Mittwoch 17. Januar 2018
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Gebet

Gebet: Umgang mit Zerstreuungen

Was wir tun können, was nicht hilft

Über Ursachen & Möglichkeiten, mit Ablenkungen umzugehen. 

 

Wenn wir beten, steigen in den meisten von uns schnell störende Gedanken, Gefühle, Erinnerungen, Phantasien auf und lenken uns ab. Unsere Aufmerksamkeit ist dann oft mehr bei ihnen als beim Gebet. Solche Zerstreuungen können sehr angenehm sein oder auch schmerzlich, ärgerlich, störend. Manche Ablenkungen beschäftigen uns nur kurze Zeit, andere wieder beanspruchen vielleicht beinahe unsere gesamte Gebetszeit.

Woher kommen die Zerstreuungen?

Mehr oder weniger vorbelastet sind wir in diese Welt gekommen („Erbsünde“). Zudem hat sich im Lauf unseres Lebens in uns viel – vor allem auch Negatives – angesammelt: Verletzungen, die oft bis in die frühe Kindheit zurückreichen, Enttäuschungen, eigenes Versagen, Ängste, ungelöste Konflikte, unerfüllte Wünsche, Sorgen, Müdigkeit, Trauer, Wut, ...: All das ist uns im normalen Leben meist nicht bewusst. Weil es schmerzlich und unangenehm ist, drängen wir es weg und unterdrücken es. Wenn es um uns herum still wird, merken wir erst, dass uns ein unablässiger Gedankenfluss durchströmt.

 

Was nicht hilft

  • Wenn uns Zerstreuungen kommen, neigen wir dazu, uns mit ihnen zu beschäftigen, das heißt uns von ihnen ablenken zu lassen und ihnen nachzugehen. Das führt nicht weiter.

  • Zerstreuungen, die uns unangenehm sind, uns Angst machen oder unmoralisch erscheinen (Hass, Zorn, Eifersucht, sexuelle Phantasien usw.) drängen wir – oft ganz automatisch und unbewusst – weg. Wir bekämpfen und unterdrücken sie. Gedanken und Gefühle, gegen die wir kämpfen, werden dadurch meist noch mächtiger, wir werden wie besessen von ihnen. Das hilft nicht.

  • Eine andere Möglichkeit besteht darin, dass wir uns mit den auftauchenden Gedanken und Gefühlen beschäftigen: woher sie kommen, warum wir so sind, wie uns ändern könnten. Wenn wir dem nachgehen, sind wir nicht mehr im Gebet, sondern betreiben Selbstanalyse. Im Gebet führt das nicht weiter.

Worauf es ankommt

Wenn wir uns bei unseren Gedanken und Phantasien aufhalten, kreisen wir in irgendeiner Weise letztlich immer um unser kleines Ich. Gebet aber ist Hinwendung zu Gott; nicht unser kleines Ich, sondern Gott steht dabei in der Mitte unserer Aufmerksamkeit. Unser Tun ist Gebet, wenn unsere Aufmerksamkeit um Gott kreist – statt um uns selbst.

Was hilft

  • Es ist, wie es ist

„Immer wieder abschweifende Gedanken sind eine lästige Störung, die den Weg eines jeden ernsthaft Kontemplativen begleitet.“ (A. de Mello) Das ist eben so und braucht uns nicht weiter zu beunruhigen. Nur Gott kann in seiner Gnade – wenn und wie er will – unsere Aufmerksamkeit auf sich lenken. Mit unserem eigenen Bemühen können wir das nicht erreichen.

  • Was wir tun können

Wir können unsere Aufmerksamkeit mit den Kräften, die wir eben haben, immer wieder auf Gott hin lenken, immer wieder zu ihm zurückkehren, und wenn es tausendmal am Tag ist. Wir brauchen nicht mehr zu geben, als wir haben. Allerdings sollten wir wirklich alle Kräfte, die wir haben, hingeben – vergleiche die arme Witwe, die ihre letzten Münzen in den Opferkasten wirft (Lk 21,1–4), unser ganzes Herz (Mk 12,28–30).

 

Die Zerstreuungen kommen immer wieder; wir nehmen sie wahr, lassen sie (freundlich) stehen und kehren sofort und entschieden zum Gebet zurück, ohne sie zu bekämpfen und ohne uns mit ihnen zu befassen. Das ist oft sehr schwer, eine wirkliche Selbstverleugnung. Wir wissen aber: Für Gott ist nichts unmöglich. Er kann uns jederzeit mit seiner Gnade in seine Gegenwart holen und uns dort bleiben lassen. Die Sehnsucht nach ihm, seiner Gegenwart und seiner Gnade sollten wir in uns vor allem nähren.

Michael Meßner SJ

 

Mit Genehmigung des Autors aus: Jesuiten. Mitteilungen der österreichischen Jesuiten 68 (1995) H.4, 16–17.

Was heißt beten?

 

Hinwendung zu Gott

„Gespräch“ des Herzens mit Gott. Das kann allein oder in Gemeinschaft sein, laut oder leise, frei formuliert oder mit vorgegebenen Texten, durch Schweigen, durch das Entzünden einer Kerze oder das Betrachten eines Bildes ...

 

Sie wollen beten?

Wenn Sie nicht wissen, wie das geht,

wenden Sie sich an eine/n Seelsorger/in oder einen Menschen, von dem Sie wissen, dass er betet. Am besten ist, Sie fangen einfach an, sich in Gedanken an Gott zu wenden: Gott, wenn du mich hörst, lass mich das irgendwie erfahren ...

Beten ist für mich wichtig, weil …

… ich im Dialog mit Gott bin und so innere Ruhe finde. Gut gefällt mir das Zitat von Søren Kierkegaard:

„Beten heißt nicht, sich selbst reden hören. Beten heißt: still werden und still sein und warten, bis der Betende Gott hört.“

Othmar Karas, Abgeordneter des Europäischen Parlaments

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