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Seelsorge auf Augenhöhe

50 Jahre Ständiger Diakonat in Österreich

1969 wurde in Vorarlberg der erste Ständige Diakon Österreichs geweiht: für den Sprecher der ARGE Diakone, Franz Ferstl, offensiv für eine größere Wertschätzung einzutreten.

Franz Ferstl

Knapp 750 Ständige Diakone wirken aktuell in Österreich. Wo sehen Sie Meilensteine dieser Entwicklung?

Franz Ferstl: Der Ständige Diakonat hat in jeder Diözese seine Verankerung gefunden. Seit der ersten Österreichischen Rahmenordnung 1988 wurde die mehrjährige Ausbildung ständig verbessert. Mit der 2010 überarbeiteten Rahmenordnung gelten einheitliche Aufnahmekriterien und Ausbildungsstandards. Meist liegt die Ausbildungsleitung heute in der Hand von Diakonen. Jede Diözese hat einen gewählten Sprecher und eine gewählte Vertreterin der Ehefrauen der Diakone. Die Arbeitsgruppe der Sprecher (ARGE Diakone Österreichs) vertritt mit dem Referatsbischof die Anliegen der Diakone. Ein besonderes Geschenk an die Kirche ist die große Zahl an Berufungen.

 

Worin liegt für die Kirche der Mehrwert diakonalen Wirkens der Ständigen Diakone?

Da sind die doppelte Sakramentalität, die Familien-, Berufs- und pastorale Kompetenz sowie die Ehrenamtlichkeit zu nennen. 90 Prozent der Diakone sind verheiratet. Sie erleben Weihe und Ehe als sich gegenseitig bereichernd. Meist tragen die Ehefrauen die diakonalen Dienste mit. Neben der Familienerfahrung haben 85 Prozent Berufskompetenz aus einem Zivilberuf, der ihre sozial-pastoralen Fähigkeiten für ein menschenwürdiges Arbeitsklima fordert. Zudem bringen 60 Prozent durch den Beruf Leitungskompetenz mit. Diakone sind Berufene, die sich Gott überlassen, vier Jahre Ausbildung auf sich nehmen, sich größtenteils ehrenamtlich in den Dienst der Menschen, besonders von Alten, Kranken, Behinderten und Notleidenden, stellen. Diese pastorale Nähe schätzen die Menschen.

 

Was sehen Sie als Herausforderung in Bezug auf die Identität des Diakons?

Wünschenswert wäre, die Kandidaten noch stärker auf die Praxis hin als Lebensbegleiter vorzubereiten und dass Diakone noch mehr in ihre diakonale Identität hineinwachsen können. Dass sie sich nicht in Rollen drängen und überfordern lassen, um Erwartungen der Gemeinden, der Pfarrer zu erfüllen oder weil die Not in der Pfarre groß ist. Ein Plus der Großgemeinden, wo ein Priester zuständig sein muss, könnte sein, dass der Diakon in Freiheit wirklich Diakon sein kann.

 

Haben Sie Wünsche an die Kirchenleitung?

Ich würde mir wünschen, dass das Potenzial der Diakone wirklich aufgegriffen wird, dass man ihren Weg, den das Konzil zugelassen hat, und ihren Dienst wirklich wertschätzt. Wir sind da mit den Bischöfen gut im Gespräch. Ein zweiter Wunsch betrifft die Dispensregelungen für verwitwete Diakone: Gab es früher fünf Ausnahmen für eine Wiederverheiratung, sind es jetzt zwei. Manch Betroffene wurden noch zu damaligen Bedingungen geweiht. Der Referatsbischof hat dieses Anliegen mit nach Rom genommen. Und was die Weihe von Frauen betrifft, ist derzeit alles offen. Ich glaube, die Kirche verzichtet hier auf sehr viel Kapital.

 

Jubiläumsjahr: 50 Jahre Ständiger Diakonat

Den Auftakt zum Jubiläumsjahr bildet die 20. Österreichtagung der Diakone von 11. bis 13. Oktober in Wiener Neustadt. Auf der Tagung, an der auch Referatsbischof Anton Leichtfried teilnehmen wird, soll u. a. das Buch Im Dienst der Zuversicht von Franz Ferstl vorgestellt werden. Auch ein Symposium ist geplant, die Diözesen bereiten Veranstaltungen vor.

Das Interview führte Maria Fibich.

 

Buch zum Jubiläum: Franz Ferstl, unter Mitarbeit von Franz Weber: Im Dienst der Zuversicht. Das Amt des Diakons. Entwicklungen – Erfahrungen – Perspektiven, 200 Seiten, Tyrolia, € 19,95, erscheint im Oktober.

 

Herzliche Einladung zur Buchpräsentation am 16. Okotber, 18.30 Uhr, Tyrolia Buch Wien, Stephansplatz 5, 1010 Wien

 

Webtipp: www.diakon.at

 

 

Diakon Franz Muhr, Gefängnisseelsorger, im miteinander-Porträt

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