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Diakone tragen "Impfstoff" in sich

Nachgeholte Diakonenweihe am 8. Dezember 2020

Bischof Zsifkovics weihte Friedrich Bohnenstingl, Michael Marlovits, Erich Miksits, Hermann Pfalz und Stefan Tkauz zu ständigen Diakonen sowie den Montenegriner Ivan Vukcevic zum ehelosen Diakon auf dem Weg zum Priesterberuf – Besonderes Gebet für die an Covid erkrankten burgenländischen Priester.

 

 

Im Eisenstädter Martinsdom wurde am 8. Dezember die nachgeholte Diakonenweihe für die Kirche des Burgenlandes gefeiert. Diözesanbischof Ägidius J. Zsifkovics weihte die fünf Burgenländer Friedrich Bohnenstingl, Michael Marlovits, Erich Miksits, Hermann Pfalz und Stefan Tkauz zu Diözesanmitarbeitern im Stand des verheirateten ständigen Diakons sowie den Montenegriner Ivan Vukcevic zu einem ehelosen Diakon auf dem Weg zur Priesterweihe. Zsifkovics verwies in seiner Ansprache an die ursprüngliche Funktion der Diakone als Helfer der Bischöfe besonders im Armendienst.

Die Diakone seien berufen "vor allem zum Dienst an den Armen, Kleinen, Schwachen und Benachteiligten in unserer Gesellschaft", betonte der Bischof: "Bekämpft die große menschliche und soziale Distanz dieser Corona-Zeit mit eurer besonderen Nähe zu und eurem Einsatz für die Menschen!", appellierte er.

 

"Impfstoffe" für eine liebevollere Gesellschaft

Er stellte einen Vergleich mit der von allen sehnsüchtig erwarteten Corona-Impfung an: "Mit der Weihe empfangt ihr den 'Impfstoff' der Würze und Heilung. Bei einem Besuch bei mir im Bischofshof habt ihr mir einen Salzstreuer als Geschenk übergeben, weil ihr euch 'die Salzstreuer' nennt. Wir alle kennen die Bedeutung des Salzes – es gibt Geschmack und Würze, es schützt vor Fäulnis und Verderben, es kann etwas auftauen, lösen und heilen", so Zsifkovics. Die Geweihten sollten vor allem die "Würze des Evangeliums" wieder bekannt machen.

Als "Salzstreuer" sollten die Diakone aber auch die Menschen, zu denen sie gesandt seien, "vor Bösem, Verderben und vor faulen Kompromissen schützen" und ihnen helfen, "sich aus den Fesseln des modernen Lebens zu lösen". Als Diakone und Salzstreuer hätten sie "wie Maria den Impfstoff der Würze und Heilung" in ihrem Inneren, hob der Bischof hervor. Und er erwähnte auch andere Wirkweisen von Glaube und Weihe im Sinne eines "Impfstoffs" im übertragenen Sinn. Die Predigt von Diözesanbischof Zsifkovics im Wortlaut finden Sie hier

Seine Bitte an die sechs Diakone betraf besonders auch die Zuwendung zu Menschen, die von der aktuellen Krise stark betroffen sind: "Lasst euch von der Not der Menschen nicht nur im Herzen berühren, sondern helft tatkräftig mit, sie zu lindern. Gerade diese Corona-Zeit zeigt uns deutlich die Nöte der Menschen und auch die neue Armut unserer Zeit und des modernen Menschen. Ihr versprecht heute, den Armen und Kranken beizustehen, den Heimatlosen und Notleidenden zu helfen. Fürchtet und schämt euch nicht, dieses Versprechen auch im Alltag einzulösen, auch wenn es heute schwer ist, ihr euch dabei schmutzig macht, aneckt oder gar beschimpft und von den anderen für dumm angesehen werdet."

Der Bischof erinnerte, dass wegen der Corona-Pandemie vieles abgesagt oder verschoben werden musste, so auch die Feier des Diözesanjubiläums und die jetzt nachgeholte Weihe. "Wir feiern sie dennoch – zwar anders als geplant, letztlich aber bescheidener und hoffentlich auch bewusster." Dabei füge es sich schön, dass die Weihe auf das Fest der Erwählung Marias falle, denn es gebe "kein besseres Vorbild für den diakonalen Dienst als Maria".

