Sonntag 19. November 2017
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  • »LEBEN IN DER SPUR JESU«

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Was ist Berufung?

Du kannst dich sehen lassen!

Fragen tauchen auf: Werde ich überhaupt gesehen? Sehe ich den anderen? Wann wurde mir denn einmal gesagt, ich könne mich sehen lassen? Eine Ermutigung von Sr. Agnes Mayer.

 

Und das ist noch  lange nicht alles: Kann ich mich denn wirklich sehen lassen? Fühle ich mich wohl, wenn ich im Blick anderer stehe? Oder wann habe ich jemandem gesagt, sie/er könne sich sehen lassen?

 

Nur das schöne Gesicht 

Von den allgegenwärtigen Plakatwänden und in den Werbungen der Medien werden wir überschwemmt mit Dingen und Leistungen, mit denen wir uns sehen lassen können: möglichst gut aussehend, jung, gesund, lächelnd und schmerzfrei. So und nicht anders wird uns eingeredet, können wir uns sehen lassen. Und das beeinflusst uns.

 

Das ist aber bei Weitem nicht die ganze Realität unseres Lebens. Was ist mit der anderen Seite? Der unansehnlichen, kranken, gebrechlichen, alten und schuldbeladenen? Blenden wir sie aus? Schauen wir weg? Ich erinnere mich, als wir vor vielen Jahren mit unseren Patienten aus einem Pflegeheim für chronisch kranke und alte Menschen bei einem Ausflug ein Restaurant für das Mittagessen gesucht haben und uns gesagt wurde: „Es tut uns leid, aber den Anblick können wir den anderen Gästen nicht zumuten.“

Die Zusage, sich sehen lassen zu können, ruft heraus aus dem Nicht-wahrgenommen-Werden, der Anonymität der Masse, aus den Verstecken, in die wir uns flüchten, weil nicht alles so ist, wie es sein sollte.

 

Wir können uns sehen lassen! 

Mit vielem, was wir auf kirchlicher und pfarrlicher Ebene und von den Orden her tun und anbieten, können wir uns sehen lassen. Wir brauchen uns mit unserem Dienst am Menschen und unseren Angeboten für die Menschen nicht zu verstecken. Aber sagen wir in der Kirche nicht auch manchmal: So komm mir nicht unter die Augen! Erst wenn du dies oder jenes tust oder nicht tust, kannst du dich sehen lassen!

 

Wenn ich jemandem sage, er könne sich sehen lassen, schenke ich ihm damit Anerkennung und Ansehen. Ich gebe ihm ein Gesicht. Ich denke da an das beliebte Spiel mit Babys, bei dem wir fragen: „Ja, wo ist denn mein kleiner Liebling? Da ist er!“ Und ich höre das Aufjauchzen, sehe das strahlende Lächeln des Kindes. Wie Eltern ihre Kinder ansehen, prägt diese für ihr ganzes Leben. Wie wir die Welt und unsere Mitmenschen sehen, hängt eng damit zusammen, wie wir angeschaut werden. Hier wechselt die Perspektive, hier kommt auch Gott, kommt unser Gottesbild ins Spiel.

 

Ein liebender Blick 

Wenn wir meinen, Gottes Auge sehe nur auf uns, um uns zu kontrollieren und zu korrigieren, wenn wir uns seiner Gerechtigkeit ausgeliefert fühlen und uns nicht seiner Barmherzigkeit anvertrauen, dann werden wir mit allem Negativen in uns und um uns in den Untergrund wandern. Dann fehlt uns der Mut, der Realität ins Gesicht zu schauen und um Verzeihung zu bitten.

 

Jesus ist zutiefst von einer anderen Gotteserfahrung geprägt. Er erfährt sich in wachsender Intensität als Gottes geliebter Sohn. Er spürt Gottes Wohlwollen auf sich ruhen, lebt unter Gottes liebendem Blick. Und er weiß, dieser Blick gilt allen Menschen. Das zu verkündigen und zu bezeugen, dafür ist Jesus in die Welt gekommen, dafür lebt und stirbt er. Diesem guten, barmherzigen Vater legt er uns Menschen ans Herz, legt uns Menschen IHM ans Herz. Das ist das Reich Gottes. Die Evangelien sind voll von Bildern und Worten, mit denen Jesus uns sagen will, wir können uns von Gott sehen lassen. Wenn wir in Seinem liebenden Blick bleiben, dann werden wir gewandelt. So wie ein Lied sagt: „Im Anschau’n Deines Bildes, da werden wir gewandelt in Dein Bild.“

 

Liebe wandelt

Der Pfarrer von Ars fragte einmal einen Bauern, was er denn so oft und so lange in der Kirche mache. Die Antwort lautete: „Ich schaue Ihn an und Er schaut mich an.“ Das gilt auch heute. Das ist Berufung. Das ist Gebet. So bekommt Gott Ansehen in unserer Welt.

 

Und hier schließt sich der Bogen von unserem Thema zum Weltgebetstag um geistliche Berufe. Teresa von Avila bezeichnet das innere Gebet, wie sie die Meditation nennt, als das Beisammensein mit einem Freund, mit dem wir gerne zusammenkommen, weil wir wissen, dass er uns liebt. Und was gibt uns mehr Ansehen, als geliebt zu werden und in Folge davon, auch liebende Menschen zu sein.

 

Sr. Agnes Mayer OCD

Webtipp

Zum Karmelitinnenkloster St. Josef Wien

 

Sr. Agnes Mayer lebt seit 29 Jahren als Karmelitin in Wien. Sie absolvierte im Wiener Kardinal König Haus die Ausbildung zur geistlichen Begleiterin. Vor ihrem Ordenseintritt war sie Krankenschwester und in der pfarrlichen Jugendarbeit und Erwachsenenbildung tätig.

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