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Wenn sich das Leben wendet

Achtung: Dieser Kus kann Ihr Leben verändern

 

 

Von Ines SCHABERGER | 03.09.2019


Conference Training Planning Learning Coaching Business Concept

Weiterbildung ist in:  2018 haben knappe 800.000 Erwachsene an Kursen teilgenommen.

 

Monica Aschauer ist mit sich und dem Leben zufrieden – die Lebensfreude steht ihr ins Gesicht geschrieben. „Ich bin der glücklichste Mensch der Welt, und das, obwohl es nicht immer einfach war“, sagt sie. Die 56-Jährige sitzt auf der Terrasse vor dem Kardinal König Haus in Wien-Hietzing und erzählt von ihrer großen Lebenswende vor etwas mehr als 15 Jahren: Als erfolgreiche „Headhunterin“ suchte die studierte Handelswissenschaftlerin Führungskräfte für große Unternehmen und organisierte Vorstellungsgespräche. Der Beruf habe ihr Spaß gemacht, doch das Gefühl blieb: „Ich bin nicht ganz richtig in diesem Beruf.“ Doch zu diesem Zeitpunkt wusste sie keine Alternative.

 

2001, mit 38 Jahren, kam die erste Wende. „Das klingt kitschig, aber ich hatte so etwas wie ein Berufungserlebnis“, beschreibt Monica Aschauer jenen Moment in einer Messe, als sie eine Predigt zum Thema „Gottes Stimme in dir ist leise“ hörte. „Da dachte ich mir, ich will in einem Hospiz arbeiten!“ Davor habe sie noch nie mit den Themen Pflege oder Medizin zu tun gehabt – auch in ihrem Umfeld sei niemand krank gewesen. Wie „aus heiterem Himmel“ sei dieser Gedanke gekommen, doch er ließ sie nicht mehr los.

 

Authentisch und ohne Masken

 

Monica Aschauer besorgte sich Literatur zum Thema, absolvierte einen Schnuppertag auf der Palliativstation im Krankenhaus zum Göttlichen Heiland und erkundigte sich beim Hospiz am Rennweg. Diese kleinen Schritte bestärkten sie und sie meldete sich für den Kurs zur Lebens-, Sterbe- und Trauerbegleiterin im Kardinal König Haus, dem Bildungszentrum der Caritas und des Jesuitenordens, an.

 

„Der Kurs war einfach großartig. Ich hatte den Eindruck, dass hier höchst professionell Bildung vermittelt wird, aber in einer Art und Weise, wie ich es vorher in der Wirtschaft nicht erlebt hatte: authentisch und ehrlich, ohne Masken“, beschreibt sie ihre Erfahrung. Ein halbes Jahr lang lernte sie, wie sie Menschen in ihren letzten Lebenstagen begleiten kann, und sammelte erste Erfahrungen als ehrenamtliche Hospizbegleiterin.

 

Zur Person:

Weil ihr die Angehörigen von Schwerkranken und Sterbenden besonders am Herzen liegen, hat Monica Aschauer vor Kurzem begonnen, freiberuflich Begleitung und Beratung für Angehörige anzubieten. Mit einem Seelsorger leitet sie eine Trauergruppe im Krankenhaus Göttlicher Heiland. Infos: www.angehörig.at

 

Doch dann kam eine viel größere Wende, als sie es sich vorstellen konnte: Kurz vor ihrem 40. Geburtstag wird sie gekündigt. Selbst hätte sie sich nicht getraut, den gut bezahlt und sozial anerkannten Beruf als Personalberaterin aufzugeben – mit einem laufenden Kredit für das Eigenheim und einer Tochter in der Volksschule. Aschauer ergreift die Chance, die sich ihr bietet, und beginnt eine Ausbildung zur diplomierten Krankenpflegerin.

 

Es sei finanziell keine einfache Zeit gewesen, sagt sie rückblickend: „Ich verdiene als Krankenschwester in Vollzeit nach wie vor die Hälfte von dem, was ich früher mit einer 30-Stunden-Stelle verdient habe.“ Ohne ihren Mann hätte sie das nicht geschafft, es sei keine Frage gewesen, dass er sie unterstützt. Ihr Umfeld sei stolz auf sie gewesen. Sie selbst ist es auch. „Als mutig empfinde ich mich gar nicht so“, vielmehr fühle sie sich bei all dem „getragen von Gott“.

 

Während der drei Jahre Krankenpflegeschule bekommt sie Arbeitslosengeld, nach drei weiteren Jahren mit Praxiserfahrung wird sie Krankenpflegerin auf der Palliativstation im Krankenhaus Göttlicher Heiland: „Ich habe es keinen Tag bereut, dass ich diesen Schritt gewagt habe.“ Hier begleitet sie gemeinsam mit zwei anderen Krankenpflegerinnen bis zu zehn Patienten auf ihrem letzten Weg.

 

Achtung: lebensverändernd

 

Seit 2010 ist sie selbst Referentin für den Kurs im Kardinal König Haus, an dem sie einst teilnahm. „Am Anfang sage ich immer: ‚Achtung, dieser Kurs kann Ihr Leben verändern.‘ Bei mir war es so“, schmunzelt Monica Aschauer. Viele Menschen, die zu ihr in den Kurs kommen, seien um die fünfzig Jahre oder älter. Einige von ihnen haben selbst Angehörige gepflegt, möchten ihre Pension sinnvoll nutzen und werden nachher ehrenamtlich in der Hospizarbeit tätig. Andere merken während des Semester-Kurses, dass dies doch nicht das Ihre ist, und suchen sich etwas anderes. „Alle sagen jedoch, dass sie menschlich gesehen profitiert haben. Der Kurs lässt niemanden kalt“, berichtet sie.

 

Menschen, die selbst vor einer Lebenswende stehen oder das Gefühl haben, es gibt noch mehr, rät sie, keine Angst vor einer Neuorientierung zu haben. „Mir haben viele gesagt: ‚Mit 40 traust du dich das noch!‘ Doch das Alter sagt nichts. Man kann mit 40, mit 50 und wahrscheinlich mit 80 noch neue Dinge tun“, ist Monica Aschauer überzeugt. Sie rät, auf die eigene Intuition zu hören, denn es sei nie zu spät, um das zu tun, wozu man sich hingezogen fühlt.

 

 

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Sie möchten sich weiterbilden? Hier sind 5 Tipps:

  1. Sich informieren. z. B. auf erwachsenenbildung.at, weiterwissen.at oder direkt bei den Ordensgemeinschaften.

  2. Sich beraten lassen. Kostenlose Bildungsberatung gibt es auch per Telefon oder E-Mail. Oder fragen Sie Freunde und Bekannte nach deren Erfahrungen!

  3. Schnuppern. Es muss nicht gleich der Jahres-Kurs oder das Seminar sein, das sich über viele Wochenenden erstreckt. Viele Bildungshäuser bieten einen Einführungsabend oder auch Kurz- und Einzelveranstaltungen an.

  4. Finanzen klären. Am Geld soll es nicht scheitern. Suchen Sie nach finanziellen Zuschüssen unter www.kursfoerderung.at für berufliche Weiterbildung oder fragen Sie bei Ihrem nächsten Bildungshaus nach.

  5. Sich trauen! Es ist nie zu spät für einen Neuanfang.

 

 

 

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