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Berufung

Priesterausbildung im Wandel

Kleruskongregation will Neuordnung

Kleruskongregation bereitet Neuordnung der Priesterausbildung vor. Eine Bestandsaufnahme vom Vorsitzenden der Regentenkonferenz Richard Tatzreiter im neuen miteinander.

Richard TatzreiterJeder Ausbildungsvorgang im Berufsleben braucht drei Elemente: Neben der persönlichen Begleitung des Menschen, der sich auf einen Beruf vorbereitet, durch einen kompetenten Lehrer, Trainer oder Mentor und den Inhalten, die für die Berufsausübung vermittelt werden müssen, gibt es auch verbindliche organisatorische, strukturelle und zeitliche Festlegungen und Vereinbarungen. Alle drei Elemente sind auf das Ziel ausgerichtet, dass schließlich der Berufskandidat für den erlernten Beruf „fit“ ist und sich darin bewährt.


Der Weg zum priesterlichen Dienst in der Kirche setzt neben der Berufung durch Gott auch Eignungen im menschlichen, geistlichen, intellektuellen und seelsorglichen Bereich voraus, die sodann in der konkreten Vorbereitung trainiert und in einem Prozess des gesamtmenschlichen Lernens ausgebildet werden müssen. Seminaristen bereiten sich einzeln und gemeinschaftlich auf ihren künftigen Dienst vor und werden während der Ausbildungszeit schrittweise in die verschiedenen Erfordernisse und Kompetenzen eingeführt, die priesterliches Leben und Wirken mit sich bringen.


Dazu gibt es in der Kirche eigene Ausbildungsordnungen auf drei Ebenen: Universalkirchlich, also für die gesamte Kirche geltend, nennt man eine solche, von Rom vorgegebene Ordnung „Ratio fundamentalis“, also „grundlegende Erklärung“ bzw. „Prinzip“.

 

Davon unterscheidet sich die „Ratio nationalis“ als Ausbildungsordnung, die von den zuständigen Bischöfen einer Region oder einer Bischofskonferenz für ihren Bereich gemeinsam erlassen wird. Sie muss einerseits den römischen Vorgaben entsprechen, andererseits auch die spezifischen regionalen Umstände für die Ausbildung berücksichtigen.

 

Schließlich gilt in einem Priesterseminar, in dem Seminaristen für eine oder mehrere Diözesen ausgebildet werden, die sogenannte „Ratio localis“, die Leben und Ausbildungsvollzüge auf dieser Ebene beschreibt und verbindlich ordnet.


Globale Herausforderungen
Das Zweite Vatikanische Konzil (1962–1965) nahm eine prinzipielle Neuformatierung und Neupositionierung der Priesterausbildung vor. In Folge erschien 1970 eine neue „Ratio fundamentalis“, die die Konzilsbeschlüsse in eine weltkirchlich geltende, konkrete Ausbildungsordnung hineinbuchstabierte. Das im Gefolge des Konzils 1983 neu herausgegebene Kirchenrecht für die lateinische Kirche („Codex Iuris Canonici“, CIC) trug diesem Wandel auf gesetzlicher Ebene Rechnung.


Schließlich wurde auf Basis des CIC 1985 wiederum eine „Ratio fundamentalis“ erlassen, die zwar bis heute gilt, jedoch angesichts der völlig veränderten Gesellschaftssituationen, den globalen Herausforderungen und gesammelten kirchlichen Erfahrungen ihre Relevanz und Aktualität größtenteils verloren hat. Man denke nur an die Entwicklung im Bereich der Kommunikationstechnik oder an die kirchlichen Erschütterungen im Zusammenhang mit sexuellem Missbrauch. In den dreißig Jahren ist außerdem eine Fülle von Fachliteratur und eine Reihe wichtiger Dokumente erschienen, die die Verbesserung und Qualitätssicherung
der Priesterausbildung zum Ziel haben, darunter das Lehrschreiben „Pastores dabo vobis“ von Papst Johannes Paul II. (1992), das zu Recht bis heute als „Magna charta“ in diesem Bereich gilt.


In der für die Priesterausbildung in Rom zuständigen „Kongregation für den Klerus“ ist derzeit eine neue „Ratio fundamentalis“ in Vorbereitung. Von der Erneuerung der Prinzipiellen Ordnung und der darin enthaltenen Ordnung der Prinzipien hängt einiges ab, auch für die Priesterausbildung in Österreich. Die Signale dieses Vorbereitungsprozesses aus Rom stehen im erfreulichen Zeichen eines verstärkten und vertieften Dialogs mit und zwischen den Bischöfen sowie den Ausbildungsverantwortlichen vor Ort. Auch die Österreichische Regentenkonferenz setzt sich zu Beginn des neuen Jahres mit der Entwicklung dieser neuen Ausbildungsordnung für die Weltkirche auseinander, um die Bischöfe in ihrer Verantwortung für diese Ordnung aus der täglichen Erfahrung in der Priesterausbildung zu unterstützen und zu beraten.

Richard Tatzreiter

 

Zur Person: Dr. Richard Tatzreiter, Theologiestudium in Wien und Rom, 1995 Priesterweihe, von 2006 bis 2011 Subregens und seit 2011 Regens des Erzbischöflichen Priesterseminars
in Wien, Pfarrer, seit September 2015 Vorsitzender der österreichischen Regentenkonferenz und seit 2017 aus Regens der Priesterseminare Eisenstadt und St. Pölten. 

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