Sonntag 19. November 2017
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Jahr der Barmherzigkeit

„Mutter der Barmherzigkeit“

Ein Beitrag über Maria von Raphaela Pallin

Die Nähe Marias zu suchen, empfiehlt uns Papst Franziskus zum „Jubiläum der Barmherzigkeit“. Was ist Barmherzigkeit – und wie ist sie im Leben Marias zu entdecken?

MarienikoneMaria – „Mutter der Barmherzigkeit“

„Ihr liebevoller Blick begleite uns durch dieses Heilige Jahr, damit wir alle die Freude der Zärtlichkeit Gottes wiederentdecken können. Kein anderer hat so wie Maria die Tiefe des Geheimnisses der Menschwerdung Gottes kennengelernt. Ihr ganzes Leben war geprägt von der Gegenwart der fleischgewordenen Barmherzigkeit.“ (Verkündigungsbulle Misericordiae vultus)

 

Eigenschaft der Liebe

Gottes Wesen ist die Liebe – in der dreipersonalen Einheit von Vater, Sohn und Geist. Diese Liebe Gottes ist der Urgrund der Schöpfung in ihrer Entwicklung, jedes Lebewesens, jedes Menschen. Selbst dort, wo ein Mensch das Vertrauen in Gott aufgegeben und sich von Gott abgewandt hat, hört diese Liebe Gottes nicht auf: Gott wird seinem „gefallenen Geschöpf“ mehr als „gerecht“, bietet ihm seine barmherzige Liebe an. Barmherzigkeit ist die Eigenschaft der Liebe Gottes, in vollkommener Gerechtigkeit den sündigen Menschen dennoch weiter zu lieben, ihm Umkehr und neues Leben zu eröffnen.

 

Lateinisch heißt Barmherzigkeit misericordia – von „miseri cor dare“, „den Armen/Elenden das Herz geben“. Sie ist nicht ein Gefühl des Mitleids, sondern eine Eigenschaft der Liebe, die sich der Elenden erinnert, ihre Situation zutiefst erkennt und ihre Not wenden will in der helfenden Tat. Denn biblisch ist das Herz nicht Sitz der Gefühle, sondern der Erinnerung, der erkennenden Vernunft und des Willens. Barmherzigkeit als Eigenschaft menschlicher Liebe ist eine Tugend, die erbeten, errungen, geübt und in der Tat immer neu erwiesen sein will.

 

Schutzraum neuen Lebens

Noch tiefer führt das hebräische Wort für Barmherzigkeit: rachamim, Mehrzahl von rechem „Gebärmutter“, von cham „Wärme“ her. Denn „Mutterschoß“ ist nicht ein Gefühl, sondern ein schützender Raum, eine Brutstätte, das einzige menschliche Organ, in dem neues Leben entstehen, wachsen und reifen kann. Barmherzigkeit ist die Liebe, die schützenden Raum gibt, in der Leben neu werden kann. Von daher ist Jesu Wort in Joh 3,7 zu verstehen: „Ihr müsst von neuem geboren werden.“ In der Gnade der Umkehrtaufe und im Wirken des Heiligen Geistes ist dem Menschen Gottes Reich eröffnet durch Gottes Barmherzigkeit, die neues, ewiges Leben schenkt.

 

Diese Barmherzigkeit Gottes ist in Jesus Christus Mensch geworden: hörbar, sichtbar, angreifbar. Maria, die Jungfrau, gibt in der Verkündigung durch den Engel diesem Wirken Gottes in ihrem Leben Raum: „Mir möge geschehen nach deinem Wort!“ Zur Mutter geworden, preist sie Gott, der „barmherzig ist für alle Geschlechter“ und „an seine Barmherzigkeit denkt, die er … verheißen hat … auf ewig“.

 

Beistand mütterlicher Liebe

Nicht nur im Lobpreis Gottes und in der menschlichen Mutterschaft für den „Sohn Gottes“ gibt Maria dieser Barmherzigkeit Raum, sondern auch, indem sie sich ganz für das Erlösungswerk Gottes an allen Menschen zur Verfügung stellt, es mitträgt und begleitet. Sie „bewahrt“, was geschieht, „in ihrem Herzen“ – erinnernd, erwägend, erkennend, wohl-wollend, bereit zum Beistand der Liebe, wo er gebraucht wird: Wo Menschen der Wein der Freude ausgegangen ist. Wo es gilt, Jesu Weisungen zu hören und zu folgen. Wo der Wille Gottes zu suchen und zu erfüllen ist. Wo nur mehr Beistand in Leid und Schmerz möglich ist – bis hinein in den Tod. Wo es das Schweigen Gottes auszuhalten gilt in der „Torheit“ der vertrauenden Liebe: „Er denkt an sein Erbarmen …!“ Wo der Auferstandene an uns den Dienst des Trösters tun will, um unsere Freude zu sein. Wo der Geist Gottes neues Leben weckt: im Erinnern, Erkennen, Annehmen und Weitergeben der Barmherzigkeit Gottes.

Darin ist Maria auch uns „bergender Raum“, Mutter der Gnade – in der betenden Gemeinschaft mit ihr schenkt uns Gottes „mütterliche Barmherzigkeit“, im Glauben an Jesus Christus „neu geboren zu werden aus Wasser und Geist“.

Raphaela Pallin

Quelle: Pfarrnachrichten St. Josef-Reinlgasse

 

Dr. Raphaela Pallin studierte in Wien, Salamanca und Rom und ist als Theologin und Pastoralassistentin im Vikariat Nord der Erzdiözese Wien tätig.

 

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die Regungen Deiner Seele,

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in Deinem kostbaren Leben.

 

 Johannes Lieder

 

Johannes Lieder, Auf Schatzsuche © Echter Verlag, Würzburg 2012, S. 24.

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