Tag des geweihten Lebens - 2. Februar
Fest der Darstellung des Herrn
An-Ruf Gottes heute hören
In Erinnerung, dass Maria und Josef ihren Erstgeborenen im Tempel Gott weihten, begeht die Kirche am 2. Februar (Mariä Lichtmess) den „Tag des geweihten Lebens“, den Tag der Ordensleute. Dazu die Präsidentin der Frauenorden, Sr. Beatrix Mayrhofer.
Für den Gottesdienst
Einleitung Der "Tag des geweihten Lebens", der seit 1997 am Fest der Darstellung des Herrn weltweit begangen wird, gibt dem Fest einen besonderen Akzent: Das Licht, das Christus selbst ist, spiegelt sich im Leben von geweihten Frauen und Männern wider. Christus ist das Licht; an ihm, dem "Gott Geweihten", entzündet sich immer wieder neu das Licht unserer Berufung. "Leben entzündet sich am Leben" - wir sind berufen, dass Menschen durch uns Christus begegnen können, um ihre Berufung zu erkennen. Fürbitten Zu Gott, unserem Vater, der die Quelle des Lichtes und des Lebens ist, lasst uns beten: - Für alle, die das Wort Gottes verkünden. Lass sie im Umbruch von Gesellschaft und Kirche die Zeichen der Zeit er- kennen und deine frohe Botschaft verkünden. - Für die Mächtigen der Erde. Lenke ihr Herz und ihr Denken, dass sie Gerechtigkeit und Frieden suchen für alle Menschen. - Für alle alten, kranken und einsamen Menschen. Lass sie neue Hoffnung schöpfen und Hilfe erfahren. - Für die jungen Schwestern und Brüder in den Gemeinschaften des geweihten Lebens. Festige ihre Liebe zu dir und lass sie in allen Unsicherheiten der Zukunft nicht mutlos werden. - Für unsere Gemeinden und Familien. Lass in ihnen ein neues Bewusstsein wachsen für den Wert und die Bedeutung des geweihten Lebens. - Für alle jungen Menschen. Lass sie zu Baumeistern einer neuen Zivilisation der Liebe werden und wecke in ihnen die Bereitschaft, auf deine Stimme zu hören und dir zu folgen. - Für alle, die an dich glauben. Sende deinen Geist und schenke neuen Mut, dich und dein Wort zu bezeugen. Allmächtiger Gott, am heutigen Fest leuchtet uns Jesus, dein Sohn, als das Licht der Welt auf. Dir sei Lob und Ehre jetzt und in alle Ewigkeit. Amen. Gestaltungsvorschlag für eine Vesper am Fest der Darstellung des Herrn Christus, das Licht, bezeugen Ein früheres Jahresthema der Berufungspastoral lautete: KOMM UND FOLGE MIR NACH. Unterwegs zu Jesus - mit Jesus - für Jesus Dieses Thema passt auch zum Tag des geweihten Lebens. Dieser Tag, der seit 1997 am Fest der "Darstellung des Herrn" weltweit begangen wird, gibt dem Fest einen besonderen Akzent: Das Licht, das Christus selbst ist, spiegelt sich im Leben von geweihten Männern und Frauen wider. Christus ist das Licht; an ihm, dem "Gott Geweihten", entzündet sich immer wieder neu das Licht unserer Berufung. "Leben entzündet sich am Leben" - wenn wir Christus immer wieder neu begegnen, wenn wir ihm jeden Tag neu unser ganz persönliches "ja" geben, dann wird sein Licht und Leben in die Welt getragen. "Leben entzündet sich am Leben" - wir sind berufen, Menschen zu Christus zu führen, damit sie ihre Berufung erkennen und ihm folgen. Einführung Heute feiert die Kirche das Fest der Darstellung des Herrn. In dem Kind von Bethlehem leuchtet die göttliche Wahrheit und Herrlichkeit allen Völkern auf. Jesus wird nach Jerusalem gebracht, um im Tempel Gott geweiht zu werden. Simeon ruft aus: "Meine Augen haben das Heil gesehen, das du vor allen Völkern bereitet hast, ein Licht, das die Heiden erleuchtet, und Herrlichkeit für dein Volk Israel." (Lk 