Donnerstag 19. Juli 2018
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Aus der Erzdiözese Salzburg

In Schritten

Berufungsweg von Sr. Mietka Dusko

Heilige Messe mit Berufungsgebet und -zeugnis am Dienstag, 1.3.2016, in der Pfarrkirche St. Blasius/Geistliches Zentrum der Lorettogemeinschaft.

Sr. Mietka Dusko, Postulantin Andrea, Sr. Ulrike und irene Blaschke vom Berufungspastoralteam
Sr. Mietka Dusko, Postulantin Andrea
Zeugnis von Sr. Mietka Dusko

 

„Nachdem ich im Sept. 1985 ins Kloster eingetreten bin;  musste ich die sehr wichtige Frage für mich beantworten: WER ist Jesus für mich? Möchte ich IHM den ersten Platz in meinem Herzen geben – für das ganze Leben lang?“

 

Das war die Frage, die Sr. Mietka auf ihrem Berufungsweg begleitete. Zeugnis davon gab die Missionsschwester vom Hl. Petrus Claver bei der heiligen Messe um Berufungen am Dienstag, 1.3.2016, in Salzburg-St. Blasius. Zelebranten waren MMag. Christian Hödlmoser und Mag. Christian Walch. Jugendliche aus dem HOME, der Jüngerschaftsschule der Lorettogemeinschaft, gestalteten wieder den Gottesdienst musikalisch mit.

Irene Blaschke

 

Zeugnis

Ich heiße Sr. Mietka, komme aus Polen, und gehöre der Kongregation der Missionsschwestern vom hl. Petrus Claver an. Seit fast vier Jahren bin ich in unserer Gemeinschaft in Maria Sorg (Bergheim). Irene Blaschke fragte mich, ob ich euch meine Berufungsgeschichte erzählen kann. Ich versuche es.

 

Wie gesagt: Ich bin in Polen geboren – in einer kinderreichen Familie. Wir haben unseren Glauben praktiziert und gelebt. In den Eltern und Nachbarn hatte wir – Kinder –  unsere Vorbilder. Gemeinsame Sonntagsmesse, Beichte am Herz-Jesu-Freitag, Kreuzweg an jedem Freitag in der Fastenzeit, die schönen Maiandachten, Rosenkranzgebet im Oktober. Dies alles gehörte zu unserem Glaubensweg und -leben.

 

Meine Berufungsgeschichte ist eng mit der Familie unserer Gründerin verbunden: mit dem Faktum, dass Familie Ledochowski im Jahre 1883 von St. Pölten nach Galizien/Polen umgezog. Das war noch die Zeit der Österreichisch-Ungarischen Monarchie.

Die Familie Ledochowski lebte in Lipnica Murowana. Dort sind die Eltern der Gründerin in einer kleinen Kirche begraben. Diese Familie ist eng mit der Geschichte der Pfarre Lipnica Murowana verwoben, wie sie mit jener der Pfarre Loosdorf in NÖ: Dort liegen die Wurzeln der Familie, dort wurden die Kinder geboren.

 

Auch ich stamme aus der Pfarre Lipnica Murowana. Als zehnjähriges Mädchen erlebte ich die Vorbereitungen zur Seligsprechung von MTL mit. Die Seligsprechung fand in Rom statt, in unserer Pfarre und Diözese gab es jedoch viele Aktivitäten. Dadurch wollte man die neue Selige bekannt machen.

 

Unser Pfarrer gab sich viel Mühe, um den Kindern – in einer altersgerechten Art und Weise – das Leben der Seligen näherzubringen. Mit Leidenschaft erzählte er über ihre Kindheit und über das schöne Leben der jungen Gräfin Maria Teresia in Salzburg (Residenz). Als Hofdame der Großherzogin Alice von Toskana führte sie über fünf Jahre ein sehr vornehmes Leben: mit vielen Reisen durch ganz Europa, zahlreichen Bekanntschaften mit wichtigen und interessanten Persönlichkeiten. Zu ihrem Leben gehörten auch Bälle, Ausflüge und andere Aktivitäten, die nach außen als sehr anziehend schienen. Das alles machte sie nicht glücklich. Im Inneren ihres Herzens spürte sie Leere und Sinnlosigkeit.

 

Einmal wurde Herzogin Alice von Missionarinnen besucht, die Schwestern benötigten Unterstützung für ihre Tätigkeit in Afrika. Bei diesem Gespräch war auch Maria Theresia anwesend. Auf diese Art und Weise kam sie mit der Thematik der Arbeit der Mission in Berührung. Und Gott erfüllte ihr Herz mit Unruhe.

 

Erst als sie ihre Berufung entdeckt hat, fühlte sie sich glücklich: versklavten Menschen in Afrika zu helfen, Missionare in Afrika zu unterstützen, Katholiken in Europa über die schreckliche Lage der Menschen in Afrika zu informieren und sie dazu bewegen, etwas zu tun, um diesen Zustand zu ändern. Nun spürte sie im Herzen eine ihr bis jetzt unbekannte Freude.

