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Aus der Diözese Feldkirch

„Urcool, hier sein zu dürfen“

 

Mit diesen Worten begrüßte die 18-jährige Slam Poetin Ines Strohmaier die Schüler/innen beim Theo Forum. Ein Infotag über kirchliche und soziale Berufe, organisiert von der Berufungspastoral der Katholischen Kirche Vorarlberg - was hat das mit cool zu tun? Sehr viel, wie gestern deutlich wurde. Sowohl Formate als auch Inhalte des Theo Forums waren laut den Jugendlichen cool. Oder, weniger neudeutsch ausgedrückt: Hier wurden echte Tipps für Leben – zum Beispiel wie Entscheidungen getroffen werden können – vermittelt. Cool!

 

So viele Menschen auf einmal sieht das Jugend- und Bildungshaus St. Arbogast in Götzis sonst selten: 440 Jugendliche wuselten gestern, Donnerstag, beim Theo Forum durch die Gänge, sie zogen von einem Raum oder Saal zum anderen, sie waren auf dem Weg zwischen Haupthaus und Kapelle. Sie alle sind Schüler/innen höherer Schulen, die ein oder zwei Jahre vor dem Schulabschluss stehen. Die meisten kamen klassenweise mit ihren Religionslehrer/innen zum Theo Forum.

 

Cool, bunt, informativ

Das Theo Forum ist der Infotag für kirchliche und soziale Berufe, heuer fand er zum zwölften Mal statt. Infotag, kirchliche Berufe: Das hört sich vielleicht ein wenig fad und trocken an. In Realität aber war es – laut den teilnehmenden Schüler/innen – cool, bunt und informativ. Denn es wurde nicht irgendwie informiert, sondern anhand kurzweiliger Formate wie Talks und Ateliers mit breit gefächerten Inhalten, die nahe am Leben der Teilnehmenden sind: Da gab die junge Slam Poetin und ebenfalls vor dem Schulabschluss stehende Ines Strohmeier viele Denkanstöße mit ihrem Text „Entscheidung“. Da hielt Wikipedia-Autor Thomas Planinger einen Workshop mit Titel „Wiki…wie? Was können wir nun wirklich glauben und selbst bearbeiten bei Wikipedia?“. Da widmete sich ein Workshop dem Thema „Raus aus der Abhängigkeit, weg von den Drogen. Was suchst du wirklich?“. Da vermittelte Christian Marte, Rektor des Jesuitenkollegs in Innsbruck, Tipps, wie das denn nun klappen soll, das Richtige für sich und seine Zukunft zu finden.

 

„Was mache ich mit meinem Leben?“

Dahinterkommen, was man wirklich will und Entscheidungen treffen: Dies waren - neben den Infos zu konkreten Berufsbildern – die Hauptinhalte des Theo Forums. Vor allem wurden sie durch die auftretenden Gäste vermittelt. Sie erzählten frei von der Leber weg, wie das bei ihnen war, als sie jung und selbst vor der Entscheidung „Was mache ich mit meinem Leben“ standen.
Schwester Rita, Äbtissin der Clara-Schwestern in Bregenz, etwa gab ganz offen Einblicke in die Geschichte ihrer Berufung: Als sie 18 war, arbeitete sie als Bürokauffrau, ging gerne ins Theater, hatte eine Vorliebe für flotte Autos und war bereits ihrem Traummann begegnet. Von außen gesehen ein tolles Leben – doch sie hatte stets das Gefühl: Irgendetwas fehlt noch. Sie begann zu suchen und fand heraus, dass sie dieses „irgendetwas“ im Kloster finden würde. Der Weg dorthin war dann gar nicht so einfach – doch er stellte sich als der richtige heraus. „Hört auf euer Bauchgefühl“, fasste sie ihre Erfahrungen für die Schüler/innen zusammen. „Wenn ihr merkt, irgendwas stimmt nicht, sucht weiter.“

 

