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Portraits | Zeugnisse

Ich gebe für mich Kostbareres als Geld

Ein Glaubenszeugnis von Daniel Seper

Der Liturgiewissenschaftler Daniel Seper, Mitglied der Redaktion "miteinander", leitet die Pfarrcaritas in Ziersdorf im Weinviertel. Durch den karitativen Dienst sieht er auch die Feier des Gottesdienstes mit anderen Augen. Von Sandra Lobnig für DER SONNTAG

 

Eigentlich hatte Daniel Seper vor, sich als Lektor oder Kommunionspender in der Pfarre seines neuen Heimatortes Ziersdorf einzubringen. Denn seine Leidenschaft ist die Liturgie. Damit, dass er innerhalb kürzester Zeit Leiter der örtlichen Pfarrcaritas werden würde, hat der 35-Jährige nicht gerechnet.

 

Daniel, wie bist du zur Caritas gekommen?

Ich bin 2017 mit meiner Familie von Wien nach Ziersdorf gezogen und dort regelmäßig in den Gottesdienst gegangen. Als junger Mann fällt man da auf. Irgendwann hat mich der damalige Leiter der Pfarrcaritas angesprochen und gefragt, ob ich mich auch bei der Caritas engagieren will. Weil ich jemand bin, dem es schwerfällt, nein zu sagen, habe ich – etwas blauäugig – zugesagt.

 

Mittlerweile leitest du die Pfarrcaritas.

Nach einem Jahr, in dem ich mir alle Projekte anschauen konnte, wurde ich gefragt, ob ich nicht die Leitung übernehmen möchte. Ich habe das mit meiner Frau besprochen und schließlich – im Rückblick wieder etwas blauäugig – zugesagt. Es ist nämlich ganz schön viel Arbeit.

 

Wie zeitaufwendig ist dein Dienst?

Die Zeit von Herbst bis Weihnachten ist sehr intensiv, dann wird es lockerer. Es ist so: Früher ist es mir relativ leichtgefallen, Geld an die Caritas zu spenden. Als berufstätiger Familienvater gebe ich jetzt etwas, das mir viel kostbarer ist als Geld, nämlich meine Zeit. Das ist mein Einsatz.

 

Was macht die Pfarrcaritas in einer Landpfarre wie Ziersdorf?

Wir haben mehrere Standbeine. Einerseits sammeln wir Spenden, die Menschen in Ziersdorf zu Gute kommen. Familien, die durch einen Schicksalsschlag etwa den Vater oder die Mutter verloren haben, lassen wir unbürokratisch einen Geldbetrag zukommen. Es gibt auch einen Besuchsdienst. Und im Sommer hatten wir die ‚Sommerfrische im Pfarrgarten‘, bei der Menschen zu Kaffee und Mehlspeisen in den Pfarrgarten kommen konnten. Das wurde gut angenommen, von den typischen Pfarrangehörigen, aber auch von denen, die sonst nicht in die Pfarre kommen. Und dann gibt es einen Hofladen, in dem wir mit Menschen mit Handicaps regionale und selbst hergestellte Produkte verkaufen.

 

Welche Aktionen der Pfarrcaritas bewegen dich besonders?

Einmal im Jahr gibt es die Le+O-Sammlung, bei der wir uns vor die zwei Lebensmittelgeschäfte in Ziersdorf stellen und die Leute bitten, länger haltbare Lebensmittel für uns mitzukaufen. Manche sagen dazu gar nichts, andere erklären, warum sie nichts kaufen werden, andere spenden. Diese Erfahrung ist immer sehr einprägsam. Sie lässt mich etwas nachvollziehen, wie es jemandem gehen muss, der auf der Straße sitzt und betteln muss.

 

Du bist Liturgiewissenschaftler und etwas unverhofft zur Caritas gekommen. Liturgie und Caritas, dazu die Verkündigung: Das sind drei kirchliche Grundvollzüge, die zusammengehören. Erlebst du das tatsächlich so?

Seit ich bei der Pfarrcaritas bin, merke ich, dass der Gottesdienst nicht nur in der Kirche stattfindet, sondern auch außerhalb der Kirchentüren – als ‚Nächstendienst‘ – weitergeht. Die Liturgie hat eine verwandelnde Kraft. Früher bin ich quasi mit einer liturgischen Brille in die Messe gegangen, jetzt trage ich auch eine karitative Brille und verstehe so manche biblische Lesung ganz neu und sehe die Fürbitten oder die Kollekte mit ganz anderen Augen. Als Lektor, der ich auch bin, aber auch als Lehrer wirke ich darüber hinaus an der Verkündigung mit.

Sandra Lobnig

für DER SONNTAG

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