Erzdiözese Wien
  • ERZDIÖZESE

    Wien

KONTAKT

ERZDIÖZESE WIEN

 

Edina Kiss BSc., M.A.

 

Stephansplatz 6/1/5/554

A - 1010 Wien

T: +43 1 515 52-3309

E-Mail

Veranstaltungen

Energie für die Seele tanken!
Aus unserem reichhaltigen Angebot wählen Sie hier:





21.
Feb.
02.
Mar.
Salzburg
02.
Mar.
Steiermark
Aus der Erzdiözese Wien

Nicht nur was, sondern auch wie

 

Petra, du bist allein unter Männern in deiner Aufgabe als Ansprechpartnerin für Priester in der Wiener Kirche. Was machst du genau?

Petra Huchler: In der Priesterbegleitung bin ich für den Priester als Mensch zuständig. Mein Eindruck ist, wenn es dem Menschen gut geht, geht es auch dem Priester gut.

 

Warum gibt es deine Position?

Es ist eine Sorge des Kardinals, dass die Priester gut begleitet sind. Die Priesterbegleitung hat im vergangenen Arbeitsjahr 13  Priestertage veranstaltet. Auf diesen nimmt sich der Kardinal Zeit für seinen Klerus. Für mich war es eine gute Gelegenheit, den Priestern niederschwellig zu begegnen. Wie Priester zu mir kommen, passiert auf unterschiedliche Weise: entweder durch Hinweis des Bischofs, der Bischofsvikare, von Dechanten oder besorgten Mitbrüdern bzw. Gemeindemitgliedern. Es kommen aber auch Priester direkt zu mir. Ich erfahre dann im persönlichen Gespräch, worum es geht. Es ist echte Beziehungsarbeit. Dafür bin ich da.

 

Wie verstehst du „Führen und Leiten“ in der Kirche?

Das heißt für mich Menschen zu befähigen, dass es nicht darum geht, im Vordergrund zu stehen, sondern dass es ein Dienst für das Charisma der anderen ist. Die Anforderung in der Seelsorge ist natürlich anders als im Profitunternehmen. Man sollte eine gemeinsame Vision haben und das leben, was man einfordert. Da geht es um die innere Grundhaltung, die Werte. Kurz gesagt: „Nicht nur was, sondern auch wie!“

 

Welche Haltung hältst du für relevant beim „Führen und Leiten“?

Ich lerne nie aus – Beziehung kann nur gelebt werden. Dazu muss ich mir meine Offenheit behalten. Wichtig ist auch die Position des Reflektierens. Ich bin mir bewusst, dass ich auf andere angewiesen bin und selbst Hörende bleibe. In der Kirche ist das die umgekehrte Logik Jesu, das ist mein Maßstab – aus der ganzheitlichen Perspektive heraus zu handeln. Jesus hat uns Leiten vorgelebt. Er hat seine Jünger befähigt und auf die anderen hin gedacht und gehandelt. Darum ist es wichtig zu fragen: „Was kann ich für die Gemeinschaft tun? Wohin hat Jesus die Menschen geführt?“ Zum Heil, zur Wahrheit, zum Leben – mit Liebe und ohne Drohbotschaft.

 

Du hast einen „Leitungskurs“ für Führungskräfte in der Erzdiözese abgeschlossen. Welchen Inhalt empfiehlst du weiter?

Was mir gut gefallen hat, war, als wir unser Team visualisieren sollten. Da habe ich gesehen, welche Arbeit ich habe, was mein Team bedeutet, in welcher Beziehung ich stehe.


Petra Huchler ist Theologin und Pastoralassistentin. Sie leitet seit 2021 die Priesterbegleitung in der Erzdiözese Wien.


Dieses Interview führte Chefredakteurin des Sonntags, Sophie Lauringer, und ist im Sonntag erschienen.


 

CANISIUSWERK
Zentrum für geistliche Berufe

Stephansplatz 6
1010 Wien

Telefon: +43 1 516 11 1500
E-Mail: office@canisius.at
Darstellung: