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Patrick Holzinger, Seminarist des Wiener PriesterseminarsMein Name ist Patrick Holzinger, ich bin zwanzig Jahre alt und im zweiten Semester des Studiums der katholischen Fachtheologie an der Universität Wien sowie Seminarist am Erzbischöflichen Priesterseminar Wien. Vor etwa einem Jahr habe ich schon einmal einen Bericht für das „miteinander“ geschrieben – damals kurz nach meiner Aufnahme ins Priesterseminar und meiner „Entsendung“ ins Propädeutikum nach Horn. 

Nun ist mehr als ein Jahr vergangen und ich blicke zurück auf diese vergangene Zeit in Horn sowie auf meine gegenwärtige Situation als Seminarist und Student. Das Jahr im Propädeutikum war eine sehr fruchtbringende Zeit; die Kurse mit den verschiedenen Referenten bildeten die Grundlage für das kommende Studium; der Höhepunkt des Jahres – die fünfwöchige Reise nach Israel – war für uns alle ein großes Erlebnis. 

Nun, nach Absolvierung des Jahres in Horn, blicke ich auf das, was vor mir liegt: das fünfjährige Studium der Theologie. Schon seit mehreren Jahren gilt mein großes Interesse dem Studium dessen, woran ich glaube. Ebenso erlebe ich als beinahe jüngstes Mitglied im Wiener Priesterseminar unter der beachtlichen Anzahl von etwa vierzig Alumnen, die Zeit in der Gemeinschaft als ein Lernfeld für die spätere Aufgabe als Priester. Der Umgang mit den Mitbrüdern bildet die Grundlage für den künftigen Umgang mit den Menschen in Pfarre und Gemeinde. 

So hoffe ich, dass ich mich mit jenen Talenten, die Gott mir gegeben hat, so einbringen kann, dass ich zu einem glaubwürdigen Zeugen und Mitarbeiter der Wahrheit werden kann inmitten der Welt, inmitten der Kirche.

Patrick Holzinger

Seminarist des Wiener Priesterseminars

Presse

Canisiuswerk: Höhepunkt im Jubiläumsjahr

Gottesdienst mit Bischöfen in Mariazell am 13. Juni

100 Jahre Canisiuswerk: Höhepunkt des Jubiläumsjahres sind ein Gottesdienst mit allen Bischöfen in Mariazell und eine Festveranstaltung mit Referatsbischof Krautwaschl.

Mit einem Festgottesdienst am 13. Juni 2018 um 11.15 Uhr in der Basilika von Mariazell feiert das Canisiuswerk – zuständig für die Förderung von Berufungen und für die Unterstützung von Priesterseminaristen in Österreich – sein 100-jähriges Bestehen.

 

An dem Gottesdienst wird auch die gesamte österreichische Bischofskonferenz teilnehmen, die derzeit in Mariazell tagt. Der Gottesdienst, zu dem das Canisiuswerk alle Spenderinnen und Förderer herzlich einlädt, beginnt um 11.15 Uhr in der Basilika. Im Anschluss findet eine Festveranstaltung mit dem für das Canisiuswerk und die Berufungspastoral in Österreich zuständigen Grazer Diözesanbischof Wilhelm Krautwaschl statt.


Berufungspastoral im Zentrum
Das heurige Jahr stehe in gleich zweifacher Hinsicht ganz im Zeichen der Berufungspastoral, betonte die Büroleiterin des Canisiuswerkes, Elisabeth Grabner: Zum einen aufgrund des 100-Jahr-Jubiläums, zum anderen aufgrund der kommenden Bischofssynode im Vatikan, die sich dem Thema der Berufungspastoral zuwenden wird. „Dies zeigt, dass das Anliegen der Berufungspastoral in das Zentrum von Kirche hineinweist und heute so aktuell ist wie vor 100 Jahren“, so Grabner. 

Nach dem Gottesdienst in der Basilika findet am Mittwochnachmittag ab 14 Uhr eine Festveranstaltung mit Bischof Krautwaschl, dem Regens der Priesterseminare der Diözesen Graz-Seckau und Gurk, Thorsten Schreiber, sowie der Theologie-Studentin und österreichischen Teilnehmerin der Vorsynode im Vatikan, Eva Wimmer, statt. Bei der Veranstaltung unter dem Motto „Gemeinsam berufen werden“ werden Krautwaschl, Schreiber und Wimmer zunächst Kurze Impulsreferate halten, darauf soll eine Diskussion folgen. 

