Donnerstag 23. November 2017
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Aus der Diözese Innsbruck

Unter dem Schutz des Herzens Jesu

Herz-Jesu-Freitag, 23. Juni 2017

Das „Herz-Jesu-Fest“ wird insbesondere in Tirol feierlich mit Prozession, Hochamt und dem Abbrennen von Bergfeuern begangen. 

 

Den Abschluss bilden stets das Gelöbnisgebet und das „Schwurlied“. Das Umdenken zum Ursprung dieser Verehrung drücken die Anfangszeilen eines vom Tiroler Alt-Bischof Reinhold Stecher verfassten Gebetes aus: Heiligstes Herz Jesu, Du bist die verborgene Mitte unseres Lebens, der Kirche, der Heimat und des Universums ...

1946 legte die Tiroler Jugend hier ihren Treueschwur ab.

Innsbrucker Jesuitenkirche: 1946 legte die Tiroler Jugend hier ihren Treueschwur ab.
 

Es war in Prag, noch zur Zeit des kommunistischen Regimes. Aus der Kirche, an der wir vorbeigingen, drang kraftvoller Gesang. Wir traten ein. Eine Gruppe Jugendlicher sang ein Lied, dessen Melodie uns bekannt vorkam. Plötzlich fiel uns auch der deutsche Text ein: Auf zum Schwure, Volk und Land ... und dann der Refrain: Ja, wir schwören heut aufs Neue, Jesu Herz, dir ew’ge Treue.

 

In der Situation, in der sich damals die Kirche in der Tschechoslowakei befand, eine beeindruckende Demonstration. Warum, fragten wir uns, hört man dieses Lied bei uns nicht mehr? Wird der Text als zu kämpferisch empfunden? Ist die Herz-Jesu-Verehrung nicht mehr zeitgemäß?

 

Vielleicht trugen auch die süßlich-blickenden Jesus-Figuren mit aufgerissenem, manchmal sogar elektrisch flackerndem Herzen zur ablehnenden Haltung bei. Der Devotionalienmarkt war damit überschwemmt und diese verkitschten Darstellungen schmückten auch so manche Wohnung der Vorkriegsgeneration.

 

Die Anfänge

Die Herz-Jesu-Verehrung ist aber keine religiös-romantische Erfindung des 19. Jahrhunderts. Die Anfänge reichen bis ins 13. und 14. Jahrhundert zurück und der Impuls dazu kam aus der deutschen Mystik. Das durchbohrte Herz Jesu wurde als Synonym für seine verströmende Liebe betrachtet. Im 17. Jahrhundert bekam die Herz-Jesu-Verehrung einen neuen Aufschwung. Die französische Nonne Margaretha Maria Alacoque (1647 – 1690) empfing in einer ihrer Visionen den Auftrag, sich für eine ständige Verehrung des Herzens Jesu einzusetzen. Sie sah in ihrer Entrückung das „von Liebe entflammte Herz Jesu“. Die Spuren dieser Ordensfrau fanden wir im französischen Wallfahrtsort Paray-le-Monial.

 

Die hartnäckige Nonne 

Wir konnten es nicht fassen – ein Wallfahrtsort leergefegt von Wallfahrern. Ende September kurven hier anscheinend keine Touristenbusse mehr herum. Die letzten Sonnenstrahlen fielen auf die mächtige Basilique du Sacré-Coeur. Doch nicht dorthin führte uns unser erster Weg, sondern zur Chapelle de la Visitation (Kapelle der Erscheinungen). Dort ruht sie, die fromme Ordensfrau Margaretha Maria Alacoque, die 1920 heilig gesprochen wurde, in einem vergoldeten Reliquienschrein.

 

Sie hatte es nicht leicht, ihre Mitschwestern und Vorgesetzen für ihren Auftrag zu gewinnen. Man stand ihren mystischen Fähigkeiten sehr kritisch gegenüber. Doch ihre Beharrlichkeit überzeugte letztlich. Bereits wenige Jahre nach ihrem Tod begann sich der Gedanke eines Herz-Jesu-Festes in Frankreich, Deutschland und Italien auszubreiten.

 

Gefeiert wurde das Fest von Anfang an am dritten Freitag nach Pfingsten. Offiziell anerkannt wurde es 1765 durch Papst Clemens XIII., und 1856 durch Pius IX. als Gedenktag für die ganze Kirche eingeführt. In seiner Enzyklika „Annum sanctum“ (1899) weihte Papst Leo XIII. die Welt dem Herzen Jesu. Neben diesem Fest wird aber auch der erste Freitag im Monat als Herz-Jesu-Tag begangen, an dem besonders um Priester- und Ordensnachwuchs gebetet wird.

 

Das Tiroler Gelöbnis 

Interessant ist, dass die Verehrung des Herzens Jesu immer wieder mit dem aktuellen politischen Tagesgeschehen verquickt wurde. In Frankreich bekam die Herz-Jesu-Verehrung im Kulturkampf des Katholizismus gegen liberal-nationale Ideen Ende des 19. Jahrhunderts eine neue Dynamik. Als steingewordenes Gelöbnis der Katholiken Frankreichs bezeugt in Paris dies die Kirche Sacré-Coeur.

 

Besonders eng verknüpft war die Herz-Jesu-Verehrung stets mit der wechselvollen Geschichte Tirols. Bereits ab dem 15. Jahrhundert kam es zu sogenannten Herz-Jesu-Bündnissen. Nicht viel übrig dafür hatte Kaiser Joseph II., und er verbot 1784 kurzerhand diese Verehrungsform.