2,30ff). Als der ganz Gott Geweihte ist Jesus Christus Heil und Licht aller Menschen. - Am Fest der Darstellung des Herrn wird in der Kirche der "Tag des geweihten Lebens" begangen. Ordensleute und Mitglieder von geistlichen Gemeinschaften haben sich in ausdrücklicher Weise Gott geschenkt. Sie bezeugen, dass wir alle durch die Taufe Gott geweiht sind. Ihre Berufung stellt eine "lebendige Überlieferung des Lebens und der Botschaft des Erlösers" (Vita Consecrata, 22) dar. (Ev. Licht-Stationsweg - siehe unten) Eröffnung GL 683 Hymnus "Wie schön leuchtet der Morgenstern" (GL 554,1-3) "Du höchstes Licht" (GL 557) Psalm 110 (109),1-5.7 GL 684 (Antiphon "Der Himmel freue sich", GL 151,2) Psalm 130 (129) GL 191 (Antiphon "Ein Kind ist uns,geboren", GL 148) Canticum Kol 1,12-20 Lesung Hebr 4,15-16 Homilie Magnificat GL 689 (Antiphon "Seht, unser König", GL 152) Fürbitten Zu Gott, der die Quelle des Lichtes und des Lebens ist, lasst uns beten: - Für die Mächtigen der Erde. Lenke ihr Herz und ihr Denken, dass sie Gerechtigkeit und Frieden suchen für alle Menschen. - Für die jungen Schwestern, und Brüder in den Gemeinschaften des geweihten Lebens. - Festige ihre Liebe zu dir, und lass sie in allen Unsicherheiten der Zukunft nicht mutlos werden. - Für alle alten, kranken und einsamen Menschen. Lass sie neue Hoffnung schöpfen und Hilfe erfahren. - Für alle jungen Menschen. Lass sie zu Baumeistern einer neuen Zivilisation der Liebe werden, und wecke in ihnen die Bereitschaft, auf deine Stimme zu hören und dir zu folgen. - Für die Verstorbenen. Lass sie dein Antlitz schauen. Vater unser Oration Allmächtiger, ewiger Gott, dein eingeborener Sohn hat unsere menschliche Natur angenommen und wurde am heutigen Tag im Tempel dargestellt. Läutere unser Leben und Denken, damit wir mit reinem Herzen vor dein Antlitz treten. Darum bitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn, unseren Herrn und Gott, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit. Amen. (MB 622) Segen Marienlob GL570 Licht-Stationsweg durch die Kirche Am "Tag des geweihten Lebens" bietet die Liturgie und der liturgische Raum die Chance, der persönlichen Berufung neu auf die Spur zu kommen. Vor Beginn des Stationswegs versammeln sich die Gottesdienstteilnehmer im Eingangsbereich der Kirche. jeder erhält eine Kerze. Nur die Kerzen zweier Teilnehmer (z. B. jüngster und Ältester) brennen. Die Osterkerze wird in die Nähe des Taufbeckens gestellt. Lied zu Beginn "Morgenstern der finstern Nacht" (GL 555) 1. 1. Am Portal Heute haben wir uns draußen vor unserer Kirche, vor dem Haupteingang, versammelt. Schon so oft sind wir durch diese Tür, durch dieses Portal in unsere Kirche hineingegangen. Wir werden gleich ganz bewusst in den Kirchraum eintreten. Jeder, der den Kirchenraum betritt, ist gerufen zur Gemeinschaft mit Gott und zur Gemeinschaft mit all den anderen, die Gottes geliebtes Volk sind. Jesus sagt: "Ich bin die Tür; wer durch mich hineingeht, wird gerettet werden; er wird ein- und ausgehen und Weide finden." ach 10,9) Gebet Herr Jesus Christus, du Anfang und Mitte unseres Lebens. Lass uns immer neu mit dir den Weg unserer Berufung und unseres Lebens beginnen. Zwei weitere Kerzen werden entzündet. Dazu singen alle dreimal den Liedruf "Heute erstrahlt ein Licht über uns: Christus der Herr" (GL 149,3). 