 

Berufungen als Jubiläumsgeschenk

Die Diakonenweihe falle in das Jubiläumsjahr der Diözese Eisenstadt, und diese Weihefeier sei ein großes Geschenk, denn "gibt es ein schöneres Geschenk für unsere Diözese als neue geistliche Berufungen? Es sind zwei Neupriester und sieben Diakone aus unserer Diözese", freute sich Zsifkovics. Mitgefeiert werde das aktuelle Jubiläumsjahr "50 Jahre Ständige Diakone in Österreich" und "40 Jahre Ständige Diakone in der Diözese Eisenstadt".

Ausdrücklich erwähnte der Bischof den ersten Ständigen Diakon der Diözese, Richard Müllner, und gratulierte ihm und allen Ständigen Diakonen. Sie seien seit 40 Jahren "ein Segen für die Menschen unserer Diözese". Von den Anwesenden dankte Zsifkovics besonders Bischofsvikar P. Karl Schauer für die Begleitung der Diakone, weiters dankte er den Ausbildnern in Wien.

Zu Beginn des Gottesdienstes rief der Bischof zum Gebet für die Kranken auf, besonders für die von Covid Betroffenen. "Und ich denke da auch an jene Mitbrüder, die mit der Krankheit kämpfen", sagte er.

 

IT-Fachmann, Milizoffizier, Landwirt, Jurist, Bautechniker

Die neuen Diakone wurden von Bischofsvikar P. Schauer vorgestellt; sie waren vor kurzem auch in der Eisenstädter Kirchenzeitung "martinus" porträtiert worden. Friedrich Bohnenstingl, 53, aus Breitenbrunn ist zweifacher Familienvater und Großvater eines Enkelkindes. Beruflich war er 13 Jahre in der Forschung tätig, gefolgt von Managementaufgaben bei internationalen IT-Firmen. Sein Zugang zu Glaube und Religion sei lange mit "einer Sinuskurve vergleichbar" gewesen, erklärte er. "Einmal mehr und einmal weniger." Durch seine Kinder kam er wieder in Kontakt mit der Pfarre und wurde Pfarrgemeinderat. Als Diakon möchte er "Menschen in Not besondere Zuwendung geben".

Michael Marlovits, 46, aus Schachendorf engagiert sich seit drei Jahrzehnten in seiner Pfarre. Der verheiratete Vater eines Sohnes ist Milizoffizier, Dolmetscher und Lehrer – aktuell in der Volksschule Großpetersdorf. Seit einigen Jahren lehrt er zudem an der Pädagogischen Hochschule Burgenland. Auf seine Weihe hat er sich gefreut, "weil mich damit ein neues Betätigungsfeld erwartet".

Im Caritas-Haus Rechnitz und dem Krankenhaus Oberwart will Stefan Tkauz aus Weiden bei Rechnitz wirken. Der Landwirt begann 1988 nach seiner Studienberechtigungsprüfung schon einmal einige Semester Theologie zu studieren. Doch dann brach er ab und übernahm die elterliche Landwirtschaft. 2016 absolvierte er den Theologischen Kurs und hat seither ein klares Ziel: das Ständige Diakonat. Altersheim und Krankenhaus sind für ihn ideale Orte für Gespräche über den Glauben. Der Dienst des Diakons, so sagt er, "war nie aktueller als heute".

Hermann Pfalz aus Donnerskirchen engagiert sich seit seiner Kindheit in seiner Heimatpfarre, zuletzt als Kommunionhelfer und Leiter von Wortgottesdiensten. Seit 1997 ist er Mitglied des Pfarrgemeinderates und als Lektor tätig. "Ich bin den Kontakt mit Menschen gewohnt", sagt der Bankjurist, Vizebürgermeister und Vater von drei Kindern.

Erich Miksits 69, aus Olbendorf hat sein Berufsleben als Bautechniker beim Landeswasserbauamt verbracht. Seit seiner Pensionierung war sein Wunsch, "für Gott und die Menschen noch engagierter da zu sein". In Gerersdorf und Olbendorf ist er als Firmhelfer, Lektor und Leiter von Wortgottesfeiern aktiv. Künftig möchte der Vater und Großvater im Krankenhausdienst, bei der Caritas und in der Altenbetreuung tätig werden.