 

Als 1796 die französischen Truppen die Grenzen Tirols überschritten, weihten die so Bedrängten ihr Land dem Herzen Jesu. Sie gelobten, dieses Versprechen jedes Jahr festlich zu begehen, wenn sich die Gefahr abwenden ließe. Ein Jahr später, nach dem Sieg von Spinges, konnte das Gelöbnis bereits in der Bozener Pfarrkirche eingelöst werden. Die Freiheit währte nicht lange, denn mit dem Frieden von Preßburg, 1805, wurde Tirol dem Königreich Bayern zugesprochen. Die Bayern verboten alles, was den Tirolern an religiösem Brauchtum lieb und wert war. Als Andreas Hofer 1809 zum Kampf gegen diese Unterdrückung aufrief, wurde feierlich das Herz-Jesu-Gelöbnis erneuert.

 

Im Jahre 1896 konnte Tirol als freies Land die Hundertjahrfeier seines Bündnisses begehen. Damals entstand auch das Lied: Auf zum Schwur, Tiroler Land, heb zum Himmel Herz und Hand... (Text: Josef Seeber, Melodie: Ignaz Mitterer), das zur zweiten Landeshymne wurde. Der Schrecken des 2. Weltkrieges war vorbei, als 1946 die Tiroler Jugend vor dem Herz-Jesu-Bild in der Innsbrucker Jesuitenkirche ihren Treueschwur ablegte. Auch der Kampf um die Vereinigung von Süd- und Nordtirol in den 60er-Jahren wurde, zwar inoffiziell, in diesem Sinne geführt. So inszenierte man 1961 die „Bozner Feuernacht“ genau am Herz-Jesu-Fest.

 

Die Kirche von Tirol bemüht sich seit langem, das „Bündnis“ mit dem Herzen Jesu von der politischen Hypothek zu befreien. Begangen wird das „Herz-Jesu-Fest“ weiterhin feierlich mit Prozession, Hochamt und dem Abbrennen von Bergfeuern entlang der Nordkette. Den Abschluss bilden stets das Gelöbnisgebet und das „Schwurlied“. Das Umdenken zum Ursprung dieser Verehrung drücken die Anfangszeilen eines vom Tiroler Alt-Bischof Reinhold Stecher verfassten Gebetes aus: Heiligstes Herz Jesu, Du bist die verborgene Mitte unseres Lebens, der Kirche, der Heimat und des Universums...

Ingeborg Schödl für "miteinander"

 

Termine der Feiern

Tag der Herzlichkeit

Landesgelöbnisgottesdienst - Messe zur Erneuerung des Herz-Jesu-Gelöbnisses

Herz-Jesu-Freitag, 23. Juni 2017 um 19.00 Uhr in der Jesuitenkirche Innsbruck mit Diözesanadministrator Jakob Bürgler

 

Musikalisch gestaltet wird die Messe von dem Pfarrchor Cappella Nova Schwaz. Sie präsentieren die „Messe der Hoffnung“ von Reimund Hess.

Anschließend Landesüblicher Empfang durch die Schützenkompanie Amras und der Stadtmusikkapelle Amras-Innsbruck. Danach erfolgt ein gemeinsamer Marsch zum Riesensaal der Innsbrucker Hofburg.

 

Herz-Jesu-Fest nach alter Tradition in Weerberg
Weerberg hatte immer schon eine starke Bindung zum göttlichen Herzen Jesu. So steht in einer Aufzeichnung aus dem Jahre 1875, dass es damals zwei Herz-Jesu-Bruderschaften gab, eine größere und eine kleinere. Die kleine feierte ihr Fest am Herz-Jesu-Freitag mit Amt und Prozession, die größere hielt ihr Fest am Sonntag danach, also am Herz-Jesu-Sonntag, ebenso mit Amt, Prozession und zehnstündigem Gebet. Der Missionspriester Josef Mandl aus Amerika vereinte große und kleine Bruderschaft zu einer gemeinsamen Bruderschaft mit Hauptfest am Herz-Jesu-Freitag.

So feiert Weerberg als einziger Ort in Nordtirol jedes Jahr an einem Freitag das Herz-Jesu-Fest nach dem alten Tiroler Gelöbnis von 1796 und 1809. Unzählige Schützenabordnungen sowie Persönlichkeiten aus Politik, Kirche und Gesellschaft nehmen an der Prozession durch das Dorf und über die Felder teil.


Der heurige Herz-Jesu-Freitag startet um 9.00 Uhr mit einem Gottesdienst mit anschließender Prozession. Hauptzelebrant der Feierlichkeiten ist Diözesanadministrator Jakob Bürgler. Anschließend Pfarrfest beim Bauhofgelände der Gemeinde Weerberg.

 

Herz-Jesu-Freitag in Obertilliach

An diesem Feiertag bleiben in der Osttiroler Gemeinde Schulen, Betriebe und Geschäfte geschlossen. 1916 hat sich die Gemeinde Obertilliach an der Südgrenze Tirol in akuter Kriegsnot dem Herzen Jesu anvertraut. Das Versprechen, den Großen-Herz-Jesu-Freitag als Feiertag zu begehen, haben die Tillga im Vorjahr (2016) wieder für zehn Jahre erneuert. Mit der Bekenntnisformel: „Von der Jugend bis zum Alter – Herz Jesu, dir wollen wir uns weihen.“​

 

Herz Jesus wird in Obertilliach an drei Tagen gefeiert

Freitag, 23. Juni, 8.30 Uhr: Gottesdienst

Samstag, 24. Juni, 20.00 Uhr: Konzert der Musikkapelle und Bergfeuer

Sonntag, 25. Juni, 8.30 Uhr: Gottesdienst und Prozession

 

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