Veranstaltungen

Energie für die Seele tanken!
Aus unserem reichhaltigen Angebot wählen Sie hier:





Danke, Bischof Johann Weber!

13 Jahre war er Präsident des Canisiuswerks

Bischof Johann Weber war von 1984 bis 1997 Präsident des Canisiuswerks. Den Nährboden für Priesterberufungen sah er in einem lebendigen Glaubensleben.

Auch als langjährigem Referatsbischof für die Priesterseminare waren ihm Priesterberufungen ein wichtiges Anliegen. Er wies wiederholt darauf hin, dass Priesterberufungen nur dort wachsen können, wo ein lebendiges Glaubensleben den entsprechenden "Nährboden" bietet. Im Magazin "miteinander" des Canisiuswerkes teilte er dazu oft seine Gedanken, aber auch jene zum Beispiel zum Älter-Werden.

 

Das Canisiuswerk dankt für diese 13 Jahre des Miteinander, Gott möge ihm all das Gute in der Ewigen Heimat bei ihm vergelten!

 

 

Die Diözese Graz-Seckau und mit ihr die österreichische Kirche trauert um Bischof Johann Weber. Der langjährige Grazer Diözesanbischof und frühere Vorsitzende der Österreichischen Bischofskonferenz ist am 23. Mai im 94. Lebensjahr in Graz verstorben.

 

Der von 1969 bis 2001 amtierende Bischof von Graz war wichtiger Gestalter und Impulsgeber für die Kirche in Österreich. Der oft als "Volksbischof" bezeichnete Weber stellte in vielen Bereichen der Seelsorge die Weichen neu.

 

Zuletzt lebte er in einem Alten- und Pflegeheim der steirischen Landeshauptstadt und feierte noch vergangenen Herbst sein 50-jähriges Bischofsjubiläum. Das Requiem für den verstorbenen Grazer Altbischof wird am Mittwoch, 3. Juni, um 13.15 Uhr im Grazer Dom gefeiert. Im Anschluss findet die Beisetzung in der Bischofsgruft des Doms statt. Am Dienstag, 2. Juni, ist Bischof Weber von 9 bis 18 Uhr im Grazer Dom aufgebahrt, damit die Bevölkerung von ihm Abschied nehmen kann.

Quelle: Kathpress 

 

Wenn du jung bist, denke ruhig ans Altwerden

Gedanken von Altbischof Johann Weber

Aus: miteinander April 2007

 

Irgendwie ist mir etwas seltsam zu Mute: Da war ich immer wieder einmal der Jüngste – bei meinen Geschwistern, in der Schulklasse, im Weihejahrgang, als Grazer Pfarrer und dann eine Zeitlang bei den Bischöfen. Ja, und jetzt bin ich der „Senior“, oder wie man halt sonst verzierend sagt, denn offenbar gibt es eine Scheu, ganz schlicht von den Alten zu reden. Da meine ich, dass es am besten ist, wenn man es ruhig zur Kenntnis nimmt, mitunter auch davon redet – freilich gibt es den koketten Kniff, beim Reden vom eigenen Alter dringend zu hoffen, dass alle beteuern, wie jugendlich ja noch mein Aussehen sei.

 

Schon lange, bevor ich selber alt geworden bin, hatte ich viel mit Alten zu tun – von meinen Eltern angefangen, da ich ein Nachzügler bin, dann bei Priesterbegräbnissen, bei Besuchen in Schwesternkonventen und so. Und überhaupt – ist das Kirchenpersonal schlicht überaltert? Die Statistiken und Prognosen scheinen das zu bestätigen.

 

Doch ich denke, entscheidender ist es, wie wir selber damit umgehen: Liebe Zwanzig-/Dreißigjährige: Das Altwerden kommt nicht irgendwann später einmal dazu, sondern es ist schon da, und du sollst dich nicht missmutig fühlen, wie bei einem Tischgenossen, den du eigentlich nicht magst und auf keinen Fall jetzt schon erwartet hast. Vielmehr: Auch als junger Mensch richte ich sozusagen schon jetzt das Zimmer her, damit sich das Alter in meinem Lebenshaus gut niederlassen kann.

 

Ich halte das Altwerden für das spannendste Ereignis des Lebens. Warum? Weil dann nichts mehr kommt – Als Kinder sagten wir alle: „Wenn ich einmal groß bin …“ Und dann ein Leben lang denke ich an das, was kommen könnte, was besser werden könnte, auch was ich befürchte. Jetzt aber ist offenbar nichts mehr vor mir.

 

Und das geht uns in den geistlichen Berufen besonders an. Ach, sagen wir nicht zu schnell, dass wir gefasst, in Erwartung der Auferstehung ein gutes Beispiel geben oder es wenigstens geben sollten, nachdem wir es so oft gesagt, gepredigt und – mit Trostworten versehen – weitergegeben haben. Niemand von uns – ob männlich oder weiblich, ob infuliert oder Fußvolk – läuft als patentierter Heiliger herum. Und die Leute kennen sich bald mit uns aus, vor allem die Kinder und Jugendlichen, und würdevolle, alles lösende Sprüche mögen sie schon gar nicht.

 

Sie mögen eher, wenn ich es gar nicht verstecken will, dass mich das Altwerden, Kranksein, Sterben schon auch mit einer Portion Angst erfüllt, wie alt immer ich bin. Und dass „Gottvertrauen“, das auch uns leicht von den Lippen geht, zugleich eine existentielle Zähigkeit braucht, es warm zu halten, die dazugehörige Demut zu suchen, Schweigen zu üben.

 

Vielleicht wurde weithin in der ganzen Kirchengeschichte selten so viel über die Seelsorge nachgedacht, in ihr versucht, auch an ihr gelitten. Und was drückt sich in den Zahlen aus, die wir beinahe in jeder Pfarre mit einigem Schrecken erleben? Was wir aber dabei nicht genug bedenken und mit Demut anschauen könnten, das sind die innere Verfasstheit, die Hoffnung und die Angst, die nicht nur „die Menschen draußen“ bewegen, sondern ebenso uns selber. Es kommt nun keine Liste praktischer Ratschläge, ich hab sie einfach nicht. Nur, sozusagen ein Gedanke, ein Gruß an alle und da wiederum in besonderer Weise an jene, die mit Weihe, mit Kloster zu tun haben:

 

Ich weiß, wovon ich rede und ich schicke allen ein Lächeln:

Nicht fürchten vor dem Altwerden und zugleich mit der Angst rechnen!

Und bemühen, das zu sein, was ich bin.

Aufgeklebte Würde, eingelernte Munterkeit, gebügelte Reden –

ich weiß nicht, was das soll.

Vielmehr denke ich: Gott weiß,

was wir brauchen, ehe wir ihn bitten – so steht es in der Bergpredigt.

Und das könnte genügen.

 

Bischof Johann Weber

 

miteinander-Beitrag zum Download 

 

CANISIUSWERK
Zentrum für geistliche Berufe

Stephansplatz 6
1010 Wien

Telefon: +43 1 516 11 1500
E-Mail: office@canisius.at
Darstellung: