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70 Jahre Priester

Festmesse zum Jubiläum von Prälat Leopold Städtler

Am 5. Juli findet eine Festmesse zum 70. Priesterjubiläum von Prälat Leopold Städtler im Grazer Dom statt, der als Generalvikar die Geschicke der  Diözese über Jahrzehnte geprägt hat.

 

Prälat Leopold Städtler, von 1976 bis 1997 Generalvikar der Diözese Graz-Seckau, feiert mit einer Festmesse im Grazer Dom am 5. Jul 2020 sein 70-jähriges Priesterjubiläum.  

 

Auf die Frage nach einem Gesprächstermin zu seinem 70-jährigen Priesterjubiläum antwortete Prälat Leopold Städtler mit einem schelmischen „da schau, wie die Zeit vergeht“. Der 95-Jährige war von 1976 bis 1997 als Generalvikar der Diözese Graz-Seckau die rechte Hand von Bischof Johann Weber und hat mit diesem die steirische Kirche durch eine herausfordernde Zeit begleitet, galt es doch, das Zweite Vatikanische Konzil umzusetzen. Das brachte viele Veränderungen und bewog viele Priester dazu, ihr Amt niederzulegen. „Darunter hat Bischof Johann sehr gelitten“, erinnert sich Prälat Städtler.

 

Vom Krieg geprägt

Bis zum Dienst als Generalvikar blickt der 1925 geborene Priester auf ein ereignisreiches Leben zurück. Gleich nach der Matura im Akademischen Gymnasium in Graz im Jahr 1943 wurde er zum Krieg eingezogen, war in Finnland und Norwegen stationiert und geriet im Norden in Gefangenschaft. Zuerst musste er zusammen mit anderen Minen räumen – nur mit einer Schaufel – danach Holz für die Eisenbahn verarbeiten. Im November 1945 ging es zurück nach Österreich. „Der Krieg hat mich sehr nachdenklich gemacht. Einmal wurde neben mir ein Kamerad von einem Scharfschützen getötet. Das hätte auch ich sein können. Im NS-Regime zählte ein Mensch nichts. Das war furchtbar. Wir alle haben den Tod gesehen, Hunger gelitten, Angst gehabt und wollten den Frieden.

 

Ich wollte also etwas machen, damit sich die Menschen besser verstehen. Also habe ich, auch beeinflusst durch die Kapläne in Ligist, Theologie studiert“, erinnert sich Leopold Städtler. Nach der Ausbildung im Priesterseminar – damals waren dort noch rund 130 Seminaristen vor Ort – verschlug es den jungen Priester zuerst als Kaplan nach Fohnsdorf und dann als Pfarrer nach Judenburg. Im Industriegebiet begegnete er einer tiefen Kluft in der Gesellschaft zwischen Kirche, Gewerkschaft und sozialistischer Partei. „Wir hatten einen Sportplatz, der bei der Jugend sehr gefragt war. Gemeinschaft ist so wichtig. Aber manche Kinder wurden von ihren Vätern geschlagen, wenn sie bei uns waren. Da musste etwas passieren“, so Städtler. Also arbeitete er in den Industriebetrieben mit, machte unzählige Hausbesuche, war Stammgast in den Wirtshäusern, begegnete jeder und jedem auf Augenhöhe und verhalf vielen Arbeiterkindern, eine gute Schule besuchen zu können. Zusätzlich gründete er eine Gemeinschaft der „Industriepfarrer“ als Austauschplattform für die pastorale Herangehensweise in den Industriegebieten. Das brachte einen Gesinnungswandel in der Wertschätzung der Kirche.

 

Gemeindeleiterinnen

Die erfolgreiche Arbeit in seinen zehn Jahren in Judenburg blieb nicht unbemerkt. 1970 fragte Bischof Johann Weber, ob Leopold Städtler nicht im Generalvikariat im bischöflichen Ordinariat arbeiten wolle. „Wir kannten uns vom Studium“, sagt Prälat Städtler. Zuerst habe er abgelehnt ob der Sorge, das nicht zu können, doch Bischof Johann blieb hartnäckig „und wenn sich der Bischof etwas wünscht, dann macht man das“.

 

Von 1970 bis 1976 war er stellvertretender Generalvikar, von 1976 bis 1997 selbst Generalvikar. Er führte die Bau-, Finanz- und Pastoralplanung ein und unterstützte Bischof Johann beim Etablieren von Ordensschwestern als Seelsorgehelferinnen, Pastoralassistentinnen und Gemeindeleiterinnen in verwaisten Pfarren. „Ein verwaister Pfarrhof ist ein Problem. Mit der Beauftragung der Ordensfrauen haben wir sehr gute Erfahrungen gemacht. Wir bekamen Anfragen aus Deutschland, Frankreich und anderen Ländern, wie diese das so ähnlich umsetzen könnten“, erzählt Prälat Städtler.

 

In den Bergen daheim

Ob er es jemals bereut hat, Priester zu sein? Nie, kommt es wie aus der Pistole geschossen. „Ich habe überall Menschen und Familien gekannt, wo ich quasi daheim war“, sagt er. Außerdem habe er immer Hobbys gehabt und „arm sind nur die, die kein Hobby haben“. Seine Leidenschaft waren und sind die Berge. Den Großvenediger habe er als ersten 3000er mit 14 Jahren erklommen, das Matterhorn und den Mont Blanc erklettert, insgesamt mehr als 300 Berge höher als 3000 m geschafft, Hüttensegnungen vorgenommen und viel Zeit gehend verbracht. Das sei heute noch ein Segen, denn seine Wohnung liegt im 3. Stock – ohne Lift. Und die erreiche der unermüdlich Scheinende nun zwar langsamer, aber immer noch ohne Pause.

 

Am Sonntag, 5. Juli, findet um 17 Uhr eine Festmesse anlässlich des 70-Jahre-Priesterjubiläums von Leopold Städtler im Grazer Dom statt. Alles Gute und Gottes reichen Segen!

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