Mein Leben einsetzen
In meiner Kindheit und Jugend hatte ich keine speziell persönliche Beziehung
zu Jesus bzw. Gott. Ich war sehr auf der Suche, denn ich sehnte mich nach Orientierung,
Sicherheit, wollte wissen, "worauf es im Leben ankommt", was hält,
was stimmt,... Fragen, die durch die Tatsache, dass sich zuvor meine Eltern
getrennt hatten und dies eine starke Irritation in meinem Leben darstellte,
noch verstärkt wurden. Ich war auf der Suche nach der Wahrheit, nach "dem
vollkommenen Menschen"... und war zunehmend bereit, mich selber "zu
vervollkommnen", (so wie ich das damals verstand) um diesen vielen ziellosen
und fragenden Menschen, mit denen ich im Alltag konfrontiert war, etwas anbieten
zu können.
Ich dachte mir: "Wenn es eine Idee, ein Ideal, gibt, das wahr ist, ...
ich bin bereit, mein Leben dafür einzusetzen."
Mit 17 wurde ich von einer Schulfreundin auf eine Mariapoli eingeladen. Ich
hatte keine Ahnung, was mich dort erwartet. Die Mariapoli ist eine von der Fokolarbewegung
veranstaltete "Ferienwoche".
Durch die vorurteilsfreie Liebe, das Interesse für meine Person und die
Wertschätzung, die mir dort entgegengebracht wurde, fühlte ich mich
geliebt so wie ich bin ... selten hatte ich mich so frei und glücklich
gefühlt. In dieser Atmosphäre, die von gegenseitiger, christlicher
Liebe geprägt war, machte ich die Entdeckung meines Lebens: Gott liebt
mich ganz persönlich. Gott liebt mich unendlich! Alles erstrahlte in einem
neuen Licht. Mein Leben bekam Inhalt, Farbe, Sinn,... ich verstand ganz klar,
dass Gott etwas mit meinem Leben zu tun hat, ... ich erkannte den "goldenen
Faden", der sich durch mein Leben zog ... der vollkommene Mensch, die Wahrheit,
die ich so gesucht hatte, ist Jesus!!
Ein Lied, das wir damals gerne sangen, spricht von dem Bild, dass Gott, die
Liebe, wie eine Sonne ist, die für jeden Menschen einen Strahl schenkt.
Dieser Strahl ist der Plan der Liebe über diesen Menschen. Ich verstand
ganz klar, dass es doch eigentlich nichts Schöneres und Intelligenteres
gibt, als meinen Strahl zu entdecken und ihm zu folgen.
So gab ich Gott mein Ja und bat ihn, mich verstehen zu lassen, in welcher Form
ich ganz für ihn leben soll.
Durch den weiteren Kontakt mit der Fokolar-Bewegung zog mich die Lebensform
der Fokolare besonders an: eine Lebensgemeinschaft Gott geweihter Menschen mitten
in der Welt mit Jesus in ihrer Mitte!
So zu leben bedeutet für mich in tiefer Einheit mit Gott zu leben und
dies nicht alleine, sondern in Gemeinschaft mit anderen.
Für meine Berufung heißt das ständige Herausforderung in der
Liebe zu Gott und meinen Nächsten.
In dieser Form Jesus nachzufolgen erfüllt mich, weil unser erstes, gemeinsames
Bestreben darin liegt, einander so zu lieben, wie er uns geliebt hat, d.h. "das
Leben füreinander zu geben" und das bedeutet somit "in seinem
Namen beisammen zu sein" und dort, wo zwei oder drei in seinem Namen beisammen
sind, da ist ER mitten unter ihnen! Ein Leben also mit "Jesus in unserer
Mitte" ... was gibt es Schöneres?!
Ich bitte Gott, dass viele Menschen die Erfahrung seiner ganz persönlichen
Liebe machen und erbitte ein offenes Herz für all´ die, die er ins
Fokolar ruft, damit sie mit Freude und Hingabe ihre Berufung Leben.
Ulrike Zachhuber, Fokolarin
Eingesandt für den Weltgebetstag 2005
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