 

Unser Pfarrer hatte die Gabe, Kindern über diesen Entscheidungsprozess, den Maria Theresia durchmachte, entsprechend zu erzählen. Er stellte die Schönheit des Lebens am Salzburger Hof vor, sprach aber auch die Leere eines solchen Lebens an. Bildreich sprach er über das Elend afrikanischer Kinder.

 

Ich war sehr beeindruckt, von der mutigen Entscheidung der Maria Theresia: das schöne, bequeme Leben zurückzulassen, um sich für die Ärmsten einzusetzen.

Mit meinen 11 Jahren spürte ich sehr intensiv, wie in der Tiefe meines Herzens ein starker Wunsch entstand: Ich möchte auch – so wie Maria Theresa – armen Kindern in Afrika helfen. Der Gedanke Ordensfrau zu werden, begleitete mich ständig in meinem Alltag.

 

Ein großes Erlebnis waren die Feierlichkeiten in meiner Pfarre nach der Seligsprechung der Maria Theresia. Im Mai 1976 kamen ca. 100.000 Menschen in unser Dorf. Das war in damaligen Zeiten für  das kommunistische Polen eine enorme Anzahl von Gläubigen. So sah ich auch zum ersten Mal die Schwestern, die der von der seligen Maria Theresia Ledochowska gegründeten Kongregation angehörten. Mit ihnen zu sprechen, war für mich unvorstellbar. Ich habe behielt meinen Wunsch nur für mich.

 

Mein nächster Schritt

Ich wollte Maria Theresa nachahmen: So betete ich für die Kinder, verzichtete auf kleine Dinge, um so ein wenig Geld für sie zu sparen. Es war meiner Meinung nach nicht viel, jedoch musste mein Pfarrer etwas bemerkt haben, weil er mir und meiner Klassenkollegin eine Reise nach Krosno ins Kloster der Schwestern vorgeschlug.

 

Dieser Besuch bestärkte mich in meinem Wunsch. Von den Schwestern erhielt ich nun monatlich „Echo aus Afrika“, eine Zeitschrift, die die selige MTL noch als Hofdame herausgegeben hatte. Meine Sehnsucht, Missionarin zu werden, wurde immer größer.

In der Pfarre wurde eine Missionsgruppe gegründet, von meiner älteren Kollegin Elisabeth geleitet. Gern schloss ich mich dieser an. Nach drei Jahren trat Elisabeth in „mein“ Kloster ein. Ich war überrascht, aber der Vorteil war, dass ich sie besuchen konnte, ohne jemandem den wahren Grund meiner Reisen verraten zu müssen.

 

Vor dem Abitur nahm ich an Exerzitien für Mädchen teil, wieder eine Stärkung auf meinem Weg ins Kloster. Ich muss auch zugeben, dass die Motivation, Missionarin zu werden, auf dieser Etappe meines Lebens nicht konkret war. Ich war wirklich sehr beindruckt von dem, was die Schwestern weltweit für die Menschen in Missionsländern taten und tun, wollte mit ganzem Herzen dabei sein. Nur, um dies alles zu tun, muss man nicht Ordensfrau sein! Das musste ich für mich ganz konkret klären.

 

Wie gesagt: Meinen Glauben praktizierte ich seit meiner Kindheit, ich kann auch über keine ernste Glaubenskrise erzählen, wohl aber über eine Oberflächlichkeit und eingetretene Routine. Nachdem ich im September 1985 ins Kloster eintrat, musste ich mir sehr wichtige Fragen beantworten: WER ist für mich Jesus? Möchte ich ihm den ersten Platz in meinem Herzen geben – für mein ganzes Leben lang?

 

Es war ein Prozess

Das war ein Prozess, den Schwerpunkt meiner Begeisterung zu verschieben: von dem Dasein für die Notleidenden zu jenem für Jesus und mit Jesus, aus Liebe zu ihm und mit ihm für andere dazusein.

 

„Gott hat mich nicht berufen, Erfolg zu haben. Er hat mich berufen, treu zu sein.“

Sel. Mutter Teresia

 

1988 legte ich meine ersten Gelübde ab, sechs Jahre später gab ich mein endgültiges JA-Wort. Im Juli 2013 durfte ich Gott für 25 Jahre Ordensleben danken: für die Gnade meiner Berufung und für alle Menschen, die guten Schutzengeln, die mir auf meinem Weg geholfen haben Gottes Ruf zu hören und ihm nachzufolgen.

 

Ich bedanke mich für eure Aufmerksamkeit und wünsche euch gute Schutzengeln, die euch helfen, eure Berufung zu entdecken und sie in eurem Leben umzusetzen! Wir beten für euch und ich bitte auch um eure Gebete für uns Ordensleute und Priester, dass wir nicht in erfolgreichen Tätigkeiten unser Glück suchen, sondern in Treue zu Jesus.

Sr. Mietka Dusko

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