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Aus der Diözese Innsbruck

Säen, wachsen lassen und ernten

Priesterweihe in Innsbruck

Fritz Kerschbaumer und Dominikus Kraschl wurden am 17. Juni 2018 im Innsbrucker Dom zu Priestern geweiht.

Weihekandidat für die Diözese Innsbruck war Mag. Fritz Kerschbaumer, derzeit Diakon im Seelsorgeraum Jenbach-Münster-Wiesing. Gemeinsam mit ihm wurde der Franziskaner DDr. Dominikus Kraschl ofm von Bischof Hermann Glettler geweiht.

 

Glettler: Säen, wachsen lassen und ernten 

"Erntehelfer sein, wenn die Zeit gekommen ist". Darin sieht Bischof Hermann Glettler eine der zentralen Aufgaben des Priesterberufs. "Der Priester muss sich kümmern um die frische Nahrung, die an die Menschen auszuteilen ist – um die Verkündigung des Wortes und um die Eucharistie", so der Bischof in seiner Predigt. Ebenso müsse sich ein Priester "kümmern um die geistliche Begleitung und die Stärkung der Gläubigen, dass niemand vergessen oder an den Rand gedrängt wird". Ein Dienst, der in den Augen des Bischofs nicht teilbar ist: "Sich zum Priester weihen zu lassen bedeutet, nicht nur etwas von sich zur Verfügung zu stellen – Zeit, Energie, Intelligenz –, sondern sich selbst zu schenken."

 

Über die beiden Neupreister sagte Bischof Glettler: Beide Männer "zeichnen sich durch einen beeindruckend klaren, geerdeten und von Fröhlichkeit geprägten Glauben aus. Beide haben eine unkomplizierte und bereitwillige Art, Aufgaben zu übernehmen." 

 

Fritz Kerschbaumer im Porträt 

Fritz Kerschbaumer, wurde am 16. Mai 1984 in Innsbruck geboren und ist dort als einziges Kind seiner Eltern aufgewachsen. Nach der Matura am BORG Innsbruck studierteer in Innsbruck an der dortigen Theologischen Fakultät und in Pune in Indien zunächst Lehramt Religion und Geschichte und dann Fachtheologie.

 

Schon am Beginn des Studiums kam er in Kontakt mit der Katholischen Hochschuljugend Innsbruck und mit der Universitätspfarre. Während beinahe des ganzen Studiums hat er dort als pastoraler Mitarbeiter mitgearbeitet. Nach Abschluss des Diplomstudiums hat Kerschbaumer mit dem Doktoratsstudium begonnen. Seit jeher begleitet ihn der Wunsch Priester zu werden. Nachdem sein lange gereifter und gefasster Entschluss diesen Weg zu gehen immer drängender geworden ist, ist er 2014 in das Priesterseminar eingetreten.

 

Ein Jahr durfte Fritz dann im Propädeutikum, einem Einführungsjahr für Priesterkandidaten, in Horn verbringen. Dann verbrachte er eine Zeit in der Gemeinschaft des Innsbrucker Priesterseminars und widmete sich dem Doktorat und der weiteren pastoralen Ausbildung. Im Arbeitsjahr 2016/ 2017 absolvierte er den Universitätslehrgang Pastoraljahr und durfte im Seelsorgeraum Jenbach - Wiesing - Münster mitarbeiten und dort mit dem Praktikumsbegleiter Pfarrer Wolfgang Meixner gemeinsam leben.

 

Seit November 2017 darf Fritz in den dortigen Pfarren als Diakon wirken. Seine Hobbys sind Theologie, Lesen, Nachdenken über Gott und die Welt, Kino, Wandern, Reisen und die Begegnung mit Menschen. Zusätzlich hilft er auch in der Krankenseelsorge im Krankenhaus Schwaz und im Caritas-Zentrum in Uderns mit.

 

Seine Primiz feiert Kerschbaumer am Sonntag, 24. Juni 2018 in Jenbach. Ab September wird Kerschbaumer Kooperator im Seelsorgeraum Reutte.

 

P. DDr. Dominikus Kraschl im Porträt

Pater Dominikus Kraschl ist 34 Jahre alt und derzeit im Franziskanerkloster Innsbruck stationiert. Er ist das zweite von fünf Kindern und in Bergheim bei Salzburg geboren. Nach der Schule – er hat ein neusprachliches Gymnasium besucht – hat er begonnen, Theologie zu studieren und im Zuge dessen die Franziskaner kennengelernt. Mit 19 Jahren ist er dort eingetreten. Als Jugendlicher hat ihn die Frage ‚Warum ist überhaupt etwas und nicht vielmehr nichts?’ tief bewegt. Kraschl hat begonnen, nach plausiblen Antworten zu suchen und ist zur Überzeugung gekommen, dass er die Studien Theologie und Philosophie verbinden solle.

 

Dominikus hat bei den Franziskanern in Tirol das Postulat und das Noviziat absolviert und ist dann wieder zurück nach Salzburg, um dort zu studieren. In Salzburg schloss er das Theologie-, Philosophie- und Religionspädagogikstudium ab, eine theologische Dissertation folgte. Nach acht Jahren in Salzburg kehrte er nach Innsbruck zurück, wo er als Religionslehrer am Franziskanergymnasium Hall arbeitete. Nebenbei hat er eine philosophische Dissertation gemacht. Seit gut einem Jahr arbeitet er an einem Habilitationsprojekt im Bereich Religionsphilosophie / Fundamentaltheologie.

Für die Zukunft wünscht sich P. Dominikus vor allem, dass er weiterhin „seinen Platz im Orden findet und vielleicht einen Platz in der akademischen Wissenschaft, eben im Bereich der Philosophie oder Fundamentaltheologie.“

 

Zwölf Seminaristen aus drei Diözesen 

Derzeit sind zwölf Seminaristen im Haus aus drei Diözesen (Innsbruck, Feldkirch und Linz), davon drei für Innsbruck. Sollten keine „Quereinsteiger“ in den kommenden Jahren in das Priesterseminar eintreten – also Männer, die im Theologiestudium stehen oder es bereits absolviert haben – ist die nächste Priesterweihe für die Diözese Innsbruck frühestens in fünf Jahren zu erwarten.

 

Die Predigt von Bischof Glettler im Wortlaut:

Entscheide dich
Old wooden door with rusty iron handle

Halte die Türe offen

es könnte ja sein…

Oder rollst du einen Stein
vor die Türe
damit der Wind dir nicht
den Atem raubt

und das Haus
auf den Kopf stellt
oder die Nacht dich
in ihrer Dunkelheit täuscht?

Sei wachsam und
entscheide dich
ob ja oder nein
gib deiner Angst
keine Gelegenheit
dir den Kopf
zu verdrehen

Wilhelm Bruners

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