2. Am Weihwasserbecken In diesem Becken wird Wasser aufbewahrt, das uns an Ostern erinnert. Wenn wir uns mit diesem Wasser bekreuzigen, denken wir an unsere Taufe: Wir wurden getauft im Namen des Gottes, der in sich Gemeinschaft und Liebe ist; im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Als Gott Geweihte sind wir berufen, in ausdrücklicher Weise unsere Taufberufung zu leben. Paulus schreibt: "Denn wie der Leib eine Einheit ist, die viele Glieder hat, alle Glieder des Leibes aber, obgleich es viele sind, einen einzigen Leib bilden: so ist es auch mit Christus." (1 Kor 12,12) Gebet Herr Jesus Christus, wir danken dir für das Geschenk der Taufe. Lass durch unser Leben sichtbar werden, dass wir ganz dir gehören. Jeder bekreuzigt sich mit Weihwasser, und zwei weitere Kerzen werden entzündet. Dazu singen alle dreimal den Liedruf "Heute erstrahlt ein Licht über uns: Christus, der Herr" (GL 149,3). 3. Am Taufbecken Die Osterkerze wird durch eine/-n Teilnehmer/-in entzündet. In der Osternacht hat Christus das Dunkel des Leidens und des Todes durchschritten und hat durch die Auferstehung neues Leben gebracht. Durch die Taufe sind wir - so die Bedeutung des griechischen Wortes "baptizein" für "taufen" - "eingetaucht" worden in das neue Leben Gottes, das stärker ist als alle Dunkelheit. Wir sind mit Christus zusammen "eingetaucht" in das Geheimnis von Tod und Auferstehung, in das Geheimnis der gekreuzigten und auferstandenen Liebe, die stärker ist als alle Lieblosigkeit und der Tod. Paulus schreibt: "Wisst ihr denn nicht, dass wir alle, die wir auf Christus Jesus getauft wurden, auf seinen Tod getauft worden sind? Wir wurden mit ihm begraben durch die Taufe auf den Tod; und wie Christus durch die Herrlichkeit des Vaters von den Toten auferweckt wurde, so sollen auch wir als neue Menschen leben. Wenn wir nämlich ihm gleich geworden sind in seinem Tod, dann werden wir mit ihm auch in seiner Auferstehung vereinigt sein." (Röm 6,3-5) Gebet Herr Jesus Christus, du Licht der Völker. Lass uns selbst zum Licht in der Welt und zu Zeugen deiner Auferstehung werden. Zwei weitere Kerzen werden entzündet. Dazu singen alle dreimal den Liedruf "Heute erstrahlt ein Licht über uns: Christus, der Herr" (GL 149,3). 4. Am Ambo Was auch geschehen mag in dieser Welt und in unserem Leben: auf das Wort Gottes ist Verlass, wie es in einem Psalmwort heißt: "Gott ist der Fels meines Herzens und mein Anteil auf ewig." (Ps 73,26) Gott spricht auch heute durch sein Wort zu uns. Er will uns durch sein Wort trösten, ermutigen, stützen. Aber das Wort Gottes ruft auch he- raus; wir können es nicht einfach übergehen. Das Wort Gottes will uns helfen, unser ganzes Leben auf Gott hin auszurichten. Durch sein Wort will Gott mir ganz persönlich begegnen. Der Evangelist Johannes berichtet: "Am Tag darauf stand Johannes wieder dort, und zwei seiner jünger standen bei ihm. Als Jesus vorüberging, richtete Johannes seinen Blick auf ihn und sagte: Seht, das Lamm Gottes! Die beiden Jünger hörten, was er sagte, und folgten Jesus. Jesus aber wandte sich um, und als er sah, dass sie ihm folgten, fragte er sie. Was wollt ihr? Sie sagten zu ihm: Rabbi - das heißt übersetzt: Meister -, wo wohnst du? Er antwortete: Kommt und seht! Da gingen sie mit und sahen, wo er wohnte, und blieben jenen Tag bei ihm; es war um die zehnte Stunde. " (Joh 1,35-39) Gebet Herr Jesus Christus, du bist uns nah durch dein Wort. Hilf uns, dass unsere Worte und Taten eine Einladung sind, dich kennen zu lernen und dir nachzufolgen. Die restlichen Kerzen werden entzündet. Dazu singen alle dreimal den Liedruf "Heute erstrahlt ein Licht aber uns: Christus, der Herr" (GL 149,3). 