 

Musiklehrer aus orthodoxer Familie

Ivan Vukcevic wurde 1981 in Bar (Montenegro) geboren. Ursprünglich in einer orthodoxen Familie aufgewachsen, war doch die römisch-katholische Kirche für Ivan schon von Kindheit an prägend. Nach der Matura im Musikgymnasium in Kotor studierte er Klavier und später Musikwissenschaft an der Musikakademie in Centinje. Anschließend war er Lehrer an der Musikschule und Assistenzprofessor an der Musikakademie, später auch Archivar und Assistent an der montenegrinischen Akademie der Wissenschaften und Künste sowie der Universität von Montenegro.

Im Jahr 2013 trat er zunächst als Kandidat der Diözese Kotor in das Priesterseminar ein und studierte parallel dazu für drei Jahre Philosophie und Theologie an der Universität in Sarajevo. Ab 2016 studierte er an der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom, wo er 2018 das Theologiestudium mit dem Bachelor abschloss.

2018/19 absolvierte er sein Pastoraljahr in der Erzdiözese Bar und belegte verschiedene Pastoralkurse am Interdiözesanseminar in Albanien, bevor er nach Kontaktnahme mit der Diözese Eisenstadt im August 2019 in das Burgenländische Priesterseminar aufgenommen wurde. Als bisheriger Praktikant und künftiger Diakon ist Ivan den Pfarren Jois, Kaisersteinbruch und Winden am See zugeordnet.

Quelle: Diözese Eisenstadt

Gehilfen der Apostel

Der Diakon (griechisch diakonos – "Diener", "Helfer") bekleidet ein geistliches Amt innerhalb der Kirche, den Diakonat. Seine Aufgaben beschränken sich nicht auf die Diakonie, sondern umfassen wie die der anderen geistlichen Ämter auch Verkündigung (martyria – "Zeugnis") und Gottesdienst (leiturgia – "Liturgie").

Diakone waren ursprünglich Gehilfen der Apostel zur Verwaltung des gemeinsamen Vermögens und zur Leitung der gemeinsamen Mahlzeiten. Später, und viele Jahrhunderte hindurch, wurde die Diakonenweihe nur als Vorstufe zur Priesterweihe durchgeführt.

Mit dem Zweiten Vatikanischen Konzil wurde der Diakonat in seinem alten Sinn wiederbelebt. Es ist jetzt das einzige Weiheamt in der katholischen Kirche lateinischer Prägung, das verheirateten Männern zugänglich ist.

 

Schon 800 Ständige Diakone

Der Dienst erfreut sich großer Beliebtheit. Mit den Neuzugängen verfügt die Diözese Eisenstadt insgesamt über 33 Ständige Diakone (von denen aber ein paar wenige nicht mehr aktiv sind).
Österreichweit wirken 800 Ständige Diakone in zehn Diözesen (inklusive Militärordinariat). Die meiste Arbeit geschieht ehrenamtlich, nur ein kleiner Teil der geweihten Männer ist als Pastoralassistent oder Krankenhausseelsorger angestellt.

Die Bewerber sind in den meisten Fällen verheiratet. Sie stehen im Berufsleben und bringen so ihre berufliche und familiäre Kompetenz in ihr Dienstamt ein. Auch die ehrenamtlichen Diakone sind oft in Krankenhäusern tätig. Sie verrichten weiters Dienste in der Liturgie, üben das seelsorgliche Gespräch und helfen im karitativen Bereich – ob in Pfarrgemeinden, Seniorenheimen, bei Hausbesuchen, in der Gefängnisseelsorge oder in Bildungshäusern.
Dem Priester bleibt der Vorsitz bei der Eucharistie, die Spendung des Bußsakraments und der Krankensalbung vorbehalten. Der Ständige Diakon kann aber Taufen und Begräbnisse feiern sowie Verkündigungsaufgaben wahrnehmen.


Eine vierjährige berufsbegleitende Ausbildung ist Voraussetzung für die Weihe. Mindestalter ist 35 Jahre. Somit können Diakone ihre mehrjährigen beruflichen Erfahrungen auch gut bei der Sakramentenvorbereitung nutzen.

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