Canisiuswerk

Berufung finden

Sie brauchen Hilfestellung bei der Suche nach Ihrer persönlichen Berufung? Rufen Sie uns an, wir helfen gern!


Ihre Ansprechpartnerin

Mag. Maria Fibich

+43 1 512 51 07-19

E-Mail

Veranstaltungen

Energie für die Seele tanken!
Aus unserem reichhaltigen Angebot wählen Sie hier:





Berufung

Lebenszufriedenheit von Ordensfrauen

Sr. Dr. Maria Clara Kreis bei Zukunftswerkstatt

Sr. Dr. Maria Clara Kreis stellte Untersuchung “Life Satisfaction Scale for Apostolic Women Religious (LSSAWR)“ zur Lebenszufriedenheit von Ordensfrauen in den USA vor.

Die gebürtige Deutsche Dr. Maria Clara Kreis war als Gastreferentin bei der Zukunftswerkstatt der Ordensentwicklung in Wien. Sie ist Mainzer Schwester von der Göttlichen Vorsehung und arbeitet als Forscherin an der Duquesne University (Pittsburgh, PA). Ihre Untersuchung “Life Satisfaction Scale for Apostolic Women Religious (LSSAWR)“ beschäftigt sich mit der Lebenszufriedenheit von Ordensfrauen in den USA.

 

Sr. Kreis, Sie haben als Doktorarbeit eine Untersuchung zum Thema „Zufriedenheit“ mit Ordensfrauen in den USA gemacht. Wie schaut nun die Zufriedenheit aus?

Sr. Kreis: Mir ging es weniger darum nachzuforschen, wo es Probleme gibt, sondern mehr darum, die Ordensgemeinschaften positiv zu bestätigen. Ich möchte ihnen helfen, herauszufinden, wo läuft es gut und wo sind die positiven Überraschungen zu finden. Darauf liegt der Fokus. Aber natürlich möchte ich auch aufspüren, wo es Herausforderungen gibt, denen man sich stellen muss und will.

 

Das Ziel war, den LSSAWR-Fragebogen als Material zur Verfügung zu stellen und damit ein Instrument zu schaffen, das für Ordensfrauen persönlich und gemeinschaftlich Unterstützung sein kann in ihrem Ordensleben, in ihrer Berufung und in ihrem Dienst in der Welt. Was wir merken ist, dass die Zufriedenheit bei älteren Ordensfrauen hoch ist, wir haben aber auch nicht sehr viele jüngere Ordensfrauen. Unser Fokus ist, den Ordensfrauen Feedback zu ihrer Lebenszufriedenheit zu geben, auch über Kulturen und über Generationen hinweg. Deshalb haben wir weiter Daten gesammelt, um auch die jüngere Generation mit einzubeziehen.

 

Wissen Sie wie das Altersverhältnis in Nordamerika bei den Ordensfrauen aussieht?

In Amerika sind ca. 80 Prozent der Ordensfrauen älter als 75 Jahren. Wir haben zwei Dachorganisationen, die LCWR (Leadership Conference of Women Religious), die ca. 80 Prozent der 48.000 Ordensfrauen in den Vereinigten Staaten repräsentieren, und die CMSWR (Council of Major Superiors of Women Religious), der ca. 15 Prozent angehören. Die CMSWR hat mehr jüngere Eintritte, was auch das Durchschnittsalter der Mitglieder senkt, aber ich weiß natürlich nicht, ob alle bleiben.

 

Wie läuft nun dieser Prozess ab?

Es ist ein zweistufiger Prozess. Zuerst wird die Leitung der Ordensgemeinschaft informiert und gebeten, den Konvent zum Mitmachen einzuladen. Der zweite Schritt ist dann der direkte Kontakt zu den Ordensfrauen. Sie erhalten eine Umfrage mit insgesamt acht Abschnitten, die Ja/Nein-Fragen, Bewertungsskalen und einige offenen Fragen beinhaltet. Ich schätze, dass man dazu ungefähr 50 Minuten benötigt. Zusätzlich bitten wir Teilnehmerinnen, freiwillig einen bestimmten Teil des LSSAWR-Fragebogens und den Health Screening Questionnaire, das sind Fragen zum allgemeinen Wohlbefinden, ein zweites Mal zu beantworten. Das erfolgt ungefähr nach ein bis zwei Wochen und dauert ca. 15 Minuten.

 

Welchen Vorteil zieht jetzt eine Gemeinschaft oder eine Ordensfrau daraus?

