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Glaubwürdiger Zeuge werden 

Patrick Holzinger, Seminarist des Wiener PriesterseminarsMein Name ist Patrick Holzinger, ich bin zwanzig Jahre alt und im zweiten Semester des Studiums der katholischen Fachtheologie an der Universität Wien sowie Seminarist am Erzbischöflichen Priesterseminar Wien. Vor etwa einem Jahr habe ich schon einmal einen Bericht für das „miteinander“ geschrieben – damals kurz nach meiner Aufnahme ins Priesterseminar und meiner „Entsendung“ ins Propädeutikum nach Horn. 

Nun ist mehr als ein Jahr vergangen und ich blicke zurück auf diese vergangene Zeit in Horn sowie auf meine gegenwärtige Situation als Seminarist und Student. Das Jahr im Propädeutikum war eine sehr fruchtbringende Zeit; die Kurse mit den verschiedenen Referenten bildeten die Grundlage für das kommende Studium; der Höhepunkt des Jahres – die fünfwöchige Reise nach Israel – war für uns alle ein großes Erlebnis. 

Nun, nach Absolvierung des Jahres in Horn, blicke ich auf das, was vor mir liegt: das fünfjährige Studium der Theologie. Schon seit mehreren Jahren gilt mein großes Interesse dem Studium dessen, woran ich glaube. Ebenso erlebe ich als beinahe jüngstes Mitglied im Wiener Priesterseminar unter der beachtlichen Anzahl von etwa vierzig Alumnen, die Zeit in der Gemeinschaft als ein Lernfeld für die spätere Aufgabe als Priester. Der Umgang mit den Mitbrüdern bildet die Grundlage für den künftigen Umgang mit den Menschen in Pfarre und Gemeinde. 

So hoffe ich, dass ich mich mit jenen Talenten, die Gott mir gegeben hat, so einbringen kann, dass ich zu einem glaubwürdigen Zeugen und Mitarbeiter der Wahrheit werden kann inmitten der Welt, inmitten der Kirche.

Patrick Holzinger

Seminarist des Wiener Priesterseminars

Orden in Zahlen

Statistik 2017

Präsidentin der VFÖ, Sr. Beatrix Mayrhofer, und Abt em. Christian Haidinger, Vorsitzender der Superiorenkonferenz, stellten statistische Daten für 2017 vor. 

Sr. Beatrix Mayrhofer gleich zu Beginn: „Zahlen sind wie sie sind. Sie sind zur Kenntnis zu nehmen, bedürfen aber auch der Interpretation. Was bedeutet das, was hat das für Ursachen und welche Konsequenzen sind daraus abzuleiten. Mein Statement geht zu den Ordensfrauen, die hier in der Statistik 75 Jahre und älter sind.“ 58% der Ordensfrauen sind älter als 75 Jahre. 20% sind zwischen 65 und 75 Jahre, 19% zwischen 40 und 65 Jahre und 3% unter 40 Jahre. Mayrhofer: „Natürlich könnte ich sagen, die Ordensfrauen sterben aus, was wird denn schon fehlen. Doch der Gesellschaft wird sehr viel fehlen. Es ist unsere Aufgabe, ganz realistisch aus dem Glauben heraus – und für mich ist Glaubenswahrheit immer  mit der Wirklichkeit und Realität verbunden - auf dieses Bild zu schauen.“ 

 

Ordensschwestern haben nach dem Krieg aufgebaut

Mayrhofer benennt drei Punkte angesichts des Zahlenmaterials: „Wenn  ich auf das Alter der Frauen schaue, dann sind das die Frauen, die vor oder während des Krieges geboren sind. Das heißt, wir haben hier eine Generation von Kriegskindern und Trümmerfrauen. Das sind Frauen, die heute alte Schwestern sind, die nach dem Krieg in den Orden  eingetreten sind mit einer ganz besonderen Perspektive aus dem Glauben heraus, auch nach den Kriegserfahrungen, in Familien, in denen es damals noch mehrere Kinder gab und die ihrerseits in den Ordensgemeinschaften eine unglaubliche Aufbauarbeit geleistet haben. Wir Ordensschwestern haben durch den Krieg und durch das Naziregime sehr gelitten. Es wurden zum Beispiel alle Schulen geschlossen, vieles war kaputt, zerbombt. Es kam zu einem Neuaufbau der Ordensgemeinschaften durch diese Frauen, diese heute alten Schwestern. Über Jahrzehnte haben sie gearbeitet, haben sich eingesetzt, haben viel, viel Gutes getan.“

