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Die Entscheidung war reif

Ehemaliger Rechtsanwalt im Porträt

Stefan Jahns ist Burgenlandkroate, ehemaliger Rechtsanwalt & „Spätberufener“. Am 29. Juni empfängt er die Priesterweihe. Ein Porträt für „miteinander“.

Priesterweihe Stefan Jahns, 29. Juni 2016 

Gott kam auf leisen Sohlen, klopfte immer wieder an, ließ dem Gerufenen aber viel Zeit, zu einer reifen Entscheidung zu kommen: Stefan Ludwig Jahns (42) stand mitten im Leben, war Jurist mit eigener Anwaltskanzlei, als er sich zur Überraschung vieler entschloss, einen völlig neuen Lebensweg einzuschlagen – den eines Priesters. Als Mittdreißiger gab er alle Sicherheiten eines keineswegs unbefriedigenden Berufs auf und wurde Alumne im Priesterseminar der Diözese Eisenstadt. Seit vergangenem Juni ist Stefan Diakon, ein Jahr später, am Hochfest Peter und Paul, folgt die Weihe zum Priester.

 

Eloquent, entspannt, selbstbewusst – auch im Sinn von fähig zur Reflexion über sein bisheriges Leben und zukünftiges Priestersein, so empfängt der derzeit als Pastoralpraktikant in Pfarren in Eisenstadt tätige Mann zum "miteinander"-Interview im Priesterseminar. Und erzählt von seiner Berufung.

 

Glauben ernsthaft leben

Als Wiener, der die Wochenenden mit seinen kirchenverbundenen Eltern im burgenländischen Grenzdorf Kroatisch Minihof verbrachte und auch dort spirituell beheimatet ist, wuchs Stefan eingebettet in christliche Traditionen auf. Erst gegen Ende des Jus-Studiums wurde er vom bis dahin wenig reflektierten, weil „normalen“ Glauben „existenziell berührt“. Als ihm bewusst wurde, „was Jesus für uns getan hat, dass er wahrer Gott und wahrer Mensch ist“, war dem jungen Mann klar: Er muss sich „dazu verhalten“, seinen Glauben ernsthaft leben. Das Priesteramt war damals aber noch längst nicht im Blick, nein, Stefan wollte als Anwalt christliche Werte umsetzen. Zum Beispiel alles vorbringen, was für den Mandanten spricht, aber dabei nicht die Unwahrheit sagen. Dabei gerate man an Grenzen, die man als Christ nicht überschreiten will – ohne deshalb ein schlechterer Anwalt zu sein; aber gleiches gelte für Steuerberater, Polizisten oder Politiker, meint Stefan. Er war gerne Anwalt, wollte es schon als Teenager werden.

 

Und doch, in manchen Momenten, etwa bei der Wallfahrt der Burgenlandkroaten nach Mariazell, gab es Denkanstöße, ob nicht doch Priester zu sein die beste Weise ist, die Freude am Glauben mit anderen zu teilen. Klarheit über den jetzt eingeschlagenen Weg brachte Stefan ein morgendliches Gebet vor etwa sieben Jahren, als das Tagesevangelium von der Nachfolge (Mt 19,27-30) handelte. Noch am selben Tag, ohne genauere Vorstellungen über die Ausbildung zum Priester, traf Stefan Vorkehrungen, seine Kanzlei zu schließen. „Und ich habe es keinen Tag bereut“, versichert er.

 

Werkzeug Gottes

Im kirchlichen Kontext hängt – anders als im anwaltlichen Bereich – nicht alles von einem selber ab; da sei man mehr ein Werkzeug, durch das Gott wirkt. Im Hinblick auf sein baldiges Priesterdasein macht Stefan die schwindende Bedeutung des Glaubens und der Kirche nachdenklich, das „freundliche Desinteresse“ vieler Zeitgenossen an Gott. Auch als Priester würde man sich freuen zu sehen, dass die eigenen Bemühungen Früchte tragen – auch wenn „Erfolg kein Name Gottes“ sei, wie Martin Buber sagte. Sein Bestes zu tun, wobei womöglich erst nach vielen Jahren „die Saat aufgeht“ – wie wird er damit umgehen?, fragt sich Stefan. Und was könnte es heißen, innerhalb einer verschwindenden Volkskirche im Sinne von Papst Franziskus „an die Ränder zu gehen“? Wie  jene erreichen, die gar nicht wissen, was eine Christusbegegnung für ihr Leben bedeuten könnte und jeden Hinweis darauf mit einem gar nicht brüsken, aber satten „Das brauche ich nicht" von sich abgleiten lassen? Fragen, die auch viele andere Jungpriester beschäftigen werden.

 

Robert Mitscha-Eibl für „miteinander“ 7-8/2016 

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