Umwege und Hindernisse

Nicht immer verläuft der Weg zum Traumberuf gerade, manchmal stürzt man, manchmal ist er so schwierig zu gehen, dass der Gedanke ans Aufgeben greifbar nahe ist, manchmal ist man gezwungen, eine andere Richtung einzuschlagen. Auch diesem Thema widmete sich das Theo Forum. Marion Reichart zum Beispiel blickt auf einen solchen Weg zurück. Sie wollte ursprünglich eine Praxis für Massage und alternative Heilverfahren aufbauen – durch den frühen Tod ihres Vaters aber änderte sie ihre Pläne und ist seit vielen Jahren Geschäftsführerin des familieneigenen Betriebes Uni Sapon, in dem ökologisch nachhaltige Putzmittel hergestellt werden. Gemeinsam mit Bischof Benno Elbs trat die Powerfrau im Talk auf. Die 30 Minuten waren gespickt mit Tipps, Inputs und Anregungen wie: „Wichtig ist, dem eigenen Gefühl vertrauen zu lernen. Um seine Berufung zu finden, sind darüber hinaus zwei Fragen sehr wichtig: Was kann ich gut und wo werde ich gebraucht?“ - Bischof Benno Elbs. „Um auf steinigen Wegen bestehen zu können, sollte man immer konsequent und ehrlich mit sich sein und nicht aufgeben“ - Marion Reichart.

 

Was ist Glaube?

Irgendwann und irgendwo wird bei einer Veranstaltung wie dem Theo Forum natürlich auch der Glaube thematisiert. Nicht nur im Einzelgespräch mit Schwester Emanuela bei der „Living Library“, bei dem die Schüler/innen von sich aus Glaubensfragen aufs Tapet brachten. Auch bei den Talks wurde darüber gesprochen. Marion Reichart zum Beispiel sagte, dass Glaube für sie folgendes ist: „Sorgsam sein mit sich selbst, den Mitmenschen, den Tieren und der Umwelt.“ Und: „Mit offenem Herzen durch das Leben gehen.“ Hannes Hagen, Konzertveranstalter und Szene Openair Obmann, erklärte bei seinem Talk, dass er zwar traditionell kirchlich aufgewachsen ist, der Glaube in seinem Leben heute aber keine große Rolle mehr spielt. Beim Theo Forum kann alles  thematisiert werden, alles hat seinen Platz, alles seine Berechtigung.
Gelegentlich war dann so manch eine/r überrascht, was Kirche heute alles ist und wo überall es Verbindungen geben kann. Claude Bachmann etwa ist bei Musikfestivals als Festivalseelsorger tätig. Will heißen: Auf dem Gelände eines Rock- und Metal-Festivals bauen er und seine Mitarbeiter/innen ein Zelt – bedruckt mit Totenköpfen – an einer gut frequentierten Stelle auf und „quatschen mit den Leuten, die vorbeikommen“, wie Claude Bachmann sagt. Feiern und Glaube ist für den jungen Schweizer – no na – übrigens kein Widerspruch: „Christ/innen feiern ja auch jeden Sonntag die Eucharistie. Natürlich ist das ein anderes Feiern, aber trotzdem. Wichtig ist: Die beiden sollten nicht gegeneinander ausgespielt werden.“

 

"Es war cool gemacht"

Diese Blicke auf die Kirche überraschten die Schüler/innen. Aber auch das Theo Forum war für so manche ganz anders, als sie es sich vorgestellt hatten. Luca vom BRG Feldkirch etwa war zu Beginn skeptisch, wie eine Veranstaltung – organisiert von der Katholischen Kirche Vorarlberg – denn sein werde. Sein Resümee am Ende des Tages:  „Es war cool gemacht. Die Menschen, die hier Auskünfte gegeben haben, waren offen, freundlich und man merkte, dass sie wirklich weiterhelfen wollen.“ Eine andere Schülerin, Anna-Lena von der HLW Feldkirch, kam zwar mit einem bereits gefassten Berufswunsch zum Theo Forum, dennoch konnte auch sie einiges von dem Vormittag mitnehmen, zum Beispiel zum Thema Entscheidungen.  Leonie und Julia, beide an der HTL Dornbirn, reisten ohne große Erwartungen zum Theo Forum an und mit guten Eindrücken sowie positiven Erlebnissen wieder ab. „Das nächste Mal sollte es aber länger dauern“, meinte Julia noch. „An einem Vormittag kann man all die Angebote gar nicht wahrnehmen.“ 

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