 

Die Frage nach den Jungen

Mayrhofer schließt daran eine zweite Frage, die sie immer wieder hört: „Wenn ich auf die Statistik schaue, dann kann man fragen: Wo sind denn heute die Jungen, die das tun, was über Jahrzehnte diese Ordensfrauen gemacht haben. Es gibt sie; es gibt sie nur in anderen Lebensformen. Es gibt sehr viele junge engagierte Christinnen, die ihrerseits ihren Beitrag leisten in der Gesellschaft, in der Kirche. In der Aufbauarbeit, die heute gemacht wird. Sie haben sich nur aus den verschiedensten Gründen entschieden, das nicht im Rahmen einer traditionellen Ordensgemeinschaft zu tun. Es geht ja auch nicht um die Erhaltung der Ordensgemeinschaften, es geht um den Auftrag Christi, das Evangelium zu verkünden und diesen Auftrag ganz konkret in der Gesellschaft und in der caritativen Tätigkeit umzusetzen. Zugespitzt könnte ich sagen: Gott sei Dank hat die Gesellschaft von uns Ordensfrauen gelernt, dorthin zu schauen, wo die Not ist. Heute kümmern sich öffentliche Einrichtungen, worum wir Ordensfrauen uns Jahrhunderte gekümmert haben: Um die Kranken, die Alten, die Kleinen, die Benachteiligten. Diejenigen, die einer besonderen Aufmerksamkeit bedürfen. Wenn die Gesellschaft von uns gelernt hat, dann Gott sei Dank. Wenn Frauen den Ruf verspüren, aus dem Evangelium heraus den Dienst zu tun, wunderbar.Es ist aber Sache Gottes, welche Berufungen er uns schenkt.“ 

 

Anspruch auf eine Mindestsicherung

Mayrhofer spricht ein für Frauenorden sehr großes Thema an: „Ich möchte  dieses Pressegespräch  nutzen und auf eine ganz besondere Frage lenken: Ich glaube, dass vielen Menschen nicht bewusst ist, dass diese Ordensfrauen Jahrzehnte ohne Einkommen gelebt haben. Wer nicht eine offizielle Anstellung, zum Beispiel als Lehrerin hatte, die hat im Gesamtbetrieb mitgearbeitet, wurde vom Gesamtbetrieb getragen. Heute haben praktisch alle Ordensfrauen eine Krankenversicherung, aber sehr viele haben keine Rente. Denn sie waren nicht ad personam angestellt, sie hatten bestenfalls einen Gestellungsvertrag, Brutto für Netto an die Kongregation verrechnet, nicht an die einzelne Person. So sind viele Werke wie Spitäler und Schulen aufgebaut worden. Sie haben keinen Rentenanspruch und keinen Anspruch auf unsere gesellschaftlichen Leistungen, die aus einem Rentenanspruch folgen. Es gibt zum Beispiel keinerlei Ermäßigung in einem Altersheim. Sie müssen voll zahlen, aber wer zahlt den da bei den Schwestern? Selbst die, die eine Pension erhalten, können sich niemals einen Platz im Pflegeheim leisten. Selbst dann nicht, wenn sie Pflegegeld bekommen. Es ist zu fragen, warum Ordensfrauen, die so viele Jahre ihre Arbeit in den Dienst der Gesellschaft gestellt haben, nicht doch einen Anspruch auf eine Mindestsicherung hätten. Und im Rahmen der Diskussion über den Pflegregress ist zu denken, wer sich das noch leisten kann. Das ist den meisten Menschen überhaupt nicht im Bewusstsein, dass die Ordensfrauen nicht Teil des allgemeinen Sicherungsnetzes sind.“ 

