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Spiritualität

„Maria hilft immer“

Rosenkranzgebet

Mit seiner Marienfrömmigkeit steht Papst Franziskus in der Tradition seiner Vorgänger. Was aber sagt uns Christen heute die Gottesmutter? Ein Beitrag von Raphaela Pallin.

 Maria Knotenlöserin

„Der Papst … seine Frömmigkeit und seine Hingabe … ein Ave Maria nach dem anderen betend. Sein Zeugnis machte mich zutiefst betroffen … Da verstand ich die Allgegenwart Marias im Leben des Papstes … Seit jenem Tag bete ich jeden Tag die 15 Rosenkranzgeheimnisse.“ So bezeugt ein Kardinal das gemeinsame Rosenkranzgebet mit Papst Johannes Paul II. – ein Kardinal, der Papst Franziskus geworden ist. Ob er wie Johannes Paul II. zu den „15“ noch die „lichtreichen Geheimnisse“ hinzugefügt hat?

 

Drei, vier Rosenkränze täglich? Dabei ist Franziskus doch kein Freund einer aufzählenden „Leistungsfrömmigkeit“. Ein Freund Marias ist er schon lange – so innig, dass er als Papst mit dem ersten Schritt vor Gläubige und Welt, um deren Gebet bittend, bekennt: Sein erster Besuch gilt Maria, der „Salus Populi Romani“. Ihr vertraut er sich selbst, sein Pontifikat, seine neue Diözese, die ganze Welt an.

 

„Maria desata nudos“

Beständig verweist er auf Maria, wendet sich im Gebet an sie, empfiehlt, sie anzurufen als Mutter und Fürsprecherin. Von einem kurzen Aufenthalt in Deutschland bringt er 1985 ein Abbild eines Augsburger Marienbildes mit in seine argentinische Heimat.

 

Zehn Jahre später wird eine große Bildkopie in einer Kirche von Buenos Aires geweiht. Die Menschen kommen zu Tausenden jeden 8. des Monats , um Maria zu ehren, ihr die alltäglichen Sorgen, Fragen, ihren Dank anzuvertrauen: „Maria desatanudos“ – „Maria Knotenlöserin“. „Gedenke, o mildreichste Jungfrau Maria, niemals ist es gehört worden, dass du jemand verlassen hättest, der zu dir seine Zuflucht nahm, deine Hilfe anrief und dich um deine Fürbitte anflehte! Von solchem Vertrauen beseelt, eile ich zu dir, o Jungfrau der Jungfrauen und Mutter.“ So beten Generationen, nicht nur in Argentinien.

 

Marienverehrung – „nur Volksfrömmigkeit“? Eine Gottesbeziehung „über Umwege“? Wird eine allzu männlich geprägte Gottesvorstellung ergänzt durch eine weibliche Figur? Ist die innige Beziehung zur „Mutter Maria“ nur Hilfe für die, die sich zu schwach, zu gering fühlen, um sich „direkt“ an Gott zu wenden?

 

Warum ist Maria wichtig?

Mir selbst war lebendiger Glaube lange unbekannt, bis in meiner Jugend die Frage nach Gott aufbrach und sich vernünftig nicht mehr ignorieren ließ. In der Begegnung mit Jesus Christus bekam der „unbekannte Gott“ einen Namen, „sprach mich an“, wurde „anrufbar“. Warum aber sollte ich Maria, die „Hochgelobte“, „Mutter“ nennen? Wird die vorbildliche „große Schwester im Glauben“ so nicht zu einer Art „Stief- oder Schwiegermutter“, die ich mir „einhandle“, wenn ich die Lebensgemeinschaft, die Verbindung mit Christus suche? Die Öffnung für Gott im Schweigen ersetzen durch eine wortreich angerufene „Vermittlerin“? Warum soll Maria – „auch nur ein Mensch“, eine Frau – für mich wichtig sein?

 

Maria steht im Credo – nicht Zeit und Ort angebend wie Pontius Pilatus –, also ist die gläubige Beziehung zu ihr nicht beliebige „Kür“, sondern „Pflicht“. Pflicht der Liebe, weil sie Gott wichtig war und ist: Gott wollte in diese Welt kommen durch diese Frau. Wäre jede andere Frau immer schon so mit Gott verbunden gewesen, dass Er in ihr hätte Mensch werden können, durch keinerlei Distanz, Einspruch, Zweifel oder Schuld gehindert? So muss die „Gebenedeite“ doch vom Anfang ihres Lebens an „vor-erlöst“ sein, „ohne Erbschuld empfangen“, um frei vertrauend „ganz offen“ für Gott sein zu können.

 

Jungfrau und Mutter

Frei stimmt sie zu, erfüllt zu werden, wie es ihr verkündet ist, wird nicht gefragt – und dennoch nicht „als Leihmutter verwendet“, nicht willenlos „gebraucht“! Sie bleibt Jungfrau, wird Mutter: nicht durch leibliche Vereinigung mit einem Menschen oder „Gott“, sondern durch geistgewirkte Empfängnis. In ihrem Inneren nimmt Gottes Sohn selbst Fleisch an, lässt sie zur Mutter werden. Josef, ihr Verlobter, laut ältester Tradition Witwer, nimmt sie in „Josefsehe“ doch zur Frau; Jesus wird so „Adoptiv-Halbbruder“ der Kinder Josefs aus erster Ehe, seiner älteren „Brüder und Schwestern“ (Mk 6,3).

