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Porträts | Zeugnisse

"Ich habe gemerkt, ich muss das machen"

Priesterseminarist Andreas Thaler im Porträt

Andreas Thaler hat jahrelang in der Finanzbranche gearbeitet, bis er merkte: Das ist noch nicht alles. Er spürte den Drang, Priester zu werden. Ein Porträt von Lisa Schweiger-Gensluckner. 

Gegenüber am Tisch sitzt ein junger Mann, der von sich und seinem Leben erzählt. Geboren in Wörgl, aufgewachsen in Hopfgarten im Brixental. Der Student geht abends gerne auf ein, zwei Bier und in seiner Freizeit auf den Berg. Sportlich auch sein Look in Jeans und Wollfleecejacke. Die Schullaufbahn war klassisch: Volksschule, Gymnasium, Matura an der HAK. Zehn Jahre lang arbeitete der Tiroler Andreas Thaler nach dem Bundesheer in einer Bank. Geld und Wirtschaft bekamen einen hohen Stellenwert in seinem Leben.

 

Diese Welt hat der heute 30-Jährige gänzlich hinter sich gelassen. Heute ist er Seminarist im Salzburger Priesterseminar und steht vor Abschluss seines Theologiestudiums. Bis ins Priesterseminar war es ein langer Prozess und ein „Weg des Abwägens und Ringens“. Auf jeden Fall keine schnelle Entscheidung. Thaler stammt aus einer religiösen Familie. Der sonntägliche Messbesuch war für ihn, seine Zwillingsschwester und seine beiden Brüder „von klein auf selbstverständlich“. Und auch pfarrlich war er stets fest verankert. Er habe lange und gerne ministriert und nach der Matura war er zwei Perioden im Pfarrgemeinderat tätig.

 

Glaube in die Wiege gelegt

Der Glaube sei ihm damit gleichsam „in die Wiege gelegt“ worden, aber über die Jahre schwankte die Intensität seiner religiösen Praxis. Letztlich waren es zwei priesterliche Vorbilder in seiner Heimat – einer davon ist der heutige Regens des Priesterseminars –, die ihn mit ihrer beeindruckenden seelsorglichen Art und ihrer Wertschätzung für die Liturgie nachhaltig beeinflusst haben. „Ich habe begonnen viel zu lesen und bin immer tiefer hineingewachsen“, so Thaler. Nebenberuflich absolvierte er einen theologischen Fernkurs in Heiligenkreuz, den „Lehrgang zur Ausbildung von Katechisten“ (LAK). „Das hat mich ein großes Stück weitergebracht, was Glaube eigentlich bedeutet.“

 

Dann hat er vom Propädeutikum, dem Vorbereitungslehrgang für die Priesterausbildung erfahren. Wenn’st es nid probierst, wirst es nia erfahr’n, habe sich der Tiroler gedacht und bei der Bank gekündigt. „Viele haben es nicht verstanden, vielleicht ich selbst auch nicht. Aber ich habe innerlich gemerkt, ich muss das machen.“ Am Anfang ist es sicher nicht einfach gewesen, da hat der Charakter des Propädeutikums als Schnupperjahr geholfen, weil ein bisschen eine Unverbindlichkeit herrscht.“

 

Er begann, abseits der oftmals medial vermittelten Kirchenkritik das Positive zu sehen und hervorzuheben, „nämlich was dieser Beruf, diese Berufung bedeutet: Nachfolge Christi, Verantwortung den Menschen gegenüber und das viele Gute, das man tun kann.“ Vier Jahre später stellt er nun seine Diplomarbeit fertig – zum Thema Sozialethische Überlegungen zum rechten Umgang mit Geld. „Da knüpfe ich an meine Biografie an.“

 

Fan von Benedikt XVI.

Thalers „Lieblingsheiliger“ ist übrigens der heilige Augustinus. Dessen „Bekenntnisse“ könnten uns auch heute noch viel geben, wie er sagt. In der Tradition des Augustinus steht ja auch der emeritierte Papst Benedikt XVI. „Ich bin ein großer Fan von ihm“, bekennt der Seminarist: „Er verfolgt eine ganz klare Theologie – verständlich und in die Tiefe gehend. Seine Enzykliken sind vorbildhaft, die Predigten klar strukturiert.“ Bei seinen inzwischen unzähligen Rombesuchen – die Stadt gehört neben Assisi und Altötting zu seinen Lieblingsplätzen – habe er Papst Benedikt ebenso wie Papst Franziskus schon öfter bei Mittwochsaudienzen live erleben dürfen. „In Rom erlebt man Weltkirche, das öffnet auch den Horizont“, sagt Thaler.

 

Aktuelle kirchliche Entwicklungen beobachtet er genau. „Es stimmt mich traurig, dass viele aus der Kirche austreten, dass generell das Interesse am Glauben schwindet.“ Er beobachte, dass viele Menschen auch religiös auf der Suche seien – ihre Suche führe sie aber eher in den Sport oder Konsum als in die Kirche. „Doch die existenziellen Fragen kann nur Religion beantworten: Woher komme ich? Wohin gehe ich? Was ist Sinn des Lebens?“ Es sind solche Fragen, die er als Priester wieder stärker in den Mittelpunkt rücken möchte. Strukturreformen seien wichtig, das Entscheidende sei jedoch das Gebet und das Evangelium. Eine Schlüsselfunktion sieht er hier in den Familien: „Wenn Kinder nicht mehr beten lernen, werden sie es nie, schwer oder erst sehr spät lernen.“

Lisa Schweiger-Gensluckner

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