Montag 16. Juli 2018
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Aus der Diözese Linz

Maria in der Heiligen Schrift

Was wissen wir über ihre Berufung?

Verglichen mit den Aposteln wird Maria selten erwähnt, dafür an wesentlichen Punkten. Sie ist untrennbar mit der Menschwerdung Jesu verbunden.

 

Sie tritt jedoch während seines öffentlichen Wirkens kaum in Erscheinung. Unter dem Kreuz ist es aber wieder die Mutter, die mit einigen anderen bei ihrem Sohn aushält und bei ihm ist.

 

Die einzelnen Evangelien setzen verschiedene Akzente, wobei auffällt, dass im Markusevangelium Maria eher unscheinbar bleibt. Paulus erwähnt  in Gal 4,4 nur, dass Jesus von einer Frau geboren wurde.

 

Im Schatten Josefs 

Im Matthäusevangelium spielt Josef eine größere Rolle als Maria, aber auch sie wird bereits durch die Nennung im Stammbaum Jesu zentral in die Heilsgeschichte eingebunden. Sie ist in besonderer Weise offen für das Wirken des Heiligen Geistes und wird die Mutter Jesu (Jesus = Gott rettet), der auch Immanuel (= Gott ist mit uns) heißt. Maria erfährt diese Wirklichkeit bis hin zur letzten Vollendung, dass Gott mit den Menschen geht und sie rettet. Mit Josef und ihrem Kind durchlebt sie in dieser Welt Ablehnung, Not und das Schicksal der Flüchtlingsfamilie. Sie wird aber in ihrer Offenheit für Gott und in ihrem Glauben nicht enttäuscht, sondern begleitet (Mt 2,13–23).

 

Weil du geglaubt hast 

Der Evangelist Lukas legt besonderen Wert auf das Erbarmen und die Barmherzigkeit Gottes. In diesem Evangelium finden wir die meisten Erwähnungen der Mutter des Herrn. Zwölfmal wird sie bei Lukas mit Namen und siebenmal als „Mutter“ genannt. Lukas zeichnet Maria sehr menschlich und doch mit außergewöhnlicher Gottesnähe. Sie reagiert dem Handeln Gottes gegenüber zunächst mit Unverständnis, Staunen und Fragen (Lk 1,34; 2,18f; 2,33) und versteht selbst ihren Sohn nicht (Lk 2,50). Sie durchläuft in ihrem Glauben Entwicklungen, bewahrt das Unverstehbare im Herzen, denkt über die Ereignisse nach und kann abwarten (Lk 2,19; 2,51).

 

In den großen Hymnen preist sie zwar gleich am Beginn die Größe Gottes (Lk 1,46–52) und wird von Elisabeth über allen anderen Frauen als seliggepriesen, doch sie kann nur Stück für Stück das Wirken Gottes an ihr und mit ihr erkennen und somit ihr Leben und ihre Erwählung als „Mutter des Herrn“ begreifen. Ihr „Ja“ zum Willen Gottes, das heißt ihre persönliche Berufung, war auch bei Maria kein einmaliges und punktuelles Ereignis, sondern ein Reifungsprozess. Wie sich die Kreise im Wasser ausbreiten, so hat sie ihre Berufung nach und nach verstehen und deuten gelernt. Menschlich ist auch, dass ihr Leben nicht nur aus Freude und Hochstimmung bestand, sondern dass mit der Liebe auch das Leid verbunden war. Sie geht trotz Schmerz und Leid mit ihrem Sohn bis zum Kreuz (Lk 2,34–35; 23,49) und ist mit der jungen Kirche im Gebet versammelt (Apg 1,14).

 

Am Anfang und am Ende 

Wie die beiden Brennpunkte einer Ellipse sind die zwei Erwähnungen der „Mutter Jesu“ im Johannesevangelium. Sie ist bei der Hochzeit zu Kana dabei (Joh 2,1–12) und steht mit Johannes und anderen Jüngern unter dem Kreuz (Joh 19,25–27). Ist Maria bei Lukas vor allem die Hörende und Glaubende, so ist sie bei Johannes die auf Jesus Verweisende: „was er euch sagt, das tut“ (Joh 2,5). Berührend ist der letzte Dialog Jesu am Kreuz, den er mit Johannes und seiner Mutter führt. Jesu Sorge um seine Mutter und um die Jünger wird zum Vorbild und zum Trost für jeden trauernden Menschen und für die Kirche. Das Leben Marias und das der Jünger, in der Folge können wir sagen, das der gesamten Kirche, ist und bleibt auf Christus bezogen.

 

Mit der Sonne bekleidet 

Aus verschiedenen bildlichen Darstellungen ist Maria auch noch als die Frau bekannt, die über der Weltkugel steht, den Mond zu ihren Füßen hat und der Schlange den Kopf zertritt. Dieses Bild kommt aus der Offenbarung des Johannes (Offb 12). Dieses Buch verleiht der menschlichen Hoffnung Ausdruck, dass der gute Gott trotz Chaos und Bösem das letzte Wort haben wird. So ist auch Maria als Zeichen der Hoffnung dargestellt, das am Himmel erscheint und den Sieg davontragen wird.

 

Viele Menschen haben in ihrer Bedrängnis Zuflucht bei Maria gesucht und gefunden. Mutter und Vorbild der Kirche kann sie genannt werden, weil sie nicht klammert und festhält, sondern loslassen kann und zu dem hinführt, der Trost und Rettung schenken kann, zu ihrem Sohn Jesus Christus.

 

Johann Hintermaier

Gerufen sein

Herr, du rufst uns,

mitzubauen an deiner Kirche,

mitzutragen an der Verantwortung,

mitzuhelfen, dass die Liebe unter uns wächst.

 

Lass uns nicht

über Steine am Weg stolpern,

sondern sende uns

deinen Geist,

damit wir uns einzusetzen wagen für andere.

 

Gib, dass das,

was in uns aufgebrochen ist,

nicht wieder

verschüttet wird von

Lauheit und Resignation.

 

Lass uns alle Kräfte einsetzen

um mitzubauen,

mitzutragen,

mitzuhelfen,

dass der Geist deiner Liebe

mehr und mehr spürbar wird,

überall, wo wir stehen.

 

Friederike Stadler

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