Sonntag 19. November 2017
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Entscheidungshilfen

Mut zur Entscheidung

Weil es einen Unterschied macht …

Richtungsentscheidungen prägen unser Leben und unseren Glauben. Ein kleiner Leitfaden mit praktischen Tipps für reife Entscheidungen.

Wegkreuzung Orientierung, Rax 2014 

Es gibt heute in Gesellschaft und Glauben einerseits Tendenzen von unverbindlicher Beliebigkeit, andererseits greifen auch Fundamentalismen vermehrt um sich. Daher bedarf es Menschen, die kompetent verantwortete Entscheidungen treffen können und diese entschieden leben. Aber wie? Unser Leben kennt schließlich viele fixe Vorgaben: genetische Faktoren, Geschwisterkonstellationen, Prägung durch Erziehung und Umwelt, den gesellschaftlich-kulturellen Kontext, bereits getroffene Entscheidungen, das eigene Lebensskript …

 

Orientierung gesucht

Das christliche Menschenbild postuliert zusätzlich auch die Komponente der menschlichen Freiheit. Gott will die Freiheit des Menschen und dass dessen Entscheidungen ihn zu mehr Leben führen: „Leben und Tod lege ich dir vor, Segen und Fluch. Wähle also das Leben, damit du lebst“ (Dtn 30,19). Geistliche Unterscheidung und Entscheidung sind das tägliche Brot der Liebe: Wenn es im Christsein letztlich um die Liebe geht, erhebt sich immer neu die Frage, wie ich diese in meinem Leben konkret verwirkliche: Für wen oder was setze ich das mir gegebene Maß an Zeit, Kraft, Geld und Aufmerksamkeit ein? Kurz gesagt: Was mache ich mit meinem Tag, mit meiner Lebenszeit? So schafft jede Entscheidung ein Stück Realität. Denn der Mensch schreibt mit jeder Entscheidung ein Stück Lebensgeschichte.

 

Äußeres und Inneres

Bei einer Entscheidung spielen immer Äußeres und Inneres zusammen. Im Dreischritt von wahrnehmen – unterscheiden – antworten („sehen, urteilen, handeln“) vollzieht sich der Entscheidungsprozess. Eine gute geistliche Unterscheidung und Entscheidung führen im Tiefsten und auf Dauer zu innerem Frieden und Freude (was Phasen des Ringens und der Mühe nicht ausschließt).

 

Entscheidungen spielen sich auf verschiedenen Tiefenschichten des Menschen ab: Je bedeutungsvoller und endgültiger eine Entscheidung ist, desto tiefer muss sie in der Mitte der Person verwurzelt sein. Berufung ist eine Entscheidung, die tief hin zur Herzmitte des Menschen reicht.

 

Voraussetzungen

Damit Glaubensentscheidungen gelingen, braucht es eine gewisse Mündigkeit und menschliche Reife. Ferner das Bewusstsein: Nicht nur ich wähle, sondern Gott hat mich gewollt und spricht mich auf vielfältige Weise an. Er wirbt um mich, spielt mir immer wieder den Ball zu. Deshalb hat eine Glaubensentscheidung immer auch den Charakter der Antwort. Auf diesen einladenden Gott einlassen wird man sich allerdings nur im Vertrauen, dass er nicht Konkurrent des Lebens ist, sondern unser „Heil“ will, dass er ein dialogischer Gott ist.

 

Und schließlich bedarf es einer inneren Freiheit („Indifferenz“), die hör-fähig macht. Denn wer auf die eigenen Vorstellungen fixiert ist, wird für eine andere Alternative taub sein. Es ist wichtig, sowohl die grundlegenden Ziele und Werte als auch die konkreten Entscheidungsalternativen klar vor Augen zu haben.Die Frage soll also nicht nur lauten: „Ja oder nein?“, sondern: „Ja – oder wenn nein: Was sonst?“.

 

Wichtig ist auch die Klarheit, was eine Entscheidung kostet, denn jedes Ja bedeutet zugleich ein Nein gegenüber anderen Alternativen. Weiters gibt es für eine Entscheidung meist einen richtigen Zeitpunkt beziehungsweise Zeitraum: Zeitdruck und ein ewiges Hinauszögern – beide Faktoren sind ebenso unbekömmlich wie unreife Äpfel.

 

Praktische Hilfen

Praktische Hilfen können sein: ein geistlicher Lebensstil (Zeit für Stille, Gebet, Umgang mit der Heiligen Schrift), Zuwendung zu den Menschen, Vertrauen auf das eigene Gewissen, die eigenen tiefen Sehnsüchte und Fähigkeiten sowie ein wacher Blick für die Nöte und Zeichen der Zeit. Zum Einüben von guten Entscheidungen helfen Auswertungsprozesse, zum Beispiel Tagebuch schreiben, das „Gebet der liebenden Aufmerksamkeit“ (Tagesrückblick), geistliche Gespräche mit einem/-r guten Freund/Freundin oder in einer Glaubensgruppe, Geistliche Begleitung, regelmäßig Tage der Stille und Exerzitien.

 

Fazit: Bei einer reifen Entscheidung sollen stets Hirn, Herz und Hand zum Einsatz kommen und zusammenwirken. So können tragfähige Entscheidungen gelingen.

 

Sr. Christa Baich sa

 

Sr. Dr. Christa Baich, Mitglied der Kongregation der Helferinnen, ist Theologin, Exerzitienbegleiterin und Personalentwicklerin in der Erzdiözese Salzburg.

 

Mit freundlicher Unterstützung von  

Entscheide dich
Old wooden door with rusty iron handle

Halte die Türe offen

es könnte ja sein…

Oder rollst du einen Stein
vor die Türe
damit der Wind dir nicht
den Atem raubt

und das Haus
auf den Kopf stellt
oder die Nacht dich
in ihrer Dunkelheit täuscht?

Sei wachsam und
entscheide dich
ob ja oder nein
gib deiner Angst
keine Gelegenheit
dir den Kopf
zu verdrehen

Wilhelm Bruners

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