5. Am Altar Die Osterkerze wird auf den Altar gestellt; alle versammeln sich mit den brennenden Kerzen im Halbkreis vor dem Altar. Der Priester bringt in den Gaben von Brot und Wein Gott die eine Gabe dar: Christus selbst. Als Glieder des "Leibes Christi" sind wir selbst hinein genommen in diese Gabe. So wie Christus sich brechen und austeilen lässt, so wie er sich ganz hingibt für die Seinen, so sollen auch wir für unsere Schwestern und Brüder da sein. Die Eucharistie weist uns auf das Wesentliche unserer christlichen Berufung hin. Wir werden selber "genommen, gesegnet, gewandelt, gebrochen und ausgeteilt", so wie dieses Stück Brot, das der Leib Christi ist. Das Priestertum und das geweihte Leben verweisen in einzigartiger Weise auf dieses Geheimnis, das in der Eucharistie gefeiert wird und was die Berufung aller Christen ist: sich ganz an Gott und die Menschen zu verschenken. Jesus fragt: "Wollt auch ihr weggehen? Simon Petrus antwortete ihm: Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte ewigen Lebens." (Joh 6,67) Gebet Herr Jesus Christus, lass uns dir immer neu begegnen und unsere Berufung erkennen, zum Brot für andere zu werden. Lied: "0 Herr Jesu, denk ich dein" (GL 550) oder: "Du höchstes Licht" (GL 557) Marietheres Bücking, Zentrum für Berufungspastoral Bausteine Das ganze Leben besteht aus lauter Gelegenheiten, dem Herrn zu begegnen. ja, darauf kommt es an, dann sind alle diese Begegnungen ebenso viele Anrufe zur Gefolgschaft. Romano Guardini Nur an unserer Liebe - ehrfürchtiger, geduldiger, vertrauender, humorvoller und sogar barmherziger Liebe - kann unsere kranke, in läuterndem Schmelzprozess befindliche Kirche genesen. Dazu braucht sie uns. Dazu braucht uns Gott. Ida Friederike Görres Der Mensch ist nicht nach dem zu beurteilen, was er weiß, sondern nach dem, was er liebt. Nur die Liebe macht ihn zu dem, was er ist. Aurelius Augustinus Es gibt Menschen, die sich mit jedem Atemzug nach ihrem Schöpfer sehnen, sobald sie die Wirklichkeiten Gottes gesehen haben, und wie eine Fackel brennen. Sie lieben und brennen und finden so- gar Ruhe in ihrem Feuer. Sie brennen vor Liebe, und wenn sie reden, springt das Feuer auf andere über. Wenn sie einen anderen mit ihrem Wort berühren, entfachen sie auch in diesem das Feuer der Liebe zu Gott. Gregor der Große ICH BRAUCHE DICH, HERR, als meinen Lehrer, tagtäglich brauche ich dich. Gib mir die Klarheit des Gewissens, die allein deinen Geist erspüren kann. Meine Ohren sind taub, ich kann deine Stimme nicht hören. Mein Blick ist getrübt, ich kann deine Zeichen nicht sehen. Du allein kannst mein Ohr schärfen und meinen Blick klären und mein Herz reinigen. Lehre mich zu deinen Füßen sitzen und auf dein Wort zu hören. John Henry Newman HERR JESUS CHRISTUS, in der Kraft des Heiligen Geistes hast du mich berufen, dir auf dem Weg zum Vater zu folgen. Ich danke dir für meine Berufung. Sie ist ein Geschenk deiner Gnade, denn Gnade ist es, den Ruf zu hören. Gnade ist es auch, auf den Ruf zu antworten und die Berufung nach deinem Willen im konkreten Alltag zu leben. So bitte ich dich, erneuere in mir und in allen Berufenen die Freude an deinem Ruf und gib du uns die Kraft, dir in Treue, und Dankbarkeit zu folgen. Amen. Quelle unbekannt Zusammengestellt vom Zentrum für Berufungspastoral, Schoferstraße 1, 79098 Freiburg, www.berufung.org
