berufungen. Der Vatikan veröffentlicht dazu meist eine Botschaft des Papstes. Für Österreich gibt das Canisiuswerk jährlich Unterlagen und Anregungen heraus.

 

Im Sinne von Mt 9,38 „Bittet den Herrn der Ernte“ beten wir um guten und ausreichenden Nachwuchs in den verschiedenen geistlichen und kirchlichen Berufen und Berufungen.

 

Wir erinnern uns aber auch daran, dass alle Christen Berufene sind, und mit ihrem Leben der in Taufe und Firmung grundgelegten Berufung zum gemeinsamen Priestertum Ausdruck geben sollen. Eine Antwort auf Gottes Ruf.

 

Deswegen initiiert das Canisiuswerk während des gesamten Jahres Impulse und Aktivitäten in der Berufungspastoral.

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