Diözese Graz-Seckau
  • Woher weht der Wind?

    Kirche: Entwicklungen & Trends

  • Berufung

    Glauben entzünden

  • TheoTag

    Infos zum Berufsfeld Kirche

  • Berufung

    Für Gott & die Menschen

  • „Wofür lebst du?“

    Gesucht: Menschen mit Wagemut

Canisiuswerk vor Ort

» in der Diözese Graz-Seckau

 

Ihr Ansprechpartner

MMag. Thorsten Schreiber, MA

Regens

Bürgergasse 2

A - 8010 Graz

Tel.: +43 316 8042-7100

Mobil: +43 676 8742-4700

E-Mail

Veranstaltungen

Energie für die Seele tanken!
Aus unserem reichhaltigen Angebot wählen Sie hier:





Aus der Diözese Graz-Seckau

Gott lässt einem die Wahl

Berufungserfahrung von Sr. Gertraud Harb

Während einer Gebetszei bei Schweigeexerzitien wurde Gertraud Harb ihre „Berufung zur Nachfolge Jesu“ bewusst. „Ich konnte an Gott nicht mehr vorbeileben“, so die Ordensfrau.

 

Schwester Gertraud Johanna Harb vom  Orden der Barmherzigen Schwestern vom heiligen Kreuz

 

Wann wussten Sie, dass das der richtige Weg für dich ist? Gab es ein Berufungserlebnis?

 

Ich bin eher eine skeptische Person und so dauerte es seine Zeit bis eine mögliche Berufung in mir wirklich zum Thema wurde. Mein tiefstes Erlebnis war auch kein „Berufungserlebnis“ in den Orden im eigentlichen Sinn, sondern im Grunde eine Berufung zur Nachfolge Jesu generell. Ich war damals auf meinen ersten Schweigeexerzitien und habe in einer der Gebetszeiten einfach ganz intensiv Christus gespürt – seine Liebe und auch, was er mir geschenkt hat: Nämlich dass ich wirklich befreit und gerettet bin. Es war eine unglaubliche Liebeserfahrung, in der ich mich vollkommen angenommen fühlte. Wenn man so einen Moment näher beschreibt, klingt es immer irgendwie kitschig oder unwirklich … oder es fehlen einem schlicht die Worte. Aber seit diesem Tag war mir klar, dass Gott mich liebt und dass Jesus Christus mein Erlöser ist. Diese Erkenntnis ist für mich innerlich von einer Klarheit und Wahrheit gewesen, dass selbst ich es nicht mehr bezweifeln konnte. Und ich konnte an Gott nicht mehr vorbeileben.

 

Wie fühlt sich Berufung an?

 

Meiner Erfahrung nach wird eine Berufung in einen Orden oder zum Priestertum sehr unterschiedlich empfunden. Gott kann einen überraschen, einen locken oder drängen. Manche Menschen wissen zunächst gar nicht, dass es Gott ist, den sie fühlen. Andere spüren einfach den Willen in sich und das reicht ihnen schon.

 

Ich persönlich hatte das Gefühl der Bedrängnis – irgendetwas in meinem Leben war nicht in Ordnung. Mir fehlte etwas. Ich war unruhig und gleichzeitig hatte ich keine Ahnung warum. Ich wollte früher schon einmal in einen Orden eintreten, habe es auch versucht und bin dann wieder gegangen. Ich hatte das Thema für mich abgeschlossen und dachte zunächst nicht daran. Und dann waren die Gefühle und Gedanken einfach wieder da und haben mich nicht mehr losgelassen. In mir spürte ich einen Aufbruch, als würde Gott mich bewegen wollen – aber ich wusste nicht, wohin. In dieser Zeit der Entscheidung kann das Leben dann auch anstrengend sein. Mir zum Beispiel hat die Phase der Suche recht viel Energie geraubt, bis ich mich für einen neuen Versuch entschieden hatte.

 

Nachdem der Weg klar war: Wie sah der nächste Schritt aus? Nachdem mir innerlich deutlicher wurde, dass ich vielleicht doch Ordensfrau sein will bzw. Gott mich dazu ruft, waren die Fragezeichen zunächst nicht kleiner, denn es gibt sehr viele Frauenorden. Ich habe mir in der Folge einige Gemeinschaften angeschaut, habe gebetet und in mich hineingehört. Die Entscheidung für die Kreuzschwestern (Barmherzige Schwestern vom heiligen Kreuz) war für mich dann aber eindeutig. Die Art des Lebens, die weltweite Gemeinschaft und der Gründungsgedanke haben mich angezogen. Es hat einfach gestimmt.

 

Sobald ich dann im Orden war, waren die äußeren Bedingungen für mich zwar zunächst schwierig, aber innerlich war ich viel freier. Ich spürte auch, dass es nun letztlich meine Entscheidung ist. Gott drängt einen auf Dauer zu nichts – er lässt einem die Wahl. Ich war vor ihm völlig frei meine Entscheidung zu treffen. Ich hätte ihm auch anders folgen können.

 

Welchen Tipp würden Sie Suchenden mitgeben?

 

Also ich finde wichtig, dass man seiner innersten Sehnsucht folgt und sich selbst nichts vorlügt. Das heißt aber auch, dass man sich ein bisschen mit sich selbst beschäftigen und seine Sehnsucht kennen muss. Bei manchen Menschen habe ich eher den Eindruck, sie rennen anderen hinterher, aber spüren sich selbst gar nicht wirklich.

 

Und dann muss man einfach beten – hinhören, was Gott vielleicht zu meinem Leben zu sagen hat. Wenn jemand sich tatsächlich gerufen oder zum Ordensleben berufen fühlt, dann empfehle ich, dass man verschiedene Orden einfach anschaut – Mitleben ist ja an vielen Orten unverbindlich möglich. Ich selber war in den Jahren meiner Entscheidung in geistlicher Begleitung und habe auch das als wirklich hilfreich erlebt.

 

Jedenfalls bringt es im Grunde nichts nur von außen auf Gemeinschaften draufzuschauen. Überlegen allein bringt nicht viel. Es ist von innen einfach noch einmal anders – vor allem in Ordensgemeinschaften. Die Stimmigkeit der Berufung merkt man letztlich nur, wenn man den Weg konkret geht. Man kann sich auch nicht zu 100 Prozent sicher sein. Wenn aber die Idee in einem ist und sich immer öfter meldet oder einfach nicht mehr weggeht, dann sollte man irgendwann den Versuch wagen. Nur Mut!

CANISIUSWERK
Zentrum für geistliche Berufe

Stephansplatz 6
1010 Wien

Telefon: +43 1 516 11 1500
E-Mail: office@canisius.at
Darstellung: