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Portraits | Zeugnisse

Gott verwandelt mein Klagen in Tanzen

Ein beruflicher Auftrag führte Eva Voglhuber ins Kloster

Als Kunsthistorikerin arbeitete Eva Voglhuber über 20 Jahre im Bereich des kirchlichen Kulturgutes. Bis ein Auftrag sie für „Kloster auf Zeit“ in die kontemplative Gemeinschaft der Salesianerinnen in Wien führte. Nicht ohne ihr Leben nachhaltig zu verändern, wie sie für die Serie Berufungsg'schichten des Quo vadis? in Kooperation mit dem Canisiuswerk erzählt.

 

Postulantin Eva Voglhuber in der Klosterkirche

 

Firmung als Auslöser

Es gab keine plötzliche Berufung, die mich zum geistlichen Leben ins Kloster gebracht hat. Nur bin ich mir sicher, dass meine Firmung 2016 auf dem Sonntagberg den Heiligen Geist in mir so erweckt hat, dass alles ins Rollen kam − ich war bereits 50 Jahre alt. Vor der Firmung habe ich am Sonntagberg an der Neugestaltung der Schatzkammer gearbeitet. Beruflich war ich als Kunsthistorikerin in den Diözesen Linz und St. Pölten im Bereich des kirchlichen Kulturgutes über 20 Jahre tätig. Dabei wurden die kirchlichen Textilien, die Paramente, zu einem Schwerpunktthema. Als dann recht unmittelbar nach der Firmung die Anfrage zur Mitarbeit am Jubiläumsbuch der Salesianerinnen in Wien kam, begann – ohne mein Wissen – der Weg ins Kloster. Durch meine Tätigkeit war ich in vielen Klöstern Gast, arbeitete dort und hatte persönliche wunderbare Begegnungen. Nie kam ich aber auf die Idee, selbst irgendwo zu bleiben.

 

Das Kloster in Wien war mir unbekannt, erst beim Autorentreffen lernte ich es kennen. Dadurch, dass ich für den Artikel alle textilen Objekte durchschauen musste, ergab sich „Kloster auf Zeit“ – mit Teilnahme am gemeinsamen Chorgebet und dem Leben der Schwestern. Ich begann mich hier wohlzufühlen und kam immer öfter und immer wieder. Es waren wohl das Chorgebet und die erfüllenden Gespräche mit den mich begleitenden Schwestern, die mich veränderten und mich mehr und mehr für Gott öffneten. So begann das Auf und Ab ins Kloster zu wollen oder doch nicht mit allen Emotionen. Bis es mir irgendwann gegen Ende 2018 klar wurde, dass ich kommen und bleiben möchte. Nachdem mit der Gemeinschaft der Salesianerinnen in Wien der Beginn des Aspirantats mit 6.1.2019 festgesetzt wurde, begann die Zeit der Gespräche mit allen, die in meinem Leben wichtig waren. Wieder kamen Prüfungen und schwierige Situationen, die Zweifel ob der Richtigkeit des Weges. Die „Vernünftigkeit“ des Entschlusses wurden infrage gestellt. Die Reaktionen auf mein Vorhaben, ins Kloster zu gehen, brachten mich ins Wanken, ins Überlegen und auch in Zweifel. Dennoch blieb ich standhaft auf dem Weg. Innere Kämpfe unterschiedlichster Form gab es noch länger, nun nach neun Monaten im Postulat löste sich das alles auf.

 

Innerer Friede und Sicherheit stellten sich ein

Auch, dass Gott mich in eine kontemplative Gemeinschaft gerufen hat, ist für mich wirklich richtig. In dieser Lebensform ist sehr viel Raum für die Pflege der Beziehung zu Gott als Lebensbegleiter und Wegweiser. Gott zeigt sich im Gebet, in Begebenheiten, in alltäglichen Dingen, er findet sich im Schweigen, in der Stille. Mein Leben hat dadurch unglaublich viel Bereicherung erfahren. Die Qualität des Daseins – mit Wenig auszukommen und dennoch erfüllt zu sein, Frieden und Freude zu erfahren – erfüllt mich mit großer Dankbarkeit. Ich kann nicht aufhören zu staunen, dass Gott gerade mich aus dem weltlichen Leben herausgeholt und mir damit eine ganz neue Chance und Lebensqualität gegeben hat. Er hat mein Klagen in Tanzen verwandelt. Darum singt dir mein Herz und will nicht verstummen. Herr, mein Gott, ich will dir danken in Ewigkeit. So steht es in Psalm 30, einem meiner Lieblingspsalmen, der diese Lebensqualität sehr präzise ausdrückt.

 

Mit beginnendem Noviziat im Jänner 2022 freue ich mich auf zwei weitere Jahre des Lernens und Vorwärtsschreitens im geistlichen Leben, das sich als der spannendste Teil meines ganzen Lebens entwickelt hat.

Postulantin Mag. Eva Voglhuber

 

Kloster der Salesianerinnen und ihre Angebote

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