 

Zahlen der Männerorden kontinuierlicher

Abt em. Christian Haidinger sieht die Zahlen bei den Männerorden gelassener: „Eigentlich könnte ich jetzt sagen, wir Männer sind noch gut beieinander. Die Zahlen sprechen eine kontinuierlichere Sprache. Aber auch für die Männer wird es enger, auch wenn diese Zahlen ein wenig gemäßigter aussehen und nicht ganz so dramatisch klingen wie bei den Frauen. Aber in der seelsorglichen Arbeit in den Pfarren sehen wir auch schon Engstellen.“ Haidinger kommt zum Pressegespräch ganz knapp, weil er eine Frühmesse in einer Pfarre gefeiert hat. Haidinger spricht eine Entwicklung an, die für die Gemeinschaften aushöhlende Wirkung hat: „Ich weise auf das Faktum hin, dass sich die österreichischen Bischöfe in den letzten Jahrzehnten in der Pfarrseelsorge mehr und mehr auf die Ordensleute verlassen. Mehr als 50% aller Pfarrgemeinden sind bereits von Ordensleuten betreut. Und auch das ist oft ein Grund, warum Ordensgemeinschaften sehr klein werden, weil ihre Mitglieder so viel in den Pfarren gefordert sind. Das macht das Gemeinschaftsleben nicht einfach. Wir machen uns Sorgen, aber ich bin nicht verängstigt. Ich denke zurück an das Jubiläum 50 Jahre Vereinigung der Frauenorden, wo Helge Penz, Referatsleiterin für Kulturgüter der Orden, in einem Referat sagte, wir nähern uns dem „Normalzustand“. 1970 hat es noch 14.000 Ordensfrauen gegeben. Aber: Mitte des 19. Jahrhunderts gab es zwischen 500 und 700 Ordensfrauen.“ Und Haidinger nennt aus seinem eigenen Erfahrung das Stift Kremsmünster, wo der 1963 als 93-ster eingetreten ist. Heute sind es 45 Ordensmänner.

 

Auch Laien tragen den Geist des Ordens weiter

Haidinger sieht die neue breite Beteiligung von Laien sehr positiv und zukunftsweisend: „Es wird eng, dennoch sind Zeichen da, es geht anders aber gut weiter.Ich bin jetzt Aushilfspriester im Weinviertel und komme in eine Pfarre, deren Pfarrer insgesamt sechs Pfarren betreut. Ich war nie dort und es war für die Osternacht alles vorbereitet. Es war eine großartige Osternachtfeier, wo ich bestens vorbereitet wurde, 11 Ministranten waren da. Es tut sich also sehr, sehr viel, und vieles, was früher ausschließlich bei den Priestern und den Ordensleuten mit Fokus auf die Pfarrseelsorge gelegen ist, das machen halt jetzt Laien, beauftragte Frauen und Männer im gleichen Geist.“ Um sich die Veränderung besser vorstellen zu können, schildert Haidinger die Situation in Schule: „Ich war 29 Jahre in der Ordensschule täti.  Als ich dort Schüler war, hat es zwei Laienprofessoren gegeben. Alles andere waren Patres. Zum Schluss, als ich selber unterrichtet habe, waren wir sechs Patres. Aber die Schule hat einen Aufschwung genommen und kompetenteste Leute gehabt, die sich sehr eingesetzt haben. Da ist auch vieles übergegangen in die Hände von Laien, nicht Ordensangehörigen. Sie haben sehr engagiert versucht, diesen Geist des Ordenscharismas weiterzuführen. Darauf setze ich nicht nur meine Hoffnungen, sondern das ist gelebte Realität, die wir einfach in unseren Klöstern und Ordensgemeinschaften erleben.“

 

Alle Zahlen und Charts finden Sie unter: https://www.ordensgemeinschaften.at/presseraum/zahlen

 

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