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Gott wahrnehmbar machen

Missionsarbeit ist Knochenarbeit. Sie verbindet die Sorge um das Seelenheil mit der Sorge um das tägliche Brot.

Der Steyler Missionars P. Georg Ziselsberger weiß, wovon er spricht. Seit 1983 wirkt er auf den Philippinen, seit fünf Jahren begleitet er das Volk der Ubo.

 

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Ein Sonntag im September. Der Aufstieg hat diesmal um einiges länger gedauert als gewöhnlich. Bis zum Dorf Lamfugon können wir mit dem Motorrad fahren. Von dort bis zum Weiler T’beyong geht es nur mehr zu Fuß weiter, normalerweise eine Stunde.

 

Seit fünf Jahren besuche ich die indigene Volksgruppe der Ubo in T’beyong im Bezirk Lake Sebu in den Bergen der Insel Mindanao im Süden der Philippinen – neben meiner Vorlesungstätigkeit (Katholische Soziallehre) an einer Universität in Manila und neben der landesweiten Arbeit zur Einführung der „Schöpfungszeit“ in den kirchlichen Kalender vom 1. September (dem Orthodoxen Tag des Gebetes für die Schöpfung) bis zum zweiten Sonntag im Oktober. Dieser Sonntag ist auf den Philippinen traditionell der Sonntag der indigenen Volksgruppen.

 

Gott wahrnehmbar machen

Eine Erfahrung teilen die Ubo und viele andere indigene Gruppen: Am Sonntag kommen oftmals evangelikale Pastoren, die sich in langen Bibelbelehrungen um das Seelenheil der Menschen bemühen – nach den Gottesdiensten kehren diese Menschen dann jedoch wieder zu ihren meist leeren Tischen und Tellern zurück. An diesem Punkt versuche ich, mit meiner missionarischen Arbeit anzusetzen, um die vom regulären Pastoralbetrieb der katholischen Kirche vernachlässigten und von den politischen Eliten ausgebeuteten Ubo etwas von der inkarnatorischen Dimension unseres Glaubens erfahren zu lassen: davon, dass uns Gott in der Schöpfung wahrnehmbar begegnet, im ökumenischen und nährenden Miteinander der Menschen untereinander und im ökologischen und heilenden Umgang der Menschen mit der gesamten Schöpfungsgemeinschaft.

 

In der kollektiven indigenen Seele lebt noch – wenn auch in unterdrückter Form – das Bewusstsein um das gesamtgeschöpfliche Miteinander. Der heilige Franz von Assisi hat uns durch die traditionelle Krippendarstellung mit Ochs und Esel ein Symbol geschaffen, das auch wir heutige, moderne Menschen neu sehen lernen können. Jesus Christus, der Emmanuel („Gott mit uns“), sucht die gesamte Schöpfung in ihrer Vielfalt heim.

 

Missionsarbeit an der Basis

An jenem Sonntag im September dauerte der Aufstieg nach T’beyong länger, weil der sonst schon schwierige Weg vom Regen über weite Strecken in einen Schlammpfad verwandelt worden war. Diesmal war wieder eine Besprechung geplant zum Aufforstungsprojekt, das durch die Anpflanzung von Kautschukbäumen den Menschen nach sieben Jahren zum ersten Mal in ihrem Leben ein regelmäßiges und – im Sinn der katholischen Soziallehre – familiengerechtes Einkommen verspricht.

 

Doch der Weg bis dahin ist noch so schwierig, ähnlich dem Aufstieg nach T’beyong an jenem Sonntag. Daher ist es so wichtig, durch regelmäßige Treffen die Menschen zu motivieren. Der mitgebrachte Kaffee, Zucker, Reis – und die Zuckerln für die Kinder – erfreuen dann auch die Mägen der Menschen und machen die Arbeitsbesprechung leichter. Damit wird auch der Weg der Hoffnung, auf den wir uns mit diesen an den Rand der Gesellschaft gedrängten Menschen gemacht haben, leichter. Ein einfaches Bildungsprogramm in Lesen, Schreiben und Rechnen in ihrer eigenen Sprache, dazu etwas Englisch, soll die Organisation für eine zukunftsfähige Entwicklungszusammenarbeit erleichtern.

 

Unsere Missionsarbeit ist nicht nur inkarnatorisch, sondern auch eucharistisch – körperlich nahrhaft und dankend! An jenem Sonntag platzte der Dank förmlich aus Norli heraus – einer der Teilnehmerinnen an dem Bildungs- und Aufforstungsprojekt, die schon 500 Setzlinge pflanzen konnte. Sie überreichte mir einen Bund Bananen mit den – wahrscheinlich lange geübten – Worten auf Englisch: „Father, I am so happy that you visit us here!“ So einfach bezeugen wir einander, dass Gott uns heimsucht.

P. Georg Ziselsberger SVD

 

Der Steyler Missionar Pater Georg Ziselsberger wurde 1982 zum Priester geweiht. Seit 1983 wirkt der Österreicher auf den Philippinen. Er engagiert sich besonders für Gerechtigkeit, Frieden, Eigenständigkeit und wirtschaftliche Sicherheit der indigenen Völker. Seit 1998 lehrt der 58-Jährige an katholischen Universitäten der Hauptstadt Manila kirchliche Soziallehre mit den Schwerpunkten „Schöpfungstheologie“ und „Schöpfungsverantwortung“.

 

Information

Indigene Völker auf den Philippinen

Etwa sechs der 96,71 Millionen Einwohner der Philippinen (Stand 2012) gehören zur Gruppe der indigenen Völker, von denen es über 100 gibt. Die Politiker beuten sie aus, die Kirche zeigt nur wenig Interesse und manche wollen diese Menschen fern der Infrastrukturzentren am liebsten vergessen. So sind sie in ihrem Überlebenskampf fast auf sich allein gestellt. Ihr Fortbestand ist vor allem durch Landraub, Rodung ihres Lebensraums und Krankheiten bedroht. Das wollte der Steyler Missionar Georg Ziselsberger nicht hinnehmen und gründete die Organisation „GeoChris“: www.geochris.net

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