Bewegte Geschichte
Gegründet wurde der Verein Canisiuswerk in den Wirren des Ersten Weltkrieges am 31. Jänner 1918 zur „geistigen und materiellen Förderung der Heranbildung katholischer Welt- und Ordenspriester“ sowie zur „Unterstützung katholischer Studenten, welche sich auf Laienberufe vorbereiten“. Motor und Gründer war der Direktor der Bürgerschule in Wien-Kaisermühlen, Josef Moser. Über 4.000 Priester sind im Laufe der 100 Jahre vom Canisiuswerk finanziell und ideell unterstützt und gefördert worden. Gegenwärtig sind es rund 90 Seminaristen, die das Werk mit Stipendien oder Fortbildungsangeboten fördert. 

Seit Mitte der 1950er Jahre unterhielt das Canisiuswerk u. a. in Horn das „Canisiusheim“ - zunächst als Seminar für "Spätberufene“, später als Sitz des "Propädeutikums" – des Vorbereitungsjahres auf die Priesterausbildung. Rund 850 Studenten haben dort im Laufe der Jahre die Matura oder die Studienberechtigungsprüfung abgelegt und ihr Propädeutikum absolviert. Etwa 300 in Horn ausgebildete Studenten arbeiten derzeit als Priester in allen österreichischen Diözesen, zahlreiche weitere Absolventen seien zu Verantwortungsträgern in Kirche und Gesellschaft geworden. 

Dringend notwendige Sanierungsarbeiten an dem zum Teil unter Denkmalschutz stehenden Gebäude sowie eine veränderte Bildungslandschaft führten schließlich Ende 2017 zum Verkauf des Objekts. Das am 10. Jänner präsentierte Nachnutzungskonzept eines Immobilien-Entwicklers sieht eine Revitalisierung des Hauses als Tagungs- und Veranstaltungszentrum insbesondere für Einrichtungen mit sozialem, kulturellem und kirchlichem Schwerpunkt vor. 

Auftrag des Canisiuswerkes "aktueller denn je"
Heute fördert und führt das Canisiuswerk Initiativen der Berufungspastoral in Zusammenarbeit mit den Orden, anderen Gemeinschaften und Einrichtungen der Kirche auf nationaler wie diözesaner Ebene durch. Weiters vergibt das Canisiuswerk Stipendien an bedürftige Personen auf dem Weg zu einem geistlichen Beruf und Förderungen für Projekte der Berufungspastoral. Im Laufe der 100 Jahre wurden rund 4.000 Priester durch Stipendien oder Fortbildungsangebote unterstützt. Gegenwärtig sind es rund 90 Seminaristen, die das Canisiuswerk unterstützt. 

Das Kernteam besteht derzeit aus drei hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und der Büroleiterin Elisabeth Grabner. Ankerpunkte des Canisiuswerkes in den Diözesen sind eigene Diözesanbeauftragte, die die Berufungspastoral vor Ort fördern sollen. Zuständiger Referatsbischof ist der Grazer Bischof Wilhelm Krautwaschl. 

Zentrales Organ des Canisiuswerkes ist die Zeitschrift „miteinander“, die Spender und Abonnenten über die Tätigkeiten des Werkes informiert und mit einer Auflage von rund 25.000 Exemplaren sechs Mal im Jahr erscheint. In einem Interview in der aktuellen Ausgabe des „miteinander“ bezeichnete Bischof Krautwaschl den Gründungsauftrag des Canisiuswerkes als „aktueller denn je“: Schließlich brauche es „Priester wie engagierte Laien, die vorangehen in Kirche und Gesellschaft, die Verantwortung übernehmen und ein großes Gespür für die Zeichen der Zeit mitbringen". All dies entspreche dem Gründungsauftrag des Werkes - auch wenn sich die gesellschaftliche und kirchliche Situation heute weitaus komplexer gestalte als noch vor 100 Jahren. 

Er sehe die Aufgabe des Canisiuswerkes künftig u. a. darin, „Stachel im Fleisch“ der Kirche zu sein, „der uns spüren lässt, dass Berufungen der Kirche ein inneres Anliegen sein und bleiben müssen“, so Krautwaschl. Schließlich habe sich die Glaubenspraxis der Menschen stark verändert – dem müsse man auch mit veränderten Angeboten Rechnung tragen, um die Menschen wieder neu mit dem Glauben zu konfrontieren. Denn nur aus einer Erneuerung der Glaubenspraxis würden schließlich auch neue Berufungen hervorgehen, zeigte sich Krautwaschl überzeugt. 

Insgesamt sieht der in der Bischofskonferenz für die Berufungspastoral zuständige Bischof im Bereich der Förderung geistlicher Berufe und Berufungen noch großes Potenzial: „Das Thema ist auf der Agenda, aber es müsste wohl in seiner ganzen Komplexität noch höher gewichtet werden.“
Henning Klingen

CANISIUSWERK

Zentrum für geistliche Berufe

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