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DIÖZESE Eisenstadt
P. Mag. Karl Schauer OSB
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Wenn Menschen eine Bewerbung für eine Arbeitsstelle schreiben, führen sie an, was sie können, das geht von Schulabschlüssen, Studien, Sprachen bis zu Führerschein, Computerprogrammen und Arbeitsstellen. Das Eigentliche bleibt ungesagt und ungeschrieben. Und doch: jeder Mensch ist viel mehr als gesagt, vermutet und aufgelistet werden kann. Er ist, so glauben und vertrauen wir, vor allem von Gott her und auf ihn hin. Das Törichte hat Gott erwählt, das Schwache, das Niedrige und Verachtete, um die Weisen und die Starken zuschanden zu machen, die Mächtigen und die Vornehmen zu beschämen, damit niemand sich selbst rühmen kann, sondern ist, was er ist vor Gott, und sich rühmt in Gott. Berufung hat immer mit dieser Ehrlichkeit und Bescheidenheit zu tun.
Die fehlenden Priester- und Ordensberufungen haben auch mit dieser verschwundenen Unaufgeregtheit zu tun und mit dem fehlenden Eingeständnis, dass Berufung immer die unmögliche Möglichkeit ist, von Gott, als der alles bestimmenden Wirklichkeit der Liebe ergriffen zu werden. Die einfache und doch komplexe Antwort heißt: Hingabe. Die Rede ist zuerst von der Hingabe Gottes, die den Menschen befähigt, Gott und die Menschen zu finden. So darf ich Mönch, Priester und Christ sein, einer der immer noch Gott sucht, aber ahnt, dass er mich schon längst gefunden hat. Warum gerade mich? Das habe ich nie begriffen.
Und was ist mit Dir?
Gebet
Gott,
ich suche dich, dass du mich findest.
ich rufe dich, dass du dein Schweigen brichst,
ich höre auf dich, dass du redest,
ich frage dich noch immer
und du antwortest nicht.
Amen.
Pater Karl Schauer OSB