 

Maria weiß nicht alles im Voraus, muss sich glaubend mühen, zu verstehen: Sie erinnert, bedenkt, fragt, nimmt vertrauend an. Sie dient glaubend bis zuletzt, auch im Dunkel des Todes ihres geliebten Sohnes, des Sohnes Gottes, als ihr Schmerz so tief ist wie ihr Glaube: „Er denkt an Sein Erbarmen …“

 

Nach alter geistlicher Tradition erschien der Auferstandene als erster seiner Mutter – wie hätte er sie vergessen können?! Von ihr, der mit Gott immer Verbundenen, bekennt die Kirche, dass Er sie nie vergessen hat – wir feiern „Entschlafung“ und „Heimgang Mariens“, ihre „leibliche Aufnahme in den Himmel“ als das, was wir alle von Gott erbitten: dass er uns nicht im Tod vergehen lässt.

 

„Mittlerin der Gnaden“

Im irdischen wie ewigen Leben Marias gilt: „Der Herr ist mit Dir!“ Nie wird sie „als nun bedeutungslos entlassen“, „ins Abseits gestellt“, „in Pension geschickt“ oder „entsorgt“. Marias Hoffnung „Er denkt an Sein Erbarmen“ erfüllt sich an ihr – soll sich an uns erfüllen. Marias bleibende aktive Bedeutung im Heilswirken Gottes zeigt uns die Bedeutung unseres Lebens, Wirkens und Leidens in der Nachfolge Jesu. Weil Gott durch sie, mit ihr, in ihr unser Heil in Jesus Christus wirken wollte und will, ist sie uns verbunden, sind wir es mit ihr. Als Mutter Jesu, unseres Erlösers, ist sie uns – Gott sei Dank! – einzigartige „Mutter unseres Heils“, als von Gott Gekrönte auch „unsere Himmelskönigin“.

 

Weil sie nie anderes wollte, als Gott will, ist sie uns Fürsprecherin, „Mittlerin der Gnaden“ in dem, was wir nicht aus eigener Kraft erlangen können. Sie ist uns mitfühlend nahe, wo Schmerz lähmt und trennt. Sie betet mit und für uns selbst dann, wenn unser Gebet verstummt. Am Rosenkranz entlang kann ich weiter rufen und beten – Perle für Perle –, kann den vielen Stimmen entfliehen und vom Leben Marias geleitet tiefer gehen, durch Freude und Leid in die Geheimnisse des Lebens Jesu hinein: Geheimnisse in unserem Leben, in denen seine Erlösung aufleuchtet.

 

Knoten des Lebens lösen

Im Ave Maria verkündet der Gruß des Engels uns Gottes Nahekommen in der Menschwerdung; als erlösungsbedürftige Menschen sie annehmend, stimmen wir in den nachfolgenden geisterfüllten Lobpreis Elisabeths ein; im Namen Jesu begegnet uns Gott, der unser Heil wirkt; in der Anrufung Marias eröffnet sich uns die Gemeinschaft mit ihr, die von Gott nicht vergessen ist; in der Bitte um Beistand vertrauen wir ihrer Mitsorge unser Leben – so wie es ist – und unseren endgültigen „Heimgang“ an, offen für das ewige Leben, das Gott uns allen schenken will.

 

Maria, „die Knotenlöserin“, im Gnadenbild verehrt, weil sie geduldig und behutsam geholfen hat, die Knoten einer Ehe zu lösen, will die vielfältigen Verknotungen lösen, durch die wir oft so hoffnungslos verfangen bleiben: die Knoten in unseren Beziehungen, unserer körperlichen und seelischen Gesundheit, unserem Glauben und Hoffen. An sie wenden, und sei es im Beten des Rosenkranzes, können wir uns selbst – wie Papst Franziskus, gestärkt durch das Zeugnis Johannes Pauls II. und der Generationen vor uns, die bekannt haben: „Maria hilft immer, sie hilft allezeit!“

Raphaela Pallin

 

Dr. Raphaela Pallin ist Pastoralassistentin im Vikariat Wien Nord. Sie arbeitete als Universitätsassistentin für Theologie der Spiritualität der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Wien und als Krankenhausseelsorgerin.

 

Wallfahrtsbild „Maria Knotenlöserin“ 

Maria KnotenlöserinDas Wallfahrtsbild „Maria Knotenlöserin“ (J. G. M. Schmidtner) wurde im Jahr 1700 von H. A. Langenmantel in der Kirche St. Peter am Perlach in Augsburg zum Dank gestiftet. Sein Großvater hatte den aus Vorarlberg stammenden Jesuiten Jakob Rehm aufgesucht, da seine Ehe vor der Trennung stand. Pater Rehm sprach und betete mehrmals mit ihm, vertraute die Ehe Marias Fürsprache an und segnete sie: „In diesem religiösen Akt erhebe ich das Band der Ehe, löse alle Knoten und glätte es.“ Und Maria half. Das Bild zeigt, wie Maria die Knoten eines Bandes behutsam löst, darüber die Geisttaube. Marias Fuß zertritt den Kopf einer verknoteten Schlange. Darunter geleitet ein Engel einen jungen Mann – Verweis auf den Engel Raphael, der Tobias zu einer heilen Ehe hilft (Buch Tobit).

Eine Novene zu „Maria Knotenlöserin“ ist beim Miriam Verlag zu beziehen.

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Bist Du glücklich?

Was wünschst Du Dir

für Dich selbst?

Was bist Du Dir wert?

Worunter leidest Du?

Dass Du nicht untergehst

im Alltagsstrom

nimm Dir Zeit genug

still

dass Du zu Dir kommst,

aufmerksam wirst

für die Signale Deines Körpers,

die Regungen Deiner Seele,

die Quellen Deines Geistes,

mein Dasein

in Deinem kostbaren Leben.

 

 Johannes Lieder

 

Johannes Lieder, Auf Schatzsuche © Echter Verlag, Würzburg 2012, S. 24.

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