Berufung - nicht nur eine Sache für Spezialisten
Berufen? Ich doch nicht, ich bin doch ein ganz normaler Mensch! "Auch du bist ein/e, Berufene/r", sagt Pater Josef Maureder sj.
"Berufen? Ich doch nicht! Das ist nur etwas für fromme Seelen, die einen geistlichen Weg gehen wollen", meint da ein junger Mann. "Solche Fragen stellen sich nur Jüngere, die noch vor ihrer Lebensentscheidung stehen", betont eine Mutter und zeigt auf ihre Familie. Oder wie da neulich ein Arbeiter so um die Vierzig im Gespräch betonte: "Pater, ich bin ein ganz normaler Mensch!" Als ob ihn das Thema der Berufung dann nicht mehr berühren würde.
Biblisch gibt es ein Gerufen- und Berufensein, das alle angeht.
Papst: Missionarische Diözesen haben mehr Priesterberufungen
Die ganze kirchliche Gemeinschaft ist in der Pflicht, für geistliche Berufungen zu sorgen. Berufungspastoral müsse vollständig in die allgemeine Seelsorge eingebunden sein.
Eine verstärkte missionarische Anstrengung der Diözesen trägt auch Früchte in Form von einer größeren Zahl an geistlichen Berufen: Das betont Papst Benedikt XVI. in einer Botschaft an den Lateinamerikanischen Bischofsrat (CELAM), der diese Woche einen Kongress in Costa Rica abhält. Das Thema des Kongresses zur Berufungs-Pastoral, der in der Stadt Cartago stattfindet, lautet: "Berufen, die Netze auszuwerfen zu einem Leben in Fülle in Christus".
"Die ganze kirchliche Gemeinschaft ist in der Pflicht, für den Anstieg von geistlichen Berufungen zu sorgen", heißt es in der Botschaft des Papstes an den CELAM. Die Berufungspastoral müsse vollständig in die allgemeine Seelsorge eingebunden sein. Die Erfahrung zeige, "dass die Berufungen dort nicht ausbleiben, wo es eine gute Planung und eine konstante Praxis der Berufungspastoral gibt", schreibt Benedikt XVI. Er hebt zugleich hervor, dass eine geistliche Berufung letztlich nie Resultat einer geschickten Strategie oder Organisation sei, sondern ein Geschenk Gottes bleibe.
Die hohe Zahl der Anwärter auf geistliche Berufungen in Lateinamerika bezeichnet der Papst als ein "Zeichen für die Lebendigkeit der Kirche". Er erinnerte dabei an die Schlussbotschaft der V. Lateinamerikanischen Bischofsversammlung 2007 in Aparecida, die er eröffnet hatte. In dem Text werde hervorgehoben, dass dort, wo der Glaube in allen Mitgliedern des Volkes Gottes stark sei, auch viele Priester und Ordensleute aus dem Volk kommen.
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kathpress
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erstellt am Donnerstag, 03.02.2011
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Gerufen zum Leben: Mensch sein
Ein Theologiestudent, dem es die letzten Monate nicht besonders gut ging, meinte auf meine Frage, was er sich von Gott wünsche: "Dass ich wieder lebe!" Eine treffende Antwort. Seine Sehnsucht ist gewiss auch der Wunsch Gottes.
Die Bibel sagt uns, dass Gott möchte, dass wir nicht bloß vegetieren oder ums Überleben kämpfen, sondern dass wir volles Leben finden (Joh 10,10). Sich selbst oder andere ungut zurechtzustutzen, als Waschlappen von der Wirklichkeit überrollt und "gelebt" zu werden, oder hart und erstarrt im eigenen Schneckenhaus sitzen zu bleiben, entspricht nicht dem Willen Gottes mit dem Menschen.
Die Botschaft Jesu ist eine Botschaft des Lebens. Dies ist die Grundberufung eines jeden Menschen, zu der er allerdings in Freiheit Ja oder Nein sagen kann. Er ist mitverantwortlich, dass sein Leben gelingt, dass er ganz und froh Mensch wird, wie Gott ihn als Ebenbild gedacht hat.
