Raus aus der Warteposition

Vesper mit Weihbischof Hansjörg Hofer

Im Rahmen der Vesper zum Weltgebetstag für geistliche Berufungen ermutigte Salzburgs Weihbischof Hansjörg Hofer Menschen, Ja zum Ruf Gottes zu sagen. Galerie

 

 

„Wer im Vertrauen auf Gott seine Warteposition aufgibt und den Sprung in das Abenteuer Gottes hineinwagt, der darf mit der Hilfe und dem Beistand Gottes rechnen“, betonte Weihbischof Hansjörg Hofer bei einer feierlichen Vesper am 22. April anlässlich des Weltgebetstags für geistliche Berufungen in der Stiftskirche St. Peter. Die katholische Kirche begeht am 4. Sonnttag der Osterzeit den weltweiten Bitttag für Berufungen.

 

Damit das Leben gelingt

Im Beisein zahlreicher Ordensangehöriger, Geistlicher und Anwärter zum geistlichen Beruf – darunter der Erzabt von St. Peter Korbinian Birnbacher und der Regens des Salzburger Priesterseminars Tobias Giglmayr – wies der Referatsbischof der Bischofskonferenz für Berufungen auf den Zusammenhang zwischen dem Ruf Gottes und dem Gelingen des Lebens hin: „Doch worauf sollen wir denn warten? Denn Gott will nichts anderes, als dass unser Leben gelingt! Wer ihm voll Vertrauen folgt, wird es nicht bereuen! Das können viele bezeugen! Ich auch.“ Gott setze dabei aber niemanden unter Druck, denn „er will dich glücklich machen und zur Fülle des Lebens führen“. Das persönliche Zeugnis für diese Treue und Zusage Gottes sei ihm ein besonderes Anliegen, so Hofer.

 

Keiner muss der Beste sein

In seiner Predigt erklärte der Salzburger Hirte, dass es nicht entscheidend sei, der Beste oder Professionellste zu sein, um dem Ruf Gottes folgen zu können. Menschen sollten durch ihre Schwachheit etwas vom Göttlichen spüren: Gott erwählt trotz Mängeln und Handicaps. Es gehe darum zu verstehen: „Gott ruft keine Genies, er holt sich keine Alleskönner und Superchristen, er schaut nicht auf den Intelligenzquotienten, nein: Gott beruft Menschen.“ Nicht die persönliche Qualifizierung oder der eigene Erfolg stehen im Mittelpunkt der Berufung, sondern das Wohlwollen und Zutrauen des lebendigen Gottes, der auf den Menschen wartet. „Er wartet. Denn er hat mit jedem Menschen einen Plan“, sagte der Weihbischof.

 

Wie lange warten?

„Wollten Verliebte so lange warten, bis sie absolut sicher sind, dass sie zusammengehören, dann werden sie wohl nie zum Heiraten kommen, oder? Würde eine Novizin so lange mit ihrem endgütigen Ja warten, bis sie über jeden Zweifel erhaben ist, dann wird sie wohl nie zur Ewigen Profess schreiten! Würde ein Weihekandidat so lange mit seiner Weihe warten, bis er sich hundertprozentig sicher ist, dann würde er wohl nie geweiht werden.“ Mit diesen Worten brachte Hofer die Dimension einer endgültigen Entscheidung ins Spiel, die nicht vom Zuwarten, sondern von der ehrlichen Beziehung zu Gott her getroffen werden muss.

Quelle: Erzdiözese Salzburg 

 

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