Wenn das eine Schwester alle drei oder sechs Monate macht, dann hat sie eine Bewertung in der Hand, in der sie sieht, wo fühle ich mich bestätigt, aber auch, welchen Herausforderungen muss ich mich stellen, damit sich etwas ändert und ich wachsen kann. Das trifft auch auf die Gemeinschaften zu, die über das Feedback immer positiv erfreut sind. Sie sind neugierig, was funktioniert gut und was nicht, und das herauszufiltern kann dieses Instrument helfen. So nach dem Motto: Okay, wir haben schon vermutet, dass es in gewissen Bereichen Probleme gibt, da müssen wir etwas verändern. Das Instrument ist in der Lage, das wahrzunehmen. Dann liegt es an der Leitung zu sagen: Schwester Clara, kommen Sie bitte vorbei, wir wollen noch ein wenig in die Tiefe gehen. Und je nachdem kann es dann auch ein Einzelgespräch mit den Schwestern geben, weil wir bestimmte Aussagen hinterfragen und so in die Tiefe gehen möchten. Auf gar keinen Fall soll der Eindruck entstehen, wir sind gekommen, um den Schwestern den Kopf zurechtzurücken. Im Gegenteil, es geht darum, was ist gut und vor allem, was kann man verbessern. Wir möchten die einzelnen Ordensfrauen und Gemeinschaften in ihren Bemühungen unterstützen, ihre Lebensqualität aufrecht zu erhalten und/oder zu verstärken. Das ist der eigentliche Sinn der Sache.

 

Das heißt, Sinn der Untersuchung ist, eine Hilfeleistung zu geben, um die Zufriedenheit zu erhöhen?

Es gilt, die Unzufriedenheit klar zu definieren, sie zu benennen und sie dann auch anzugehen. Uns ist sehr wichtig, dass da ein Gleichgewicht ist. Manchmal wissen wir, dass Mitglieder unzufrieden sind, und der Fragebogen ist dazu da, es zu benennen. Der Sinn ist aber auch, zu einer gewissen Eigenverantwortlichkeit zu führen. Ich kann mich als Ordensfrau nicht einfach zurücklehnen und sagen: So, jetzt kritisiere ich mal alles. Das Instrument fordert auch einen Eigenanteil der Schwestern. Die gewählte Leitung ist natürlich hauptverantwortlich, aber ich als Ordensfrau habe auch persönliche Verantwortung. Unterstütze ich die Leitung, indem ich bei bestimmten Gremien oder Kommissionen dabei bin? Gebe ich positives oder auch herausforderndes Feedback? Nur zu sagen, das gefällt mir nicht, genügt nicht. Da gehört auch Offenheit und Ehrlichkeit dazu. Und der Fragebogen soll auch als Instrument helfen, objektiv ein Barometer zu haben, dem man sich dann bedienen kann.

 

Das heißt, es ist auch ein Instrument zur Selbstreflexion?

Genau. Nicht als eine Art Nebelschnur, sondern um zu bestätigen, was gut ist, und das zu benennen, was notwendig ist, um auch lebensfähig auf die Zukunft hin zu sein.

 

Was sind die größten Herausforderungen?

Das sind heutzutage die Berufungspastorale und die Formation. Und dann denke ich für manche Gemeinschaften der hohe Altersdurchschnitt und die Frage, wie können wir die daraus entstehenden Probleme lösen, aber auch die Frage, wie komme ich zu jungen Ordensmitgliedern. Wenn wir auf die Zukunft zugehen möchten, dann müssen wir herausfinden, wo die Probleme sind. Und da hilft dieses Instrument ganz schnell und objektiv.

 

Was sind die nächsten Schritte?

Zurzeit sind wir damit beschäftigt, ein Handbuch in Englisch und Spanisch für den Gebrauch des LSSAWR Fragebogen zu entwickeln; das soll im Dezember 2018 abgeschlossen sein. Und dann sammeln wir Daten für die Deutsch sprechenden Ordensgemeinschaften, darum bin ich hier. Ich hoffe, dass ich hier Unterstützung bekommen und das Instrument auf alle möglichen Sprachen umsetzen kann.

Quelle: Ordensgemeinschaften Österreich

Wofür lebst du?
Sr. M. Immaculata Ebner OCist
„an der Quelle leben aus der Quelle leben und anderen davon weitergeben“ Sr. M. Immaculata Ebner OCist...
Wofür lebst du?
Sr. M. Immaculata Ebner OCist

„an der Quelle leben aus der Quelle leben und anderen davon weitergeben“ Sr. M. Immaculata Ebner OCist Zisterzienserinnenabtei Mariastern-Gwiggen Weitere Statements finden Siehier.

                               „an der Quelle leben
aus der Quelle leben
und anderen davon weitergeben“

CANISIUSWERK

Zentrum für geistliche Berufe

Stephansplatz 6
1010 Wien

Telefon: +43 1 512 51 07 11
Fax: +43 1 512 51 07 - 12
E-Mail: office@canisius.at
Darstellung: