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Aus der Diözese Graz-Seckau

Der heilige Josef und die Berufung

Zum Weltgebetstag für geistliche Berufungen

Papst Franziskus hat in seiner Botschaft zum heurigen Weltgebetstag um geistliche Berufungen den heiligen Josef und Berufung zusammengeschaut. Seine Überlegungen werden hier von Regens Thorsten Schreiber zusammengefasst präsentiert. Vielleicht mag der eine oder die andere die gesamte Botschaft nachlesen.

Hochaltarbild in Graz-St. Josef: Die Berufungen sind unter dem hl. Josef versammelt.

 

Der heilige Josef erregte kein Aufsehen. Er war nicht mit bestimmten Charismen ausgestattet. Er war keine besondere Erscheinung in den Augen derer, die ihm begegneten. Er war nicht berühmt und fiel nicht auf. In den Augen Gottes war sein gewöhnliches Leben jedoch etwas Außergewöhnliches. Der heilige Josef vermochte im Alltag Leben zu schenken und hervorzubringen.

 

Genau dazu sind auch geistliche Berufungen da. Jeden Tag sollen sie Leben hervorbringen und wiederherstellen. Der Herr möchte herzliche Menschen, die sich mit vollem Schwung einsetzen, die großzügig sind, sich selbst hergeben, die mitfühlend sind.

 

Drei Schlüsselwörter sind es, die für Papst Franziskus Berufung mit dem heiligen Josef verbinden: Traum, Dienst und Treue.

 

Traum

Wenn wir die Menschen bitten würden, den Traum des Lebens in einem einzigen Wort auszudrücken, wäre es in der Tat nicht schwer, sich die Antwort vorzustellen: „Liebe“. Es ist die Liebe, die dem Leben Sinn gibt.

 

Durch die Träume, die Gott ihm eingab, hat der heilige Josef sein Leben zu einer Gabe der Liebe gemacht. Seine Träume waren göttliche Rufe, aber sie waren nicht leicht anzunehmen. Und doch ließ sich der heilige Josef von seinen Träumen leiten. Weil sein Herz auf Gott ausgerichtet war, war er Gott gegenüber immer schon bereit. Ihm genügte ein kleiner Hinweis, um Gottes Stimme zu erkennen.

 

Das gilt auch für geistliche Berufungen: Gott liebt es nicht, sich auf spektakuläre Weise zu offenbaren. Behutsam übermittelt er uns seine Pläne. Gott blendet uns nicht mit strahlenden Visionen. Er wendet sich feinfühlig an unser Inneres und macht sich mit uns vertraut. Er spricht zu uns durch unsere Gedanken und Gefühle. Wie beim heiligen Josef bietet er uns hohe und überraschende Ziele an. Die Träume brachten Josef in der Tat in Abenteuer, die er sich niemals hätte vorstellen können. Er hatte den Mut, dem Willen Gottes zu folgen.

 

So ist es auch bei den geistlichen Berufungen: Der göttliche Ruf drängt einen dazu, aus sich herauszugehen, sich selbst herzugeben, weiter zu gehen. Es gibt keinen Glauben ohne Wagnis. Möge der hl. Josef allen helfen die Träume, die Gott für sie hat, zu verwirklichen, besonders den jungen Menschen bei ihren Entscheidungen. Er möge Mut machen, „Ja“ zum Herrn zu sagen, der immer überrascht und nie enttäuscht!

 

Dienst

Aus den Evangelien geht hervor, wie Josef ganz für andere und nie für sich selbst lebte. Indem er die Liebe von jeder Form des Besitzens befreite, öffnete er sich für den Dienst an den Menschen. Das war ihm aber nur möglich, weil er sich von einer größeren Liebe getragen wusste.

 

Jede wahre Berufung kommt aus der Selbsthingabe. Auch im Priestertum und im geweihten Leben ist diese Art von Reife erforderlich. Dort, wo eine eheliche, zölibatäre oder jungfräuliche Berufung zur Selbsthingabe führt, wird sie zu einem Zeichen für die Schönheit und die Freude der Liebe. Wo das nicht geschieht, entsteht der Eindruck von Unglück, Traurigkeit und Frustration.

 

Der Dienst war für den heiligen Josef nicht nur ein erhabenes Ideal. Er gehörte zum täglichen Leben. Er hatte die Haltung eines Menschen, der nicht den Mut verliert, wenn das Leben nicht so verläuft, wie er es sich wünscht. Er lebte, um zu dienen. In diesem Geist begegnete Josef neuen Umständen, ohne darüber zu klagen, was passierte. Er war bereit, Hand anzulegen, um die Situationen in Ordnung zu bringen. Man könnte sagen, dass er die ausgestreckte Hand des himmlischen Vaters für seinen Sohn auf Erden war.

 

So kann er auch ein Vorbild für alle Berufungen sein. Alle sind berufen, die helfenden Hände des Vaters für seine Söhne und Töchter zu sein. Nicht die Zeit damit zu vergeuden, sich darüber aufzuregen, was nicht in Ordnung ist. Sich wach und aufmerksam um die zu sorgen, die einem anvertraut sind. Das ist ein Zeichen für eine gelungene Berufung. Dann zeugt das eigene Leben davon, dass es von der Liebe Gottes berührt wurde.

 

Treue

Josef ist »gerecht« (Mt 1,19). In der arbeitsamen Stille eines jeden Tages hält er sich beharrlich an Gott und seine Pläne. In einem besonders schwierigen Moment fängt er an, „über alles nachzudenken“ (vgl. V. 20). Er sinnt nach und überlegt. Er lässt sich nicht von der Eile beherrschen. Er gibt nicht der Versuchung nach, vorschnelle Entscheidungen zu treffen. Er handelt nicht impulsiv und lebt nicht nach dem Augenblick. Alles verrichtet er in Geduld. Er weiß, dass man die Existenz nur auf einem steten Festhalten an großen Entscheidungen aufbaut.

 

Auch das Leben der Berufung reift nur in der Treue eines jeden Tages. Diese Treue aber mag zu wachsen im Licht der Treue Gottes. Das erste Wort, das der heilige Josef im Traum hört, ist: »Josef, Sohn Davids, fürchte dich nicht« (Mt 1,20).

 

„Fürchte dich nicht!“ Das sagt der Herr auch uns, wenn wir zögern, Gott unser Leben zu schenken. Diese Worte spricht der Herr immer wieder zu uns, wenn wir inmitten von Prüfungen und Missverständnissen sind. Mit diesem Wort ruft der Herr, zur ersten Liebe zurückzukehren. Wie ein Refrain begleiten diese Worte alle, die mit ihrem Leben Ja zu Gott sagen in der Treue eines jeden Tages.

 

Wie schön wäre es, wenn die gleiche einfache und strahlende, schlichte und hoffnungsvolle Atmosphäre unsere Seminare, unsere Ordensinstitute, unsere Familien, unsere Pfarrgemeinden durchdringen würde!

Thorsten Ph. Schreiber

CANISIUSWERK
Zentrum für geistliche Berufe

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