Berufen zur Freundschaft: ChristIn sein
Bei der großen Berufung der Zwölf (Mk 3,13-15) ruft Jesus die Jünger zu sich. Dreimal wird das "Bei-Ihm-Sein" betont. Auch bei Johannes lädt Jesus die Suchenden zuerst ein, zu ihm zu kommen (Joh 1,35f).
Ignatius von Loyola lässt um "innere Erkenntnis des Herrn bitten, damit wir ihn mehr lieben und ihm nachfolgen". Diese Erkenntnis des Herzens wächst in der Pflege der Freundschaft: im Gebet, im Hören seiner Botschaft, im Tun seines Willens, im Teilen des Glaubens mit anderen, weil Er uns im Nächsten begegnet.
Zu dieser Freundschaft sind alle ChristInnen berufen, sie ist der "springende Punkt" christlich fruchtbaren Lebens: "Denn getrennt von mir könnt ihr nichts vollbringen" (Joh 15,5).
Gesandt in die Welt: Zeuge/-in sein
Wenn Menschen ihr Leben ganz bejahen und dankbar gestalten, wenn ChristInnen zudem in eine persönliche Freundschaft mit Jesus Christus hineingewachsen sind, dann stelle ich fest, dass sie dieses Geschenk nicht mehr nur für sich behalten können. "Wir können unmöglich schweigen über das, was wir gesehen und gehört haben" (Apg 4,20).
Zeugnis von der Liebe Gottes geben, das ist in jeder Lebensform und Lebensaufgabe möglich. Jeder Christ, jede Christin ist eine unersetzbare Botschaft Gottes und hat der Welt etwas ganz Persönliches zu schenken. Dabei hört bei den vielen guten Möglichkeiten Gott nie auf, das Herz zu einer je größeren Hingabe an ihn und die Menschen zu bewegen.
Als Berufene/r im christlichen Sinn lebt, wer seinen Alltag in Freundschaft mit Christus gestaltet und sein Leben in dieser Welt als großherzige Antwort auf das liebende Tun Gottes versteht.
Komm, folge mir nach
Das menschliche Leben ist ein Weg, es verläuft nicht ziellos, sondern hat einen Sinn (von althochdeutsch "sinnan", d.h. wohin gehen). Und es ist einzigartig. Die Einzigartigkeit meines Weges fordert mich zu ganz bewusstem Gehen, zum Wahrnehmen von Etappen und Abzweigungen heraus. Oft sind Richtungsentscheidungen fällig, die mich voranbringen oder auch in die Irre führen können.
Jesus gibt uns Hilfestellung auf unserem Weg, der uns zu ihm und seinem Vater führen soll. Er geht mit uns - und er ist uns voran gegangen. Wir können uns an ihm orientieren und so auch anderen Orientierung geben.
Linktipps: Beratung - Begleitung - Aussprache
- Im Blitzlicht: Berufene / Berufungspastoral
- www.berufungen.at
- www.dioezese-linz.at/berufungspastoral
- www.haus-manresa.at
- www.kirchen.net/berufungen
- www.meine-berufung.at
- www.centrumhorn.at
- www.haus-gennesaret.at
- www.vfoe.at
- www.superiorenkonferenz.at
- www.quovadis.or.at
- www.priester.info
- www.priester-werden.at
- www.gespraechsoase.at
- www.skb.at
- www.theozentrum.com
- www.ordovirginum-austria.com
- www.dioezese-linz.or.at/ordinariat/zentrum/
- www.sbg.ac.at/thz
- www.touch-me-gott.com
- www.gespraechsinsel.at
PS: Wenn du mit jemandem über deine Berufung sprechen möchtest, können wir dir eine Liste von Personen zusenden, die damit Erfahrung haben. Du kannst aber auch nach tel. Voranmeldung zu einem Gespräch ins Canisiuswerk kommen.
